Walmart Open Call: Ausweitung der Beschaffungsstrategie auf internationale Märkte

Das US-amerikanische Einzelhandelsunternehmen Walmart hat sein Beschaffungskonzept für lokale Produzenten erfolgreich auf den internationalen Markt übertragen. Walmart Open Call ermöglicht  regionalen Lieferanten den direkten Zugang zu den Einkäufern des Unternehmens. Im Jahr 2025 erreichte diese Initiative einen neuen Umfang, da Veranstaltungen in fast allen internationalen Märkten, in denen der Konzern aktiv ist, durchgeführt wurden. Ziel dieser Strategie ist es, die lokale Wertschöpfung zu erhöhen und länderspezifische Produkte effizient in das bestehende Sortiment zu integrieren.

📌 Auf einen Blick

Der Walmart Open Call wurde im Jahr 2025 auf Märkte in Kanada, Afrika, Chile und Zentralamerika ausgeweitet. In Mexiko wurden dabei über 250 Golden Tickets für Lieferverträge vergeben, während in Chile 85 % der Zusagen an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gingen. Ergänzt wird das Programm durch die kostenlose Supplier Academy zur Professionalisierung der Partner.

Walmart Open Call
Walmart Open Call

Ursprung und Internationalisierung des Formats

Die Grundlage für den heutigen Walmart Open Call wurde bereits im Jahr 2013 in den Vereinigten Staaten gelegt. Unter dem Namen „Open Call“ startete Walmart eine Initiative, um Lieferanten außerhalb der etablierten Strukturen eine klare Anlaufstelle zu bieten. Jason Fremstad, Senior Vice President für Lieferantenentwicklung, verfolgte damit das Ziel, eine „Mentalität der offenen Tür“ zu schaffen. Dies sollte sicherstellen, dass innovative Produkte den Weg in die Regale finden, unabhängig von der Größe des Herstellers.

In den vergangenen zwölf Jahren wurden über dieses Format mehr als 9.000 Gelegenheiten für Verkaufsgespräche realisiert. Die Vergabe eines „Golden Tickets“ stellt dabei die Zusage für eine Listung im Sortiment dar. Nach den Herausforderungen der Pandemie im Jahr 2019 entwickelte das Management das Konzept weiter, um es weltweit anwendbar zu machen. Aus dem nationalen Event entwickelte sich so der Walmart Open Call, der als skalierbare Kapazität für die internationalen Tochtergesellschaften fungiert.

Der Walmart Open Call im Jahr 2025

Das Jahr 2025 stellte für die globale Ausrichtung des Programms einen Meilenstein dar. Erstmals fand der Walmart Open Call in den Märkten Kanada, Afrika und Zentralamerika statt. In Kanada begleitete die Regionalregierung von Ontario die Eröffnung, was die wirtschaftliche Relevanz der Veranstaltung unterstreicht. In Afrika nahmen Produzenten aus zwölf verschiedenen Ländern teil, um ihre Waren für eine mögliche Distribution zu präsentieren.

Das Kernprinzip der Veranstaltungen bleibt dabei konsistent: Die Events finden im jeweiligen Markt für den jeweiligen Markt statt. Dies bedeutet, dass die vorgestellten Produkte im Land der Veranstaltung angebaut, gefertigt oder montiert werden müssen. In Mexiko, wo 2025 bereits die dritte Ausgabe stattfand, konnten über 250 lokale Erzeuger die Einkäufer überzeugen. In Zentralamerika wurde im Juli 2025 zudem ein Format erprobt, bei dem Pitch-Termine in mehreren Ländern gleichzeitig durchgeführt wurden, um die regionale Reichweite zu maximieren.

Förderung von KMU und regionaler Produktion

Ein wesentlicher Schwerpunkt beim Walmart Open Call liegt auf der Einbindung kleiner und mittlerer Unternehmen. In Chile zeigte sich dieser Fokus im November 2025 besonders deutlich. Von den 75 vergebenen Zusagen entfielen rund 85 % auf Betriebe, die als KMU eingestuft sind. Alejandro Konig, ein kommerzieller Manager bei Walmart Chile, bezeichnete das Event als Plattform, die es Unternehmen ermöglicht, ihre Präsenz zu stärken und neue Kanäle zu erschließen.

Durch die lokale Beschaffung reduziert das Unternehmen nicht nur logistische Abhängigkeiten, sondern stärkt auch seine Position in der jeweiligen Landesgesellschaft. Marco Vigato, Leiter der Lieferantenentwicklung für Mexiko und Zentralamerika, betont, dass der Walmart Open Call neben kommerziellen Zielen auch eine reputative Komponente besitzt. Die Zusammenarbeit mit Regierungen und Nichtregierungsorganisationen hilft dabei, lokale Lieferanten gezielt zu fördern und in die globale Wirtschaft einzubinden.

Ausbildung durch die Supplier Academy

Damit die Teilnehmer am Walmart Open Call langfristig erfolgreich sein können, bietet der Konzern Unterstützung über die Supplier Academy an. Dieses Trainingsportal stellt kostenlose Ressourcen zur Verfügung, die kleinen Unternehmen helfen, die Standards und Abläufe im Großhandel zu verstehen. Die Inhalte sind für jeden zugänglich, der Interesse an einer Professionalisierung im Einzelhandel hat, unabhängig von einem bestehenden Vertrag.

Laut Cat Wiggen, Direktorin für Lieferantenausbildung, zielt die Akademie darauf ab, Barrieren abzubauen. Die Lernmodule behandeln Themen wie Logistik, Qualitätskontrolle und administrative Prozesse. Damit wird sichergestellt, dass ein beim Walmart Open Call gewonnenes Golden Ticket tatsächlich in eine dauerhafte und stabile Geschäftsbeziehung mündet. Die Initiative wird als Investition in die Zukunft lokaler Volkswirtschaften betrachtet.

Strategische Relevanz für die globale Lieferkette

Die weltweite Etablierung des Walmart Open Call verdeutlicht das Bestreben des Konzerns, seine Lieferketten zu diversifizieren und regional zu verankern. Indem das Unternehmen gezielt in lokale Produzenten investiert, begegnet es dem Trend zu regionalen Produkten und sichert sich gleichzeitig den Zugriff auf innovative Waren in unterschiedlichen Märkten. Die Ergebnisse des Jahres 2025 zeigen, dass dieses Modell ein fester Bestandteil der internationalen Wachstumsstrategie geworden ist.

Faktenbox

Daten zum Walmart Open Call Programm
Konzept-Ursprung (USA)2013 (als Open Call)
Globale Expansion (Jahr)2025 (nahezu alle Märkte)
Ergebnisse Mexiko 2025> 250 Golden Tickets
KMU-Fokus Chile85 % der Teilnehmer
Länderbeteiligung Afrika12 Nationen vertreten
UnterstützungsangebotSupplier Academy (kostenfrei)