Catawiki wächst profitabel – Deutschland spielt wichtige Rolle
Die Catawiki Geschäftszahlen für 2025 zeigen eine deutliche Verbesserung der Ertragslage. Der Umsatz des Online-Auktionsmarktplatzes stieg um 9 Prozent auf 111 Millionen Euro. Nach einem Verlust im Vorjahr erzielte das Unternehmen einen Nettogewinn von 5,8 Millionen Euro. Deutschland gehört dabei zu den Märkten mit den höchsten durchschnittlichen Ausgaben je Käufer.
📌 Auf einen Blick
Catawiki erhöhte seinen Umsatz 2025 um 9 Prozent auf 111 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA erreichte 11,2 Millionen Euro, der Nettogewinn lag bei 5,8 Millionen Euro. Deutsche Käufer ersteigerten mehr als 300.000 Objekte und gaben im Durchschnitt über 1.000 Euro pro Jahr aus.
Catawiki Geschäftszahlen markieren Rückkehr in die Gewinnzone
Inhaltsverzeichnis
Nach einem Nettoverlust von 4,4 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2024 weist Catawiki für 2025 einen Gewinn von 5,8 Millionen Euro aus. Die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr beträgt damit 10,2 Millionen Euro.
Auch auf operativer Ebene entwickelte sich das Geschäft positiv. Das bereinigte EBITDA stieg von minus 0,3 Millionen Euro auf 11,2 Millionen Euro. Die entsprechende Marge erhöhte sich von minus 0,3 Prozent auf rund 10 Prozent.
Der Umsatz legte im gleichen Zeitraum von 102 Millionen Euro auf 111 Millionen Euro zu. Das entspricht einem Wachstum von 9 Prozent. Auffällig ist, dass sich das Geschäft nach Angaben des Unternehmens in der zweiten Jahreshälfte beschleunigte. Dort soll das Umsatzwachstum zeitweise bei annähernd 20 Prozent gelegen haben.
Die Zahlen sprechen für eine deutlich bessere Kostenstruktur oder höhere Erlöse je Transaktion. Wie stark einzelne Faktoren wie Verkaufsprovisionen, Gebührenanpassungen, Marketingkosten oder Produktivität zu dieser Entwicklung beigetragen haben, lässt sich aus den veröffentlichten Angaben jedoch nicht abschließend ableiten.
Mehr Erstbieter und verkaufte Objekte
Die Catawiki Geschäftszahlen zeigen auch eine wachsende Aktivität auf der Plattform. Die Zahl der Erstbieter stieg von 724.000 im Jahr 2024 auf 870.000 im Jahr 2025. Das entspricht einem Plus von rund 20 Prozent.
Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der verkauften Objekte von 3,4 Millionen auf 3,7 Millionen. Das Wachstum von 9 Prozent entspricht damit ungefähr der Umsatzentwicklung.
Für die Beurteilung eines Marktplatzes wären darüber hinaus Angaben zum gesamten Transaktionsvolumen, zum durchschnittlichen Verkaufspreis und zur Wiederkaufsrate hilfreich. Diese Kennzahlen wurden nicht genannt. Offen bleibt daher, ob das Wachstum vor allem durch mehr Transaktionen, höhere Preise oder steigende Gebühren getragen wurde.
Deutschland gehört zu den umsatzstarken Märkten
Auf dem deutschen Markt wurden 2025 mehr als 300.000 Objekte verkauft. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 10 Prozent. Die Zahl der Bieter, die mindestens eine Auktion gewannen, nahm um 20 Prozent zu.
Die durchschnittlichen Jahresausgaben je Käufer lagen bei mehr als 1.000 Euro. Damit zählt Deutschland nach Angaben von Catawiki zu den drei Märkten mit den höchsten durchschnittlichen Ausgaben pro Käufer.
Ein Beispiel für hochpreisige Transaktionen war eine Rolex Sky-Dweller Everose mit blauem Zifferblatt. Ein Käufer aus Deutschland zahlte dafür 62.200 Euro. Solche Einzelverkäufe sind zwar öffentlichkeitswirksam, sagen jedoch wenig über die breite Preisstruktur der Plattform aus. Entscheidend für die weitere Entwicklung bleibt, ob Catawiki auch regelmäßig Käufer für Objekte im mittleren Preissegment gewinnt.
Luxusuhren, Pokémon und Edelmetalle treiben die Nachfrage
Die Catawiki Geschäftszahlen werden nach Unternehmensangaben von drei wesentlichen Warengruppen gestützt: Luxusobjekten, nostalgischen Sammlerstücken und Edelmetallen.
Uhren, Schmuck und Wein gehörten international zu den volumen- und umsatzstarken Kategorien. Luxusuhren erzielten auf der Plattform den höchsten Umsatz. In Deutschland, Italien und Spanien gehörte Rolex zu den häufig gesuchten Begriffen.
Deutlich wuchs auch die Nachfrage nach Pokémon-Karten. Weltweit lag das Plus bei 60 Prozent. In Spanien stieg die Nachfrage um 195 Prozent, in Portugal um 100 Prozent und in Österreich um 65 Prozent. Als Käufer treten nach Angaben des Unternehmens vor allem Menschen unter 35 Jahren auf. Eine seltene Pokémon-Box aus der Erstauflage wurde für 25.500 Euro versteigert.
Auch Edelmetalle legten zu. In Deutschland stieg das Interesse an Bullion-Produkten um 71 Prozent. Belgien verzeichnete ein Plus von 91 Prozent, Frankreich von 60 Prozent. Catawiki deutet dies als Reaktion auf wirtschaftliche Unsicherheit. Eine solche Interpretation liegt nahe, allerdings können auch gestiegene Metallpreise und eine stärkere Sichtbarkeit der Angebote die Nachfrage beeinflusst haben.
Catawiki Geschäftszahlen setzen sich Anfang 2026 fort
Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz laut Unternehmen um 28 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig soll sich die Marge weiter verbessert haben. Die Zahl der Erstbieter lag 70 Prozent über dem Wert des ersten Quartals 2025.
Damit setzt sich die in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 beobachtete Beschleunigung zunächst fort. Ob dieses Wachstum über das Gesamtjahr gehalten werden kann, bleibt offen. Auktionsplattformen für Sammlerstücke sind stärker als klassische Handelsplattformen von wechselnden Trends, einzelnen Kategorien und der Verfügbarkeit seltener Objekte abhängig.
Die Catawiki Geschäftszahlen zeigen dennoch, dass sich das Unternehmen nicht mehr allein auf Wachstum konzentriert, sondern seine Plattform inzwischen profitabel betreibt. Für eine vollständige Bewertung wären künftig zusätzliche Informationen zum Auktionsvolumen, zur Kundenbindung und zur Entwicklung der Gebühren notwendig.
Live-Auktionen sollen die Nutzung intensivieren
Mit „Catawiki Live“ erweitert das Unternehmen sein bisheriges Auktionsmodell. Nutzer können Auktionen in Echtzeit verfolgen, Kommentare hören und mit Experten kommunizieren. Zusätzlich testet Catawiki kürzere Formate mit Laufzeiten von 24 Stunden oder nur einer Stunde.
Das Konzept soll mehr Aufmerksamkeit und Interaktion erzeugen. Gleichzeitig erhöht eine stärkere Inszenierung den Zeitdruck bei Kaufentscheidungen. Für Catawiki dürfte entscheidend sein, Unterhaltung und Transparenz so zu verbinden, dass spontane Gebote nicht zulasten des Vertrauens in Bewertungen und Preisbildung gehen.
Faktenbox
| Catawiki Geschäftszahlen 2025 | |
|---|---|
| Unternehmen | Catawiki |
| Geschäftsmodell | Online-Auktionsmarktplatz für Sammlerstücke und besondere Objekte |
| Umsatz 2025 | 111 Millionen Euro, plus 9 Prozent |
| Bereinigtes EBITDA | 11,2 Millionen Euro |
| EBITDA-Marge | Rund 10 Prozent |
| Nettogewinn | 5,8 Millionen Euro nach minus 4,4 Millionen Euro im Vorjahr |
| Erstbieter | 870.000, plus 20 Prozent |
| Verkaufte Objekte | 3,7 Millionen, plus 9 Prozent |
| Deutschland | Mehr als 300.000 verkaufte Objekte und über 1.000 Euro Jahresausgaben je Käufer |
| Wachstum im ersten Quartal 2026 | Umsatz plus 28 Prozent, Erstbieter plus 70 Prozent |
| Wachstumskategorien | Luxusuhren, Schmuck, Wein, Pokémon-Karten und Edelmetalle |
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