JD.com 618 zeigt Wachstum bei Services, Offline-Handel und KI
JD.com meldet für das diesjährige Shopping-Event JD.com 618 einen neuen Höchstwert bei der Zahl der Kunden, die Bestellungen aufgegeben haben. Auffällig ist weniger die klassische Rabattschlacht, sondern die Breite der genannten Wachstumsfelder: Dienstleistungen, Offline-Formate, internationale Angebote und KI-gestützte Anwendungen gewinnen deutlich an Gewicht. Konkrete Gesamtumsätze oder ein Gesamt-GMV nennt das Unternehmen allerdings nicht.
📌 Auf einen Blick
Bei JD.com 618 stieg die Zahl der bestellenden Kunden laut Unternehmen auf einen neuen Höchstwert. Besonders stark wuchsen Serviceangebote, Offline-Formate, internationale Geschäfte und KI-Anwendungen; absolute Gesamtumsätze wurden nicht veröffentlicht.
JD.com 618 verschiebt den Fokus über klassische Produktverkäufe hinaus
Inhaltsverzeichnis
Das Shopping-Event JD.com 618 bleibt für JD.com ein wichtiger Belastungstest für Plattform, Logistik und Händlernetzwerk. Nach Unternehmensangaben legte die Zahl der neuen Produktstarts großer Marken im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 500 Prozent zu. Auch die Zahl der neu teilnehmenden kleinen und mittleren Händler stieg um mehr als 62 Prozent. Mehr als 3.000 Händler, die erstmals am Event teilnahmen, überschritten ein Transaktionsvolumen von 1 Million Renminbi, umgerechnet rund 128.000 Euro.
Diese Zahlen zeigen, dass JD.com das Event nicht nur als Verkaufsaktion für etablierte Marken nutzt, sondern auch als Einstiegsfenster für neue Händler. Für den Markt ist das relevant, weil chinesische Plattformen zunehmend nicht mehr nur über Preisaktionen wachsen, sondern über Sortimentstiefe, Serviceintegration und operative Infrastruktur. Die Kehrseite: Ohne Angaben zu Gesamtumsatz, durchschnittlichem Warenkorb oder Marge bleibt offen, wie profitabel dieses Wachstum tatsächlich war.
Services werden bei JD.com 618 zu einem eigenen Wachstumstreiber
Besonders deutlich fiel das Wachstum im Servicegeschäft aus. Das Transaktionsvolumen bei Haushaltsreinigungsdiensten von JD Home Services stieg um mehr als 200 Prozent, bei Reinigungsdiensten für Haushaltsgeräte um mehr als 300 Prozent. JD Health meldete für häusliche Pflege- und Betreuungsleistungen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ein Plus von mehr als 400 Prozent bei den Bestellungen.
Auch die Verknüpfung von Produktkauf und Service wird wichtiger. Bestellungen von Haushaltsgeräten und Wohnprodukten mit integrierter Lieferung und Installation legten um mehr als 120 Prozent zu. Bei Lieferung und Installation von Ladestationen für Elektrofahrzeuge stiegen die Bestellungen um 80 Prozent. Reparaturservices für Zweiräder, darunter E-Bikes und Motorräder, verzeichneten ein Plus von 800 Prozent.
Damit wird JD.com 618 auch zu einem Signal für den Plattformhandel: Der Wettbewerb verlagert sich schrittweise von der reinen Produktauswahl zur Frage, wer Kauf, Lieferung, Installation, Wartung und Nachbetreuung aus einer Hand abbilden kann. Genau hier versucht JD.com, seine Logistik- und Serviceinfrastruktur auszuspielen.
Wachstum bei Elektronik, Haushalt, Mode und Lebensmitteln
Auch in klassischen Produktkategorien meldet JD.com deutliche Zuwächse. Das Transaktionsvolumen bei KI-gestützter Unterhaltungselektronik stieg um 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehr als 1.800 Marken aus den Bereichen Haushaltsgeräte und Wohnen erzielten nach Unternehmensangaben ein Wachstum von mehr als 100 Prozent. Premium-Smartphones legten um 300 Prozent zu, leichte Laptops um 100 Prozent.
JD Super, die Supermarktsparte von JD.com, verzeichnete zweistellige Wachstumsraten bei Transaktionsvolumen und Nutzerzahl. Mehr als 1.000 Marken erreichten ein Transaktionswachstum von über 100 Prozent. Im Modebereich verdoppelten mehr als 2.000 Marken, darunter Uniqlo, ihr Transaktionsvolumen. Zusätzlich meldeten 2.100 kleine und mittlere Modehändler ein Wachstum von mehr als 200 Prozent.
Livestreaming blieb ebenfalls ein relevanter Vertriebskanal. Die gesamte Nutzungszeit für E-Commerce-Livestreams stieg während JD.com 618 um mehr als 100 Prozent. Das zeigt, dass Livestreaming im chinesischen Handel weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Gleichzeitig ist der Kanal stark performancegetrieben und für Händler anspruchsvoll, weil Aufmerksamkeit, Conversion und Content-Produktion dauerhaft organisiert werden müssen.
Offline-Formate ergänzen das Plattformgeschäft
JD.com baut parallel seine stationären Formate weiter aus. JD MALL meldete ein Plus von 22 Prozent bei der Besucherzahl und 32 Prozent bei der Bestellmenge. Mit den ersten Standorten in Shanghai und Hongkong liegt die Zahl der JD MALL-Standorte nun bei mehr als 30. Der neue Standort Shanghai Qibao, eröffnet am 12. Juni, zählte in den ersten drei Tagen mehr als 156.000 Besucher und erzielte einen Umsatz von über 120 Millionen Renminbi, umgerechnet rund 15,3 Millionen Euro.
Auch kleinere und spezialisierte Offline-Formate wuchsen. Mehr als 5.800 Elektronikgeschäfte von JD.com meldeten ein Bestellwachstum von über 100 Prozent. JD Outlet steigerte das Transaktionsvolumen um 110 Prozent. Die Besuche in selbst betriebenen JD-Pharmacy-Filialen verfünffachten sich nahezu. Im Automobilservice stieg die Zahl der betreuten Fahrzeuge über mehr als 4.000 eigene JD-Auto-Service-Standorte und mehr als 40.000 Partnerstandorte hinweg um mehr als 50 Prozent.
Für Händler ist diese Entwicklung relevant, weil JD.com damit keine reine Online-Plattform bleibt. Das Unternehmen verknüpft Online-Suche, stationäre Beratung, lokale Services und Logistik. Diese Omnichannel-Strategie erhöht die Reichweite, macht die operative Steuerung aber komplexer.
Internationale Aktivitäten gewinnen an Sichtbarkeit
Im internationalen Geschäft meldete JD.com ebenfalls Wachstum. Das Cross-Border-Importgeschäft JINGDONG Cross-border verkaufte 60 Prozent mehr Produkte als im Vorjahr. Marken wie Royal Salute, Jordan und Chloé erreichten jeweils ein Transaktionswachstum von mehr als 200 Prozent. Google, Rolex und Masata legten jeweils um mehr als das Vierfache zu.
Auch Joybuy, JD.coms europäisches Onlinehandelsgeschäft, spielte während des Zeitraums eine Rolle. Die am 15. Juni gestartete Aktion „Summer Black Friday“ brachte laut Unternehmen am ersten Tag neue Höchstwerte bei bestellenden Nutzern und Bestellvolumen. Mehr als 800 Marken verdoppelten ihr Transaktionsvolumen im Vergleich zum Joybuy-Start im März.
Auf JD Global Sales verdoppelten sich sowohl Nutzerzahl als auch Transaktionsvolumen. Neu eingeführt wurde unter anderem der Direktversand großer Haushaltsgeräte und Möbel nach Singapur, Malaysia, Vietnam und Thailand. In diesen Kategorien stieg der Umsatz um mehr als das Sechsfache. Damit wird JD.com 618 auch zu einem Schaufenster für die internationale Expansion des Konzerns.
KI wird zum Verkaufsargument und zum Werkzeug für Händler
JD.com bezeichnet das diesjährige Event als erste 618-Aktion, bei der KI über alle wichtigen Geschäftsszenarien hinweg eingesetzt wurde. Das Unternehmen nennt mehr als 3.000 Anwendungsszenarien in Handel, Logistik, Gesundheit, Industrie, Lebensmittellieferung und Haushaltsservices.
Auf Produktseite wurden fast 100 neue Smart-Hardware-Produkte mit JoyInside vorgestellt, einem KI-Agenten für vernetzte Hardware. Die Zahl neu verbundener Geräte verdreifachte sich. KI-Produkte wie AI-Brillen, AI-PCs, große AI-Smartphones und Lerngeräte steigerten ihr Transaktionsvolumen um 100 Prozent. AI-Mini-Workstations und AI-Sensorgeräte wuchsen um mehr als das Zwanzigfache. Auch humanoide Roboter und Exoskelett-Roboter legten deutlich zu.
Für Händler bietet JD.com ebenfalls KI-Werkzeuge an. JoyStreamer, eine Lösung für digitale Avatar-Livestreams, wurde im Tagesdurchschnitt von 500 Prozent mehr Händlern genutzt als im Vorjahr. Der darüber erzielte kumulierte GMV stieg um 100 Prozent, die Order-Conversion um 77 Prozent. Der Design-Agent Oxygen Vision unterstützte die Erstellung von Bildern, Texten und Videos und soll die operative Effizienz der Händler um mehr als das Zehnfache verbessert haben.
Was die Zahlen zu JD.com 618 wirklich zeigen
Die Zahlen zu JD.com 618 zeigen weniger ein einzelnes Rabattfestival als einen Umbau des Plattformmodells. JD.com stellt Services, Offline-Handel, internationale Expansion und KI stärker in den Vordergrund. Das passt zur Entwicklung im chinesischen E-Commerce, wo Wachstum nicht mehr allein aus mehr Produktauswahl und niedrigeren Preisen entsteht.
Gleichzeitig bleibt die Einordnung begrenzt. JD.com nennt viele relative Wachstumsraten, aber keine vollständigen Gesamtumsätze, keine Margenentwicklung und keine Vergleichsbasis für alle Kategorien. Gerade bei hohen Wachstumsraten in neuen Segmenten können niedrige Ausgangswerte eine wichtige Rolle spielen. Für Händler, Marken und Wettbewerber ist die Botschaft dennoch klar: Plattformen werden breiter, serviceorientierter und technologischer. Wer dort erfolgreich verkaufen will, muss mehr beherrschen als Sortiment, Preis und Verfügbarkeit.
Faktenbox
| JD.com 618 2026 im Überblick | |
|---|---|
| Zeitraum | Abschluss der 618 Grand Promotion am 18. Juni 2026 um 23:59 Uhr |
| Zentrales Ergebnis | Neuer Höchstwert bei der Zahl der Kunden, die Bestellungen aufgegeben haben |
| Händlerbeteiligung | Mehr als 62 Prozent mehr neue kleine und mittlere Händler nahmen teil |
| Neue Produktstarts | Die Zahl neuer Produkteinführungen großer Marken stieg um mehr als 500 Prozent |
| Erstteilnehmende Händler | Mehr als 3.000 Händler überschritten jeweils ein Transaktionsvolumen von 1 Million Renminbi, umgerechnet rund 128.000 Euro |
| Servicegeschäft | Haushaltsreinigung plus 200 Prozent, Reinigung von Haushaltsgeräten plus 300 Prozent, häusliche Pflege plus 400 Prozent |
| Offline-Handel | JD MALL meldete 22 Prozent mehr Besucher und 32 Prozent mehr Bestellungen |
| JD MALL Shanghai Qibao | Mehr als 156.000 Besucher und über 120 Millionen Renminbi Umsatz in den ersten drei Tagen, umgerechnet rund 15,3 Millionen Euro |
| Internationales Geschäft | Cross-Border-Importe verkauften 60 Prozent mehr Produkte; JD Global Sales verdoppelte Nutzerzahl und Transaktionsvolumen |
| KI-Nutzung | KI-Anwendungen wurden laut JD.com in mehr als 3.000 Szenarien eingesetzt |
| Einordnung | JD.com nennt viele Wachstumsraten, aber keine vollständigen Gesamtumsätze oder Margenangaben |
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