Wero Online-Zahlungen starten in Belgien: ING, KBC und BNP Paribas Fortis machen den Anfang
Die European Payments Initiative (EPI) hat die Einführung der Wero Online-Zahlungen in Belgien bekannt gegeben. Nach der Etablierung von Transaktionen zwischen Privatpersonen steht die digitale Bezahllösung nun auch für Einkäufe im Internet zur Verfügung. Zum Start kooperieren erste Banken und bekannte Einzelhändler, um die Abwicklung von Transaktionen im E-Commerce über das europäische System anzubieten.
📌 Auf einen Blick
Die Wero Online-Zahlungen in Belgien starten offiziell für den E-Commerce. Unterstützt durch Banken wie ING, KBC und BNP Paribas Fortis können Nutzer bei ersten Händlern wie Ahold Delhaize und Bpost bezahlen. Die Integration erfolgt über eine API-basierte Infrastruktur, während für die zweite Jahreshälfte 2026 weitere Banken und Länder folgen sollen.
Einführung der Wero Online-Zahlungen in Belgien im Einzelhandel
Inhaltsverzeichnis
Die European Payments Initiative, ein Zusammenschluss verschiedener europäischer Finanzinstitute, treibt den Ausbau ihrer eigenen Zahlungslösung weiter voran. Mit der Aktivierung der Wero Online-Zahlungen in Belgien erreicht das Projekt eine weitere Stufe in der geplanten Bereitstellung einer europäischen Alternative zu etablierten internationalen Bezahlsystemen. Bislang konnten Nutzer in Belgien die Anwendung vorrangig für Überweisungen zwischen Privatpersonen sowie für das Begleichen von Rechnungen nutzen.
Nun wird das System auf den E-Commerce ausgeweitet. Belgien ist dabei der zweite nationale Markt nach Deutschland, in dem diese Funktion für den digitalen Handel freigeschaltet wird. Die deutsche Markteinführung fand bereits Ende des Jahres 2025 statt. Die EPI zielt mit diesem Schritt darauf ab, den rund 51,8 Millionen potenziellen Nutzern in Europa eine einheitliche Lösung für den Zahlungsverkehr anzubieten.
Die Einführung stützt sich auf eine wachsende Nachfrage nach digitalen Bezahlmethoden. Laut einer im September 2025 durchgeführten Umfrage des Marktforschungsinstituts Kantar unter 1.000 Befragten in Belgien geben 65 Prozent an, dass sie diese neue Zahlungsmethode nutzen möchten. Davon sind 20 Prozent sicher, dass sie das System in ihren Alltag integrieren werden. Ferner nutzen bereits 42 Prozent der Befragten überwiegend digitale Verfahren für ihre Einkäufe im Internet. Die Daten verdeutlichen eine strukturelle Veränderung im Zahlungsverhalten der Verbraucher. 41 Prozent der belgischen Konsumenten gehen davon aus, dass mobile Bezahl-Apps zum Standard werden. In der Altersgruppe der unter 25-Jährigen zeigt sich eine hohe Akzeptanzbereitschaft, da hier 57 Prozent der Befragten fest mit einer Nutzung solcher Anwendungen rechnen.
Beteiligte Finanzinstitute und stufenweiser Ausbau
Die technische und administrative Basis für die Wero Online-Zahlungen in Belgien wird in der aktuellen Einführungsphase von drei großen Finanzinstituten bereitgestellt. Die Kunden von ING, KBC und BNP Paribas Fortis können die E-Commerce-Funktion ab sofort nutzen. In den darauffolgenden Wochen wird die Bank Belfius das System ebenfalls in ihre Infrastruktur integrieren. Für die zweite Jahreshälfte 2026 ist eine weitreichende Ausweitung auf weitere Marktteilnehmer terminiert.
Zu den Instituten, die dann die Funktionen für Transaktionen zwischen Privatpersonen sowie für den Online-Handel freischalten werden, gehören Argenta, die Bank Van Breda, Beobank, Bunq, Crelan, Keytrade Bank, Nagelmackers, Revolut und die vdk bank. Weitere Banken sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Die Europäische Zahlungsinitiative wird aktuell von 16 europäischen Banken und Zahlungsdienstleistern unterstützt und zählt mehr als 25 Mitglieder, wobei der Beitritt von rund 30 weiteren Akteuren in Europa geplant ist.
Die Initiative betont, dass bei der Entwicklung der Infrastruktur Wert auf die Einhaltung europäischer Datenschutzstandards gelegt wird. Die Transaktionsdaten verbleiben innerhalb des europäischen Rechtsraums, was den Schutz vor extraterritorialem Datenzugriff erhöht. Durch die Einbettung in die Banking-Apps der jeweiligen Hausbanken entfällt für die Verbraucher die Notwendigkeit, separate Anwendungen von Drittanbietern zu installieren oder Finanzdaten an externe Dienstleister zu übergeben. Die Direktzahlungen erfolgen in Echtzeit, wodurch sichergestellt wird, dass das Geld unmittelbar vom Konto des Käufers auf das Konto des Händlers transferiert wird.
Akzeptanzstellen und technische Umsetzung für Händler
Für die praktische Anwendung der Wero Online-Zahlungen in Belgien haben bereits verschiedene Einzelhandelsunternehmen und Dienstleister ihre Teilnahme zugesagt. Zu den ersten Händlern, die diese Zahlungsoption auf ihren Plattformen integrieren, zählen die Ahold Delhaize Gruppe, die in Belgien Marken wie bol, Delhaize und Albert Heijn betreibt, sowie Bpost, Just Russel, LIDL, Pairi Daiza und Parfum Dreams. Diese Unternehmen ergänzen die Liste der Händler, die bereits beim Start in Deutschland angekündigt wurden, darunter Air Europa, Decathlon, Dott, Eventim und Veepee. Die Einbindung der neuen Zahlungsmethode in die Systeme der Händler wird durch eine vollständig API-basierte Infrastruktur der EPI realisiert. Dies soll den Registrierungsprozess vereinfachen und eine schnelle Anbindung ermöglichen.
Die technische Abwicklung auf Seiten der Händler wird durch verschiedene Acquirer und Partnerunternehmen sichergestellt. In Belgien unterstützen Worldline und Buckaroo die Händler bei der Integration. Zusätzlich sind Partner wie Doccle, POM, Mollie und Stripe in den Prozess involviert. Händler erhalten durch das System eine sofortige Bestätigung über erfolgreiche Zahlungen, was den Abgleich von Transaktionen und die allgemeine Kontenführung vereinfacht. Gleichzeitig zielt die direkte Zahlungsabwicklung darauf ab, die Abwicklungszeiten zu verkürzen, die Liquidität der Unternehmen zu verbessern und das Risiko von Rückbuchungen zu reduzieren.
Europäische Expansion und zukünftige Funktionen
Die Implementierung der Wero Online-Zahlungen in Belgien ist Teil einer übergeordneten Strategie, die auf eine weitreichende europäische Abdeckung abzielt. Im weiteren Verlauf des Jahres 2026 sollen drei zusätzliche europäische Märkte für den E-Commerce erschlossen werden. Geplant sind Markteinführungen in Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden. In den Niederlanden hat bereits die Migration der etablierten nationalen Lösung iDEAL auf das europäische System begonnen.
Neben der reinen Zahlungsabwicklung im E-Commerce plant die EPI eine kontinuierliche Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten. Langfristig soll das System nicht nur Zahlungen im Internet, sondern auch im stationären Handel ermöglichen. Darüber hinaus ist die Integration von wiederkehrenden Zahlungen für Abonnements vorgesehen. Zu den geplanten Mehrwertdiensten gehört auch die Einbindung von Kundenbindungsprogrammen der Händler in den Zahlungsprozess. Die Funktionalität soll schrittweise ausgebaut werden, um sowohl einfache Transaktionen als auch komplexere Anwendungsfälle, wie etwa nutzungsabhängige Zahlungen oder die Abwicklung von Ratenzahlungen, abdecken zu können. Dadurch soll eine umfassende Zahlungsarchitektur entstehen, die den europäischen Vorgaben zur Datensicherheit entspricht und die Abhängigkeit von außereuropäischen Zahlungsdienstleistern verringert.
Faktenbox
| EPI & Wero E-Commerce Start (Belgien) | |
|---|---|
| Initiative | European Payments Initiative (EPI) |
| Zahlungssystem | Wero |
| Aktueller Marktstart | Belgien (März 2026) |
| Potenzielle Nutzerbasis | Ca. 51,8 Millionen in Europa |
| Banken zum Start in Belgien | ING, KBC, BNP Paribas Fortis (Belfius folgt zeitnah) |
| Erste belgische Akzeptanzstellen | Ahold Delhaize, Bpost, Just Russel, LIDL, Pairi Daiza, Parfum Dreams |
| Integrierende Acquirer/Partner | Worldline, Buckaroo, Doccle, POM, Mollie, Stripe |
| Geplante Märkte 2026 | Frankreich, Luxemburg, Niederlande |
| onlinemarktplatz.de Newsletter |
|---|
Sparen Sie sich die Suche nach den relevanten Themen. Wir senden Ihnen einmal wöchentlich die meistgelesenen News und wichtigsten Updates direkt in Ihr Postfach. |