The Platform Group: 73 Prozent des Wachstums sind organisch
Die Zahlen zu The Platform Group Q2 2026 zeigen ein differenzierteres Bild als die Halbjahresmeldung vermuten lässt. Während das Handelsvolumen im zweiten Quartal weiter deutlich zulegte, lag der Nettoumsatz rechnerisch leicht unter dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig wächst der Konzern zunehmend aus dem bestehenden Plattformportfolio statt allein durch neue Übernahmen.
📌 Auf einen Blick
Für The Platform Group Q2 2026 ergibt sich rechnerisch ein GMV von rund 350,2 Mio. Euro und ein Nettoumsatz von 177,9 Mio. Euro. Das GMV stieg damit um gut 18 Prozent, während der Umsatz etwa 2,4 Prozent unter Vorjahr lag. Im gesamten ersten Halbjahr kamen 73 Prozent des Umsatzwachstums organisch zustande.
The Platform Group Q2 2026 mit weiter wachsendem GMV
Inhaltsverzeichnis
The Platform Group veröffentlicht für das zweite Quartal keine vollständig separate Ergebnisrechnung. Aus den vorgelegten Halbjahreszahlen und den bereits bekannten Q1-Werten lassen sich die wichtigsten Kennzahlen für The Platform Group Q2 2026 jedoch ableiten.
Das Gross Merchandise Volume, kurz GMV, lag demnach bei rund 350,2 Millionen Euro. Im zweiten Quartal 2025 waren es rechnerisch etwa 295,8 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von rund 18,4 Prozent.
Beim Umsatz sieht die Entwicklung weniger dynamisch aus. Für das zweite Quartal ergibt sich ein Nettoumsatz von rund 177,9 Millionen Euro nach etwa 182,2 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Damit ging der Umsatz rechnerisch um rund 2,4 Prozent zurück.
Das bereinigte EBITDA entwickelte sich dagegen positiv. Es stieg nach den verfügbaren Zahlen von rund 17,4 auf etwa 19,0 Millionen Euro. Damit verbesserte sich auch die rechnerische EBITDA-Marge.
Starkes erstes Quartal prägt die Halbjahreszahlen
Der Unterschied zwischen Quartal und Halbjahr ist für die Einordnung wichtig. Im ersten Quartal 2026 hatte The Platform Group den Nettoumsatz noch um mehr als 50 Prozent auf 243,1 Millionen Euro gesteigert.
Dadurch fällt das gesamte erste Halbjahr deutlich stärker aus als The Platform Group Q2 2026 für sich betrachtet. Von Januar bis Juni stieg das GMV um 20,9 Prozent auf 788,6 Millionen Euro. Der Nettoumsatz erhöhte sich um 22,7 Prozent auf 421,0 Millionen Euro.
Das bereinigte EBITDA legte ebenfalls um 22,5 Prozent auf 40,8 Millionen Euro zu. Der operative Cashflow erhöhte sich um 16,3 Prozent auf 26,8 Millionen Euro.
Die Halbjahreszahlen sind damit robust. Sie zeigen aber zugleich, dass sich das außergewöhnlich hohe Umsatzwachstum des ersten Quartals im zweiten Quartal nicht fortgesetzt hat.
73 Prozent des Wachstums stammen aus dem Bestand
Für die strategische Einordnung ist eine andere Kennzahl wichtiger als der reine Umsatz. Nach Angaben des Unternehmens kamen im ersten Halbjahr 2026 rund 73 Prozent des Umsatzwachstums organisch zustande. Im Vorjahreszeitraum waren es 59 Prozent.
Der Nettoumsatz stieg im ersten Halbjahr um insgesamt 78 Millionen Euro. Überträgt man den genannten Anteil auf diesen Zuwachs, stammen rechnerisch etwa 57 Millionen Euro zusätzlichen Umsatzes aus dem bestehenden Geschäft.
Das ist für The Platform Group relevant, weil Übernahmen in den vergangenen Jahren einen wesentlichen Teil der Wachstumsstrategie ausmachten. Das Management will 2026 stärker auf operative Skalierung, zusätzliche Partner und die Weiterentwicklung vorhandener Plattformen setzen.
Auch beim Partnerwachstum soll der größere Teil inzwischen organisch entstehen. Damit verschiebt sich der Prüfstein: Nicht mehr allein die Zahl neuer Akquisitionen zählt, sondern die Frage, ob die bestehenden Beteiligungen dauerhaft mehr Handelsvolumen und Ergebnis erzeugen.
Kundenbasis wächst schneller als die Bestellungen
Parallel dazu legten mehrere operative Kennzahlen deutlich zu. Die Zahl der aktiven Kunden stieg innerhalb eines Jahres um 35,5 Prozent von 6,2 auf 8,4 Millionen.
Die Anzahl der Bestellungen erhöhte sich um 17 Prozent auf 6,2 Millionen. Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Warenkorb von 124 auf 129 Euro.
Die Zahl der angeschlossenen Partner erreichte 17.683 und lag damit 12,1 Prozent über dem Vorjahreswert.
Gerade im Kontext von The Platform Group Q2 2026 ist die Kombination bemerkenswert: Das Handelsvolumen wächst, obwohl der ausgewiesene Quartalsumsatz leicht zurückgeht. Das deutet darauf hin, dass sich Produktmix, Geschäftsmodell oder Umsatzrealisierung innerhalb des Plattformportfolios verschieben.
Consumer Goods wächst, Freight Goods bleibt schwach
Die Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche ist uneinheitlich. Consumer Goods war im ersten Halbjahr der wichtigste Wachstumstreiber. Das GMV stieg dort um 25,1 Prozent auf 570,6 Millionen Euro, der Umsatz um 29,4 Prozent auf 281,1 Millionen Euro.
Anders sieht es bei Freight Goods aus. Das GMV sank um 3,1 Prozent, der Umsatz ging um 5 Prozent auf 51,6 Millionen Euro zurück. Auch das bereinigte EBITDA entwickelte sich rückläufig.
Das Management hat für diesen Bereich bereits Gegenmaßnahmen angekündigt. Mit der übernommenen Möbelplattform Cocoli soll das Geschäft zusätzlich verbreitert werden.
Die Zahlen zeigen damit auch die Kehrseite eines diversifizierten Plattformportfolios: Starke Segmente können schwächere Bereiche kompensieren, deren operative Probleme verschwinden dadurch aber nicht.
Bruttomarge sinkt trotz höherem EBITDA
Eine weitere Auffälligkeit ist die Bruttomarge. Sie lag im ersten Halbjahr 2026 bei 34,1 Prozent und damit unter dem aktuell ausgewiesenen Vorjahresvergleichswert von 36,5 Prozent.
Gleichzeitig verbesserten sich mehrere Kostenquoten. Die Marketingkostenquote sank auf 5,8 Prozent, die Vertriebskostenquote auf 7,2 Prozent und die Personalkostenquote auf 4,5 Prozent.
Das bereinigte EBITDA konnte deshalb nahezu im gleichen Tempo wie der Umsatz wachsen. Beim Nettoergebnis ist diese Dynamik allerdings nicht zu sehen. Das Konzernergebnis stieg lediglich von 33,3 auf 33,5 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie sank von 1,55 auf 1,34 Euro.
Prognose für 2026 bleibt bestehen
The Platform Group hält an der Jahresprognose fest. Für 2026 erwartet das Unternehmen ein GMV von rund 1,7 Milliarden Euro, einen Nettoumsatz von etwa einer Milliarde Euro und ein bereinigtes EBITDA zwischen 70 und 80 Millionen Euro.
Nach 421 Millionen Euro Umsatz im ersten Halbjahr müssten im zweiten Halbjahr damit rund 579 Millionen Euro hinzukommen. Saisonale Effekte können einen Teil dieses Unterschieds erklären, dennoch liegt die operative Messlatte hoch.
Nicht berücksichtigt ist dabei die geplante Übernahme des Pharmagroßhändlers AEP. Nach einem Vollzug würde sich die Größenordnung des Konzerns erheblich verändern.
The Platform Group Q2 2026 zeigt die neue Herausforderung
The Platform Group Q2 2026 liefert deshalb ein differenzierteres Bild als die reine Halbjahresbetrachtung. Das GMV wächst deutlich, das EBITDA legt zu und ein größerer Anteil des Wachstums stammt inzwischen aus dem bestehenden Portfolio.
Beim Umsatz war im zweiten Quartal dagegen keine Fortsetzung der hohen Q1-Dynamik zu sehen. Genau daran dürfte sich die Strategie in den kommenden Quartalen messen lassen müssen: weniger daran, wie viele Unternehmen TPG kauft, sondern daran, ob die vorhandenen Plattformen dauerhaft mehr Volumen, Umsatz und Ergebnis erzeugen.
Faktenbox
| The Platform Group Q2 2026 und H1 2026 | |
|---|---|
| GMV Q2 2026 | rund 350,2 Mio. Euro, rechnerisch +18,4 % |
| Nettoumsatz Q2 2026 | rund 177,9 Mio. Euro, rechnerisch −2,4 % |
| Bereinigtes EBITDA Q2 2026 | rund 19,0 Mio. Euro, rechnerisch +9,2 % |
| GMV H1 2026 | 788,6 Mio. Euro, +20,9 % |
| Nettoumsatz H1 2026 | 421,0 Mio. Euro, +22,7 % |
| Bereinigtes EBITDA H1 2026 | 40,8 Mio. Euro, +22,5 % |
| Operativer Cashflow H1 | 26,8 Mio. Euro, +16,3 % |
| Aktive Kunden | 8,4 Mio., +35,5 % |
| Bestellungen | 6,2 Mio., +17,0 % |
| Durchschnittlicher Warenkorb | 129 Euro nach 124 Euro |
| Partner | 17.683, +12,1 % |
| Organischer Anteil am Umsatzwachstum | 73 % |
| Prognose 2026 | 1,7 Mrd. Euro GMV, 1,0 Mrd. Euro Umsatz, 70–80 Mio. Euro bereinigtes EBITDA |
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