Detailhandel Schweiz 2025: Food wächst, Non-Food fällt

Der Detailhandel Schweiz 2025 zeigt laut der Fachdokumentation der GfK ein gespaltenes Bild: Der Gesamtumsatz stieg zwar um 1,0 Prozent auf 104,7 Milliarden Schweizer Franken, doch das Wachstum verteilt sich ungleich. Während der Lebensmittelhandel weiter zulegte, geriet der Non-Food-Bereich stärker unter Druck. Gleichzeitig verschärften Discounter, internationale Anbieter und der grenzüberschreitende Onlinehandel den Wettbewerb.

📌 Auf einen Blick

Der Detailhandel Schweiz 2025 erzielte einen Gesamtumsatz von 104,7 Milliarden Schweizer Franken. Der Food-Bereich wuchs um 2,1 Prozent, der Non-Food-Sektor sank um 2,7 Prozent. Der Onlinehandel legte auf 15,8 Milliarden Schweizer Franken zu, während internationale Plattformen weiter Marktanteile gewannen.

Detailhandel Schweiz 2025
Detailhandel Schweiz 2025

Detailhandel Schweiz 2025 wächst nur auf den ersten Blick stabil

Der Detailhandel Schweiz 2025 konnte nominal zulegen, doch das Plus von 1,0 Prozent steht eher für eine fragile Stabilisierung als für eine breite Erholung. Entscheidend ist die Verschiebung innerhalb der Segmente. Der Lebensmittelhandel blieb der wichtigste Stabilisator des Marktes. Die Umsätze im Food-Sektor stiegen gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent.

Auffällig ist dabei die Entwicklung im stationären Handel. Nachdem die Zahl der Verkaufsstellen seit dem Jahr 2000 um fast 29 Prozent zurückgegangen war, zeigt sich inzwischen wieder ein Wachstum des Filialnetzes. Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch Discounter und große Handelsunternehmen. Der Ausbau kleinerer, näher gelegener Verkaufsstellen passt zu einem veränderten Einkaufsverhalten: Kunden kaufen häufiger, aber in kleineren Mengen.

Für Händler bedeutet das eine klare Verschiebung der Prioritäten. Nähe, Preiswahrnehmung und Verfügbarkeit gewinnen an Bedeutung. Große Flächen allein sind kein Vorteil mehr, wenn sie nicht klar positioniert sind.

Detailhandel Schweiz 2025
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Food legt zu, Non-Food verliert an Boden

Während Food im Detailhandel Schweiz 2025 weiter wächst, bleibt der Non-Food-Bereich problematisch. Nach einer nahezu stagnierenden Entwicklung im Vorjahr sank der Umsatz 2025 um 2,7 Prozent. Der Rückgang ist nicht nur Ausdruck einer schwächeren Nachfrage, sondern auch Folge struktureller Veränderungen.

Besonders sichtbar wurde dies bei Migros. Das Unternehmen trennte sich im Zuge strategischer Anpassungen von mehreren Fachmarktbereichen. Bike World wurde im März 2025 an Thömus verkauft, OBI Schweiz im April 2025 an die OBI-Gruppe. Die Do-it + Garden-Filialen wurden geschlossen. Micasa wurde im September 2025 im Rahmen eines Management Buy Outs übernommen.

Diese Entwicklung zeigt, dass Breite im Sortiment nicht automatisch Stärke bedeutet. Wer viele Formate parallel betreibt, erhöht Komplexität und bindet Kapital. Im Non-Food-Handel zählt stärker denn je, ob ein Format klar genug positioniert ist, um gegen Preiswettbewerb, Onlinehandel und neue Anbieter zu bestehen.

Rossmann und Action erhöhen den Druck im Markt

Der Detailhandel Schweiz 2025 wurde auch durch neue internationale Anbieter geprägt. Rossmann startete im Dezember 2024 im Schweizer Markt, Action folgte im April 2025. Beide Unternehmen stehen für preisorientierte Konzepte und treffen damit auf ein Marktumfeld, in dem Kaufkraft zwar vorhanden ist, Preisbewusstsein aber zunimmt.

Für etablierte Händler ist das unbequem. Sie konkurrieren nicht nur mit lokalen Wettbewerbern, sondern zunehmend mit Unternehmen, die ihre Expansion über schlanke Sortimente, aggressive Preismodelle und hohe Frequenz organisieren. Der Schweizer Markt bleibt attraktiv, aber er wird weniger gemütlich. Wer sich auf gewachsene Marktpositionen verlässt, dürfte es schwerer haben.

Detailhandel Schweiz 2025
Detailhandel Schweiz 2025

Onlinehandel Schweiz wächst weiter

Der Onlinehandel blieb auch 2025 ein Wachstumstreiber. Der B2C-Umsatz stieg um 900 Millionen Schweizer Franken auf 15,8 Milliarden Schweizer Franken. Damit verschiebt sich im Detailhandel Schweiz 2025 ein weiterer Teil der Nachfrage in digitale Kanäle.

Käufe über .ch-Domains nahmen um 6 Prozent zu. Davon profitierten vor allem lokale Pure Player. Gleichzeitig wuchs der grenzüberschreitende Onlinehandel um 8 Prozent. Besonders ausländische Anbieter, darunter chinesische Plattformen, gewannen weiter an Bedeutung. Das Wachstum des Cross-Border-Geschäfts verlangsamte sich zwar im Vergleich zum Vorjahr, bleibt aber ein struktureller Belastungsfaktor für Schweizer Händler.

Die Diskussionen rund um Temu und Shein zeigen, dass es nicht nur um günstige Produkte geht. Im Kern stehen Fragen zu Regulierung, Zoll, Produktstandards, Nachhaltigkeit und fairen Wettbewerbsbedingungen. Für lokale Händler ist das eine doppelte Herausforderung: Sie müssen preislich sichtbar bleiben und gleichzeitig Vertrauen, Service und Verlässlichkeit stärker ausspielen.

Klare Positionierung entscheidet über Wettbewerbsfähigkeit

Der Detailhandel Schweiz 2025 macht deutlich, dass Wachstum allein wenig über die tatsächliche Lage im Markt aussagt. Food stabilisiert, Non-Food sortiert sich neu, Onlinehandel verschiebt Kaufströme. Für 2026 bleiben klare Sortimente, ein belastbares Kerngeschäft und eine enge Kundenorientierung zentrale Aufgaben.

Auch Social Commerce dürfte weiter an Bedeutung gewinnen. Die hohe Interaktion der Generation Z schafft Reichweite, während Kaufabschlüsse häufig von der Generation Y kommen. Für Händler reicht Sichtbarkeit auf digitalen Plattformen jedoch nicht aus. Entscheidend bleibt, ob Sortiment, Preis, Logistik und Vertrauen zusammenpassen.

Der Schweizer Detailhandel wächst also weiter, aber nicht gleichmäßig. Das Jahr 2025 war kein Einbruch, aber auch kein Entwarnungssignal. Es war ein Stresstest für Geschäftsmodelle, die lange von stabilen Marktstrukturen profitiert haben.

Faktenbox

Detailhandel Schweiz 2025
Gesamtumsatz104,7 Milliarden Schweizer Franken
Wachstum GesamtmarktPlus 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr
Food-SektorPlus 2,1 Prozent; Wachstum trotz intensivem Preiswettbewerb
FilialentwicklungNach einem Rückgang der Verkaufsstellen seit 2000 um fast 29 Prozent wächst das Filialnetz wieder
Treiber im Food-HandelExpansion von Discountern und Großverteilern, mehr kleinere Einkäufe
Non-Food-SektorMinus 2,7 Prozent nach nahezu stagnierendem Vorjahr
Strukturelle VeränderungenMigros trennte sich von mehreren Fachmarktbereichen, darunter Bike World, OBI Schweiz, Do-it + Garden und Micasa
Neue MarktteilnehmerRossmann startete im Dezember 2024, Action folgte im April 2025
OnlinehandelB2C-Umsatz stieg um 900 Millionen auf 15,8 Milliarden Schweizer Franken
.ch-DomainsKäufe über Schweizer Domains nahmen um 6 Prozent zu
Cross-Border-CommerceGrenzüberschreitender Onlinehandel wuchs um 8 Prozent
Einordnung für 2026Klare Sortimente, Kerngeschäft, Kundenorientierung und digitale Kanäle gewinnen weiter an Bedeutung