Digitaler Produktpass

Datum: Dienstag, 19. Mai 2026
Ort: Webinar

Am 19. Mai 2026 findet eine Fachveranstaltung statt, die sich mit der systematischen Erfassung und Bereitstellung von Informationen über den gesamten Lebenszyklus von Erzeugnissen befasst. Im Zentrum der Online-Veranstaltung steht der Digitaler Produktpass, der als Instrument für mehr Transparenz und Nachhaltigkeit in der Wirtschaft fungieren soll. Experten diskutieren dabei die Anforderungen an die Datenerhebung von der Rohstoffgewinnung bis hin zur finalen Verwertung im Recyclingprozess.

📌 Auf einen Blick

Das Webinar am 19. Mai 2026 beleuchtet die Einführung des Digitalen Produktpasses zur Steigerung der Transparenz in globalen Lieferketten. Fachleute präsentieren technische Realisierungsmöglichkeiten sowie konkrete Anwendungsansätze für Industrie und Handel.

Digitaler Produktpass
Digitaler Produktpass

Einordnung und Zielsetzung des digitalen Instruments

Der Digitaler Produktpass stellt ein Konzept dar, das darauf abzielt, eine lückenlose Dokumentation von Produktinformationen zu ermöglichen. In der Fachwelt wird dieses System häufig als sogenanntes Produktgedächtnis bezeichnet. Ziel ist es, sämtliche relevanten Daten, die während der Produktion, Nutzung und Entsorgung entstehen, zentral oder dezentral abrufbar zu machen. Dies beginnt bereits bei der Gewinnung der Rohstoffe für einzelne Komponenten und erstreckt sich über die Fertigungsprozesse bis hin zum Ende der Lebensdauer eines Objekts.

Die Relevanz dieses Themas ergibt sich aus den steigenden Anforderungen an die Kreislaufwirtschaft. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Informationen über Materialzusammensetzungen, Reparierbarkeit und Umweltauswirkungen bereitzustellen. Der Digitaler Produktpass dient hierbei als technisches Bindeglied zwischen den einzelnen Akteuren der Wertschöpfungskette. Durch die Verfügbarkeit dieser Daten können Prozesse im Recycling optimiert und die Ressourceneffizienz gesteigert werden.

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Technische Realisierung und praktische Anwendung

Ein wesentlicher Schwerpunkt des Webinars liegt auf den technischen Möglichkeiten zur Umsetzung. Die Implementierung eines solchen Systems erfordert standardisierte Schnittstellen und klare Definitionen der zu speichernden Datensätze. Dr. Florian Daiber vom Mittelstand-Digital Zentrum Handel wird in seinem Vortrag aufzeigen, wie die theoretischen Anforderungen in die unternehmerische Praxis überführt werden können. Dabei geht es nicht nur um die reine Datenspeicherung, sondern auch um den sicheren Austausch zwischen Lieferanten, Produzenten und Endverbrauchern.

Aktuelle Praxisansätze zeigen, dass die Integration in bestehende Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP) eine der größten Herausforderungen darstellt. Der Digitaler Produktpass muss so konzipiert sein, dass er für kleine und mittlere Unternehmen handhabbar bleibt. Im Rahmen der Veranstaltung werden daher Lösungswege skizziert, die eine effiziente Datenerfassung ermöglichen, ohne die betrieblichen Abläufe übermäßig zu belasten. Auch die zukünftigen Anwendungsmöglichkeiten, etwa im Bereich der Echtheitszertifizierung oder der automatisierten Sortierung in Recyclinganlagen, werden thematisiert.

Kooperation und Branchenrelevanz

Die Durchführung der Veranstaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem IVSH – Industrieverband Schneid- und Haushaltwaren e.V. Diese Kooperation unterstreicht die Bedeutung, die der Digitaler Produktpass für spezifische Industriezweige hat. Insbesondere in Branchen mit komplexen Materialzusammensetzungen und hohen Qualitätsstandards ist eine präzise Dokumentation der Produktbestandteile erforderlich. Die Teilnahme an der Informationsveranstaltung ist für Interessenten kostenfrei, erfordert jedoch eine vorherige Anmeldung über die bereitgestellten Formulare.

Durch den Austausch zwischen Forschung, Handel und Industrie soll ein gemeinsames Verständnis für die kommenden regulatorischen und technischen Anforderungen geschaffen werden. Der Digitaler Produktpass wird in den kommenden Jahren voraussichtlich zu einem Standardwerkzeug für die Erfüllung europäischer Richtlinien zur Nachhaltigkeit werden. Das Webinar bietet eine Plattform, um sich frühzeitig über diese Entwicklungen zu informieren und die eigenen Datenstrategien entsprechend auszurichten.

Perspektiven für die unternehmerische Praxis

Die Einführung digitaler Informationssysteme entlang der Produktkette wird die Art und Weise, wie Informationen kommuniziert werden, nachhaltig verändern. Unternehmen, die den Digitaler Produktpass frühzeitig in ihre Prozesse integrieren, können von einer verbesserten Transparenz profitieren. Dies betrifft sowohl die interne Optimierung der Lieferketten als auch die Kommunikation gegenüber Kunden, die vermehrt Informationen über die Herkunft und Nachhaltigkeit von Waren fordern.

Abschließend wird im Webinar erörtert, welche nächsten Schritte für Betriebe notwendig sind, um die Bereitschaft für die digitale Transformation der Produktinformationen zu erhöhen. Der Fokus liegt dabei auf der Skalierbarkeit der Lösungen und der Interoperabilität der Systeme. Da der Digitaler Produktpass als dynamisches System angelegt ist, müssen auch Mechanismen für regelmäßige Aktualisierungen der Datenbestände implementiert werden, um über den gesamten Lebenszyklus hinweg valide Aussagen treffen zu können.

Faktenbox

Details zur Veranstaltung
ThemaDigitaler Produktpass in der Produktkette
Datum19. Mai 2026
Uhrzeit09:00 – 10:00 Uhr
ReferentDr. Florian Daiber (Mittelstand-Digital Zentrum Handel)
PartnerIVSH – Industrieverband Schneid- und Haushaltwaren e.V.
KostenKostenfrei (Anmeldung erforderlich)
KerninhalteKonzept, Technik, Praxisansätze, Produktgedächtnis