ISPC 2026

Donnerstag, 10. September 2026 - bis Freitag, 11. September 2026
Ort: Windisch, Schweiz

Am 10. September 2026 bringt die Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg-Windisch den E-Commerce Best Practice Day und ISPC 2026 zusammen. Vier parallele Tracks sollen Forschung, KI-Anwendungen, Plattformstrategien und Erfahrungen aus dem Onlinehandel verbinden. Das breite Programm liefert viele Ansatzpunkte, zwingt Teilnehmer aber auch zu klaren Prioritäten.

📌 Auf einen Blick

Der E-Commerce Best Practice Day findet am 10. September 2026 von 8:30 bis 20:00 Uhr im Campussaal der FHNW statt. Geplant sind 37 Vorträge in vier Tracks; ISPC 2026 bildet den wissenschaftlichen Teil und wird als eigenständige Konferenz am 11. September hybrid fortgesetzt.

ISPC 2026
ISPC 2026

ISPC 2026 wird Teil eines größeren Konferenztags

Die sechste International Scientific-Practical Conference ist 2026 enger mit dem E-Commerce Best Practice Day der FHNW verzahnt. Am ersten Konferenztag läuft der Scientific Track parallel zu den Themenfeldern E-Commerce, AI & Agentic Commerce sowie Marketplaces & Platforms. Damit treffen akademische Beiträge nicht in einem abgeschlossenen Fachkreis aufeinander, sondern stehen unmittelbar neben Praxisvorträgen von Händlern, Technologieanbietern und Plattformunternehmen.

Im wissenschaftlichen Track sprechen unter anderem Richard Geibel von der IU Internationalen Hochschule, Knut Hinkelmann von der FHNW, Marc Peter von der HES-SO, Mario Fischer von der THWS Würzburg und Falk Uebernickel von der ZHAW. Weitere Beiträge kommen von Christian Lucas, Cristina Völkl-Wolf und Anna Sommer. ISPC 2026 setzt damit auf eine Mischung aus digitalem Management, künstlicher Intelligenz und anwendungsorientierter Forschung.

Die Verbindung ist grundsätzlich sinnvoll: Forschung erhält Zugang zu konkreten Problemen aus dem Handel, während Unternehmen Ergebnisse jenseits von Produktpräsentationen einordnen können. Der bloße Wechsel zwischen Theorie und Praxis garantiert allerdings noch keinen Erkenntnisgewinn. Entscheidend wird sein, ob Modelle, Daten und Fallbeispiele nachvollziehbar offengelegt werden oder ob bekannte KI-Thesen nur mit neuen Etiketten versehen werden.

Vier parallele Tracks erhöhen Auswahl und Zeitdruck

Das Programm umfasst 37 Vorträge und beginnt nach Einlass und Kaffee um 9:15 Uhr. Im E-Commerce-Track stehen unter anderem QoQa, Brack, Victorinox, Zalando, Coop Online, NIKIN und Amazon auf dem Programm. Der Marktplatz- und Plattform-Track enthält Beiträge von Worldline, Actindo, CRIF, Ochsner Shoes, Galaxus und dem Shopware-Partner XeroGrafiX.

Im Track AI & Agentic Commerce geht es um generative Inhalte, Produktinformationen, Large Language Models, digitale Verkaufsberater und KI-Agenten. Vertreten sind unter anderem Betty Bossi, seocation, Okitah, Boxalino, CONVOTIS, BSI, VIU, Import Parfümerie, dreamleap und Ochsner Sport.

Die Breite ist zugleich die organisatorische Schwäche des Formats. Da mehrere Vorträge gleichzeitig stattfinden, kann kein Teilnehmer das vollständige Programm verfolgen. „37 Vorträge“ ist daher vor allem eine Angebotszahl, keine realistische persönliche Tagesagenda. Für Händler dürfte es sinnvoller sein, vorab zwei oder drei konkrete Fragestellungen festzulegen, statt zwischen Räumen und Schlagworten zu wechseln.

KI-Themen brauchen mehr als Präsentationsfolien

ISPC 2026 und der Best Practice Day greifen mit generativer KI, Agentic Commerce und Generative Engine Optimization Themen auf, die derzeit in vielen Unternehmenspräsentationen auftauchen. Für Onlinehändler sind jedoch weniger die Begriffe als belastbare Antworten entscheidend: Welche Prozesse werden tatsächlich automatisiert? Welche Datenqualität ist nötig? Wo entstehen neue Kosten, Abhängigkeiten und Haftungsrisiken? Und welche Anwendungen liefern bereits messbare Verbesserungen?

Das Programm bietet dafür eine gute Ausgangslage, weil Forschung, Händler und Dienstleister gleichzeitig vertreten sind. Es birgt aber auch Interessenkonflikte. Technologieanbieter präsentieren naturgemäß Lösungen, während unabhängige Bewertungen von Aufwand, Fehlerquoten oder Folgekosten häufig kürzer ausfallen. Teilnehmer sollten deshalb genau darauf achten, ob Vorträge konkrete Kennzahlen, Grenzen und gescheiterte Versuche benennen. Eine Demo ist noch kein Geschäftsmodell, und ein KI-Agent ersetzt keine saubere Prozessgestaltung.

Präsenzveranstaltung und Hybridkonferenz sind nicht identisch

Bei der Einordnung ist eine wichtige Trennung nötig. Der E-Commerce Best Practice Day findet am 10. September ausschließlich vor Ort im Campussaal in Windisch-Brugg statt. Die ISPC 2026 läuft dagegen am 10. und 11. September und ist als hybride, englischsprachige wissenschaftliche Konferenz angekündigt. Am zweiten Tag stehen weitere Konferenzbeiträge und parallele wissenschaftliche Sessions im Mittelpunkt.

Wer nur den Best Practice Day besucht, nimmt damit nicht automatisch am vollständigen zweitägigen Wissenschaftsprogramm teil. Diese Differenzierung geht in zusammengefassten Veranstaltungsbeschreibungen leicht verloren, ist für Reiseplanung, Sprache und Erwartungsmanagement aber relevant.

Kosten richten sich nach Teilnehmergruppe

Für den E-Commerce Best Practice Day gelten gestaffelte Preise. Teilnehmer der Onlinehändlerbefragung 2026 und Händler aus dem HANDELSVERBAND.swiss zahlen 50 Schweizer Franken. Onlinehändler und Dienstleister aus dem Verband zahlen jeweils 150 Schweizer Franken, externe Dienstleister 300 Schweizer Franken. Für bestimmte Teilnehmer der FHNW, Alumni und Mitarbeiter von Forschungspartnern ist die Veranstaltung kostenlos.

ISPC 2026 selbst wird von der FHNW als kostenfreie wissenschaftliche Konferenz ausgewiesen. Da beide Formate miteinander verbunden sind, sollten Teilnehmer bei der Anmeldung dennoch prüfen, für welchen Veranstaltungsteil ihre Registrierung gilt.

Der Nutzen hängt von der Vorbereitung ab

Der E-Commerce Best Practice Day 2026 bietet einen kompakten Überblick über aktuelle Themen im Schweizer Onlinehandel. Der Mehrwert liegt weniger in der Anzahl der Vorträge als in der Kombination aus Händlererfahrungen, Plattformfragen, KI-Anwendungen und wissenschaftlicher Einordnung. Besonders interessant dürfte der direkte Vergleich zwischen operativen Fallbeispielen und dem Scientific Track werden.

Für Händler ist ISPC 2026 vor allem dann relevant, wenn sie konkrete Fragen zu KI-Einsatz, Plattformabhängigkeit, Datenqualität oder organisatorischer Umsetzung mitbringen. Ohne diese Vorbereitung droht ein langer Konferenztag mit vielen Begriffen, aber wenig übertragbaren Entscheidungen. Mit einem klaren Themenplan kann das Format dagegen helfen, Anbieterbehauptungen, Forschungsergebnisse und eigene Prioritäten besser auseinanderzuhalten.

Faktenbox

ISPC 2026 und E-Commerce Best Practice Day
VeranstaltungenE-Commerce Best Practice Day 2026 und 6th International Scientific-Practical Conference
Best Practice Day10. September 2026, 8:30 bis 20:00 Uhr
ISPC-Konferenz10. und 11. September 2026
VeranstaltungsortFHNW Campus Brugg-Windisch, Bahnhofstrasse 6, 5210 Windisch, Schweiz
Format Best Practice DayPräsenzveranstaltung im Campussaal
Format ISPC 2026Hybride wissenschaftliche Konferenz
VeranstaltungssprachenBest Practice Day auf Deutsch, ISPC-Konferenz auf Englisch
Programm37 Vorträge in vier parallelen Tracks
TracksE-Commerce, Scientific Track, AI & Agentic Commerce sowie Marketplaces & Platforms
ZielgruppenOnlinehändler, Dienstleister, Forscher, Studenten, Alumni und Teilnehmer der Onlinehändlerbefragung
Preise Best Practice DayJe nach Teilnehmergruppe kostenlos oder 50, 150 beziehungsweise 300 Schweizer Franken
ISPC-TeilnahmeLaut FHNW kostenfrei
VeranstalterHochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz mit internationalen Forschungspartnern