Wero Onlinezahlungen starten bei ING Deutschland
Wero Onlinezahlungen erreichen den nächsten Anwendungsfall bei ING Deutschland. Kunden der Bank können Wero nun nicht mehr nur für Zahlungen zwischen Privatpersonen nutzen, sondern auch bei teilnehmenden Onlinehändlern bezahlen. Damit verlässt der europäische Bezahldienst schrittweise die Komfortzone der Peer-to-Peer-Zahlungen und muss sich dort beweisen, wo Zahlungsarten an Preis, Reichweite und Gewohnheit gemessen werden: im Onlinehandel.
📌 Auf einen Blick
Wero Onlinezahlungen sind für ING-Kunden im E-Commerce verfügbar. Mehr als 600.000 ING-Kunden haben Wero bereits aktiviert, das entspricht rund 15 Prozent der Girokontoinhaber. Erste Händler wie Eventim sind angebunden, IKEA Deutschland und der Lidl-Onlineshop sollen folgen.
Wero Onlinezahlungen erweitern den Einsatzbereich
Inhaltsverzeichnis
ING Deutschland hat Wero seit August 2025 in die eigene App integriert. Bislang lag der Schwerpunkt auf Echtzeitüberweisungen zwischen Privatpersonen. Mit Wero Onlinezahlungen kommt nun ein weiterer Nutzungsfall hinzu: Kunden können bei teilnehmenden Onlinehändlern direkt aus dem Girokonto heraus bezahlen. Der Umweg über internationale Wallets oder klassische Kartensysteme soll dabei entfallen.
Für den deutschen Zahlungsmarkt ist das mehr als eine technische Ergänzung in einer Banking-App. Wero steht für den Versuch, eine europäische Zahlungsinfrastruktur aufzubauen, die nicht vollständig von US-amerikanischen Kartenanbietern, Wallets oder Plattformen abhängig ist. Der Anspruch ist politisch wie wirtschaftlich nachvollziehbar. Entscheidend bleibt jedoch, ob Händler und Kunden den zusätzlichen Button im Checkout tatsächlich nutzen.
Konto-zu-Konto-Zahlung statt Wallet-Logik
Wero basiert auf Echtzeitüberweisungen von Konto zu Konto. Transaktionen sollen innerhalb von zehn Sekunden abgewickelt werden. Kundendaten bleiben nach Angaben der Anbieter bei den jeweiligen Banken und werden nicht an Drittanbieter weitergegeben. Damit positioniert sich Wero als europäische Alternative in einem Markt, der seit Jahren von Kreditkarten, PayPal, Apple Pay und Google Pay geprägt wird.
Der Vorteil für Kunden liegt in der direkten Abwicklung über das eigene Girokonto. Für Händler kann eine Konto-zu-Konto-Zahlung interessant sein, wenn sie Kosten, Abwicklung und Zahlungssicherheit verbessern kann. Noch ist aber offen, wie breit die Akzeptanz im Alltag tatsächlich wird. Eine Zahlungsart ist im E-Commerce nur dann relevant, wenn sie an genügend Kassen erscheint und dort ohne Reibung funktioniert.
ING meldet 600.000 aktivierte Wero-Nutzer
Nach Angaben von ING Deutschland haben rund 600.000 Kunden Wero bereits aktiviert. Das entspricht etwa 15 Prozent der Girokontoinhaber. Die Bank sieht Wero als Bestandteil des Girokontos und als zusätzliche Wahlmöglichkeit im täglichen Zahlungsverkehr.
Um die Aktivierung zu vereinfachen, hat ING die Produktbedingungen für Wero in die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Girokontos integriert. Bei einer Kontoeröffnung wird die Zustimmung zur Wero-Nutzung damit in den Kontoeröffnungsprozess eingebunden. Das senkt Hürden, wirft aber zugleich die bekannte Frage auf, wie bewusst Nutzer neue Zahlungsfunktionen wahrnehmen, wenn sie in breitere Vertragswerke integriert werden.
Erste Händler und nächste Schritte im stationären Handel
Onlinezahlungen mit Wero sind unter anderem bei Eventim möglich. IKEA Deutschland und der Lidl-Onlineshop sollen folgen. Damit zielt Wero auf Händler mit hoher Reichweite und regelmäßiger Nutzung. Genau dort entscheidet sich, ob aus einem europäischen Infrastrukturprojekt eine praktische Zahlungsoption wird.
Parallel arbeitet das Wero-Umfeld an weiteren Einsatzfeldern. Der Zahlungsanbieter Hectronic integriert Wero in seine Lösungen für Laden, Parken und Tanken. Dabei erzeugt die Hardware einen dynamischen QR-Code, den Nutzer mit der Banking- oder Wero-App scannen und anschließend bestätigen. Der Ansatz soll auch das Risiko manipulierter statischer QR-Codes reduzieren, weil der Code für jede Zahlung neu erzeugt wird.
Warum Wero Onlinezahlungen noch Akzeptanzarbeit leisten müssen
Wero Onlinezahlungen kommen in einem Markt, in dem Nutzer bereits eingeübte Zahlungsgewohnheiten haben. Komfort, Käuferschutz, Rückerstattung, Händlerabdeckung und mobile Bedienung werden darüber entscheiden, ob Wero mehr wird als ein europäischer Pflichttermin für Banken.
Für Händler ist die Entwicklung dennoch relevant. Wenn Wero breiter ausgerollt wird, entsteht eine zusätzliche direkte Zahlungsoption im Checkout. Für Kunden bedeutet das mehr Auswahl, aber nicht automatisch mehr Einfachheit. Der eigentliche Test beginnt daher nicht mit der technischen Freischaltung bei ING, sondern mit der Frage, ob Wero im Warenkorb als naheliegende Zahlungsart wahrgenommen wird.
Faktenbox
| Wero Onlinezahlungen im Überblick | |
|---|---|
| Thema | ING Deutschland erweitert Wero um Onlinezahlungen im E-Commerce |
| Start | 3. Juni 2026 |
| Bisheriger Schwerpunkt | Peer-to-Peer-Zahlungen zwischen Privatpersonen über die ING-App |
| Neuer Einsatzbereich | Onlinezahlungen bei teilnehmenden Händlern direkt aus dem Girokonto |
| Aktivierte Nutzer bei ING | Mehr als 600.000 Kunden, rund 15 Prozent der Girokontoinhaber |
| Technische Grundlage | Konto-zu-Konto-Zahlungen auf Basis von Echtzeitüberweisungen |
| Transaktionsdauer | Nach Anbieterangaben innerhalb von zehn Sekunden |
| Erste Händler | Eventim ist genannt, IKEA Deutschland und der Lidl-Onlineshop sollen folgen |
| Nächster Entwicklungsschritt | Einführung am Point of Sale im stationären Handel |
| Einordnung | Wero ist Teil der European Payments Initiative und soll eine europäische Zahlungsinfrastruktur stärken |
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