Wandel am Point of Sale: Strategische Checkout-Trends 2026 im Einzelhandel
Die Kassenlandschaft im Einzelhandel steht vor einer tiefgreifenden Transformation, die über den bloßen Austausch von Geräten hinausgeht. Im Rahmen der Fachmesse EuroShop in Düsseldorf wurden die Ergebnisse der neuen EHI-Studie präsentiert, welche die maßgeblichen Checkout-Trends 2026 beleuchtet. Der Trend zeigt eine klare Entwicklung weg von isolierten, physischen Terminals hin zu hochgradig vernetzten Plattformen. Um den sich wandelnden Anforderungen des Marktes gerecht zu werden, setzen Unternehmen verstärkt auf strategische Investitionen in moderne Technologien, die sowohl die Effizienz steigern als auch die Flexibilität im Verkaufsraum erhöhen.
📌 Auf einen Blick
Die Erhebung zu den Checkout-Trends 2026 verdeutlicht, dass trotz eines Rückgangs der Kassenanzahl auf 904.300 die Investitionsbereitschaft hoch bleibt. Der Fokus liegt dabei auf Künstlicher Intelligenz (60 %), Self-Service-Lösungen (56 %) und der Modernisierung alternder Hardware-Systeme.
Rückgang der stationären Touchpoints und wirtschaftliche Ursachen
Inhaltsverzeichnis
Die Analyse der aktuellen Marktdaten offenbart eine Fortsetzung der Konsolidierung im stationären Sektor. Die Gesamtzahl der installierten Kassensysteme ist spürbar gesunken und beläuft sich aktuell auf 904.300 Einheiten, verglichen mit 931.000 im Jahr 2024. Auch die Anzahl der Betriebe im Handel im weiteren Sinne – dazu zählen neben dem klassischen Einzelhandel auch Tankstellen, Bäckereien und Friseure – hat sich von 498.200 auf 473.700 verringert.
Diese Entwicklung ist primär auf Geschäftsaufgaben aus wirtschaftlichen Gründen sowie auf den Wettbewerbsdruck durch den digitalen Handel zurückzuführen. Die Reduktion der stationären Touchpoints kann auch durch die Einführung neuer Self-Checkout-Kassen nicht vollständig ausgeglichen werden. Dennoch gewinnt die verbleibende Infrastruktur an Bedeutung, da sie zunehmend als Schnittstelle für komplexe digitale Prozesse dient.
Künstliche Intelligenz und Automatisierung als Innovationstreiber
Ein zentraler Aspekt der Checkout-Trends 2026 ist die sprunghaft gestiegene Relevanz von Künstlicher Intelligenz (KI). Während im Jahr 2024 lediglich 33 Prozent der Händler KI als prioritäres Handlungsfeld ansahen, sind es aktuell bereits 60 Prozent. KI wird dabei vor allem als Werkzeug zur Optimierung des Checkout-Prozesses betrachtet, etwa durch automatisierte Produkterkennung oder Betrugsprävention.
Parallel dazu gewinnen Self-Service-Lösungen weiter an Boden. 56 Prozent der befragten Unternehmen geben an, verstärkt in diese Systeme zu investieren, um Wartezeiten für Kunden zu minimieren und den Personaleinsatz flexibler zu gestalten. Ergänzt wird dieses Bild durch mobile Geräte mit Kassenfunktion, die für 48 Prozent der Befragten eine wichtige Rolle spielen. Diese mobilen Lösungen erlauben es, den Bezahlvorgang direkt am Ort der Beratung durchzuführen und somit die starre Bindung an einen festen Kassenplatz aufzulösen.
Modernisierungsbedarf bei Hardware und Software
Die technische Infrastruktur in den Filialen zeigt Anzeichen einer Überalterung. Das Durchschnittsalter der Kassenhardware ist auf 5,9 Jahre gestiegen, was über dem Wert von 5,5 Jahren aus der vorherigen Untersuchung liegt. Die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, geprägt durch hohe Energiekosten und eine gedämpfte Konsumstimmung, führen dazu, dass Händler Investitionen oft gezielt auf einzelne Komponenten wie Scanner oder Drucker beschränken. Lediglich 22 Prozent der Unternehmen planen derzeit einen kompletten Systemaustausch.
Trotz dieser Zurückhaltung beabsichtigen 88 Prozent der Händler, innerhalb der nächsten zwei Jahre Veränderungen an ihrer Kassenhardware vorzunehmen. Ähnlich verhält es sich im Softwarebereich: Mit einem Durchschnittsalter von 6,9 Jahren ist der Bedarf an Erneuerungen hier noch ausgeprägter. Etwa die Hälfte der Befragten plant einen Wechsel der Kassensoftware, wobei der Fokus verstärkt auf maßgeschneiderten Individuallösungen liegt. Diese ermöglichen eine nahtlose Integration in bestehende IT-Landschaften und erleichtern die Einführung neuer Funktionen wie Loyalty-Programme oder kontaktlose Bezahlverfahren.
Strategische Ausrichtung auf vernetzte Handelsplattformen
Der Checkout wird künftig nicht mehr als isolierter Abschluss eines Einkaufs verstanden, sondern als integraler Bestandteil einer vernetzten Handelsstrategie. Die identifizierten Checkout-Trends 2026 zeigen, dass Händler ihre Systeme so aufstellen, dass sie Effizienz und Innovationskraft miteinander verbinden. Durch die Kombination aus KI-gestützten Prozessen, flexiblen Self-Service-Angeboten und mobilen Technologien positioniert sich der stationäre Handel für die Anforderungen einer digitalisierten Kundenreise. Die Modernisierung der Softwarelandschaft spielt dabei eine Schlüsselrolle, um neue Services schnell und zuverlässig implementieren zu können und die Zukunftsfähigkeit der Standorte zu sichern.
Faktenbox
| EHI-Studiendaten zu den Checkout-Trends 2026 | |
|---|---|
| Anzahl Kassen aktuell | 904.300 (2024: 931.000) |
| Anzahl Betriebe aktuell | 473.700 (2024: 498.200) |
| Handlungsbedarf KI | 60 % (2024: 33 %) |
| Fokus Self-Service | 56 % der Befragten |
| Mobile Checkout-Lösungen | 48 % der Befragten |
| Alter Kassenhardware | Ø 5,9 Jahre (2024: 5,5 Jahre) |
| Alter Kassensoftware | Ø 6,9 Jahre (2024: 6,4 Jahre) |
| Hardware-Modernisierung | 88 % planen Änderungen bis 2028 |
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