Zalando Quartalszahlen Q2 2026: B2B-Ergebnis steigt, B2C-Gewinn geht zurück
Die Zalando Quartalszahlen Q2 2026 zeigen deutliches Wachstum nach der Übernahme von ABOUT YOU. Der Konzernumsatz steigt um 20,8 Prozent auf 3,42 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT um 10,4 Prozent auf 204,8 Millionen Euro. Gleichzeitig sinken die EBIT-Marge und der Nettogewinn. Besonders dynamisch entwickelt sich das Geschäft mit Logistik- und Softwareleistungen für Firmenkunden.
📌 Auf einen Blick
Zalandos Konzern-GMV wächst um 20,7 Prozent auf 4,92 Milliarden Euro, der Umsatz um 20,8 Prozent auf 3,42 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT erreicht 204,8 Millionen Euro. Während das B2B-Ergebnis deutlich steigt, sinkt der Nettogewinn von 96,6 auf 73,8 Millionen Euro.
Zalando Quartalszahlen Q2 2026 werden von ABOUT YOU geprägt
Inhaltsverzeichnis
Ein großer Teil der ausgewiesenen Wachstumsraten ist im Zusammenhang mit der Konsolidierung von ABOUT YOU zu sehen. Das Bruttowarenvolumen des Konzerns stieg im zweiten Quartal von 4,07 auf 4,92 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz erhöhte sich von 2,84 auf 3,42 Milliarden Euro.
Das bereinigte EBIT legte im Jahresvergleich von 185,5 auf 204,8 Millionen Euro zu. Die dazugehörige Konzernmarge sank jedoch von 6,5 auf 6,0 Prozent. Zalando führt dies auf die Einbeziehung von ABOUT YOU zurück. Im bisherigen Zalando-Geschäft habe sich die bereinigte Marge dagegen auf 6,6 Prozent verbessert.
Die Integration lieferte nach Angaben des Unternehmens bereits Synergien von mehr als zehn Millionen Euro. Diese Zahl ist für die Bewertung der Übernahme relevant, lässt aber noch keinen abschließenden Rückschluss auf deren langfristigen wirtschaftlichen Erfolg zu. Entscheidend wird sein, ob Zalando die Einsparungen realisieren kann, ohne Markenprofil, Kundenbindung oder Servicequalität der einzelnen Plattformen zu schwächen.
B2B-Geschäft wird zum Ergebnistreiber
Das Firmenkundengeschäft entwickelt sich innerhalb der Zalando Quartalszahlen Q2 2026 deutlich profitabler als im Vorjahr. Der B2B-Umsatz stieg auf ausgewiesener Basis um 27,6 Prozent auf 334,7 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT erhöhte sich von 11,4 auf 40,7 Millionen Euro. Damit verbesserte sich die Segmentmarge von 4,3 auf 12,2 Prozent.
Zu diesem Bereich gehören unter anderem die Logistikplattform ZEOS und die Commerce-Software von SCAYLE. Zalando öffnet damit Infrastruktur, Fulfillment-Services und Software zunehmend für Händler, deren Verkäufe nicht zwingend über den Zalando-Marktplatz laufen müssen.
Die Strategie reduziert die Abhängigkeit vom klassischen Modehandel. Software- und Logistikleistungen versprechen wiederkehrende Erlöse, Skaleneffekte und teilweise höhere Margen. Allerdings konkurriert Zalando hier mit etablierten Shopsoftware-Anbietern, Logistikdienstleistern und Plattformbetreibern. Das Wachstum muss daher erst beweisen, dass es auch bei steigender Kundenzahl wirtschaftlich tragfähig bleibt.
Neue Kooperationen mit Marks & Spencer und NEXT sollen die Nutzung der Infrastruktur ausweiten. Für SCAYLE nennt Zalando unter anderem die Wortmann Schuh-Holding, roastmarket, Bike Components und HMV als neue Kunden.
Partnergeschäft und Retail Media stützen das B2C-Segment
Im Endkundengeschäft stieg der Umsatz von 2,58 auf 3,10 Milliarden Euro. Das bereinigte Segmentergebnis sank jedoch von 173,7 auf 164,1 Millionen Euro. Wachstum und Profitabilität entwickeln sich damit im B2C-Bereich nicht im gleichen Tempo.
Zalando setzt verstärkt auf das Partnergeschäft, bei dem Marken und Händler ihr Sortiment über die Plattform vertreiben. Im bisherigen Zalando-Geschäft stieg dessen Anteil am B2C-GMV um 3,2 Prozentpunkte auf 36,9 Prozent. Einschließlich ABOUT YOU lag der Gruppenwert bei 31,9 Prozent.
Das Modell ist für Zalando attraktiv, weil weniger eigenes Warenrisiko und weniger gebundenes Kapital erforderlich sind. Gleichzeitig wächst die Abhängigkeit von Gebühren, Werbeerlösen und der Bereitschaft der Marken, ihre Produkte über Zalando anzubieten.
Retail Media bleibt ein weiterer Ertragspfeiler. Der Umsatz mit Werbeleistungen für Marken stieg nach Unternehmensangaben um 39,5 Prozent. Damit monetarisiert Zalando nicht nur Verkäufe, sondern zunehmend auch Reichweite und Kundendaten. Für Händler bedeutet dies allerdings, dass Sichtbarkeit auf der Plattform stärker zu einer kostenpflichtigen Leistung werden kann.
KI-Plattform soll Produktionskosten deutlich reduzieren
Ein Schwerpunkt der Zalando Quartalszahlen Q2 2026 liegt auf dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Die über SCAYLE angebotene Plattform SCAYLE STUDIOS erstellt Produktbilder aus digitalen Kombinationen von Artikeln, Models, Styling und Hintergründen.
Nach Angaben von Zalando nutzen rund zweieinhalb Monate nach dem Start mehr als 100 Marken die Anwendung. Die Produktionszeit für Bildmaterial soll sich um mehr als 95 Prozent verkürzen, die Kosten sollen um rund 90 Prozent sinken.
Diese Werte stammen vom Anbieter selbst und dürften je nach Produkt, Qualitätsanforderung und bisherigem Produktionsprozess unterschiedlich ausfallen. Für Händler kann der Ansatz dennoch relevant sein: Neue Kollektionen lassen sich schneller veröffentlichen, Bildvarianten können kostengünstiger erstellt und Inhalte leichter an Märkte oder Zielgruppen angepasst werden.
Offen bleibt, wie Kunden auf vollständig oder teilweise KI-generierte Produktdarstellungen reagieren. Besonders bei Passform, Materialwirkung und Farbtreue darf die beschleunigte Produktion nicht zulasten einer realistischen Darstellung gehen. Andernfalls drohen zusätzliche Retouren und Vertrauensverluste.
Mehr Kunden, aber kaum höhere Bestellfrequenz
Die Zahl der aktiven Kunden stieg um 18,3 Prozent von 52,9 auf 62,5 Millionen. Der Zuwachs ist sowohl auf die Integration von ABOUT YOU als auch auf die Entwicklung des bisherigen Zalando-Geschäfts zurückzuführen.
Die Zahl der Bestellungen erhöhte sich von 65,0 auf 77,5 Millionen. Die durchschnittliche Bestellhäufigkeit je aktivem Kunden blieb mit 4,8 Bestellungen allerdings unverändert. Wachstum entsteht somit vor allem durch die größere Kundenbasis und nicht durch häufigere Bestellungen.
Die durchschnittliche Warenkorbgröße stieg von 61,60 auf 63,40 Euro. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Kunde erhöhten sich nach Unternehmensangaben um 2,9 Prozent auf 307 Euro. Das deutet auf moderate Fortschritte bei der Monetarisierung hin, aber nicht auf einen grundlegenden Sprung im Kaufverhalten.
Was die Zalando Quartalszahlen Q2 2026 relativiert
Trotz des höheren operativen Ergebnisses sank der Nettogewinn von 96,6 auf 73,8 Millionen Euro. Gleichzeitig verschlechterte sich das Nettoumlaufvermögen von minus 107,9 auf minus 494 Millionen Euro. Ein negatives Nettoumlaufvermögen ist im Handelsgeschäft nicht grundsätzlich problematisch, die deutliche Veränderung sollte jedoch im Zusammenhang mit Integration, Zahlungszielen und Vorratssteuerung beobachtet werden.
Für das Gesamtjahr erwartet Zalando beim GMV und Umsatz nun ein Wachstum in der unteren Hälfte der bisherigen Spanne von 12 bis 17 Prozent. Die Prognose für das bereinigte EBIT wurde von zuvor 660 bis 740 Millionen Euro auf 680 bis 720 Millionen Euro eingeengt.
Die Zalando Quartalszahlen Q2 2026 zeigen damit zwei Entwicklungen: Die Übernahme von ABOUT YOU vergrößert Reichweite und Volumen, während B2B, Partnergeschäft und Retail Media den Ergebnismix verbessern sollen. Gleichzeitig machen die rückläufige Konzernmarge, der niedrigere Nettogewinn und die vorsichtigere Einordnung des Umsatzwachstums deutlich, dass Größe allein noch keine höhere Profitabilität garantiert.
Faktenbox
| Zalando im zweiten Quartal 2026 | |
|---|---|
| Konzern-GMV | 4,915 Milliarden Euro, plus 20,7 Prozent |
| Konzernumsatz | 3,424 Milliarden Euro, plus 20,8 Prozent |
| Bereinigtes EBIT | 204,8 Millionen Euro, nach 185,5 Millionen Euro |
| Bereinigte EBIT-Marge | 6,0 Prozent, nach 6,5 Prozent |
| Nettogewinn | 73,8 Millionen Euro, nach 96,6 Millionen Euro |
| B2C-Umsatz | 3,099 Milliarden Euro |
| B2C-EBIT | 164,1 Millionen Euro, nach 173,7 Millionen Euro |
| B2B-Umsatz | 334,7 Millionen Euro, plus 27,6 Prozent |
| B2B-EBIT | 40,7 Millionen Euro, nach 11,4 Millionen Euro |
| B2B-Marge | 12,2 Prozent, nach 4,3 Prozent |
| Aktive Kunden | 62,5 Millionen, plus 18,3 Prozent |
| Bestellungen | 77,5 Millionen, nach 65,0 Millionen |
| Durchschnittlicher Warenkorb | 63,40 Euro, nach 61,60 Euro |
| ABOUT-YOU-Synergien | Mehr als 10 Millionen Euro im zweiten Quartal |
| Prognose 2026 | GMV und Umsatz in der unteren Hälfte der Wachstumsspanne von 12 bis 17 Prozent |
| EBIT-Prognose 2026 | 680 bis 720 Millionen Euro |
| Nächster Bericht | Ergebnisse zum dritten Quartal am 3. November 2026 |
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