HDE bleibt bei Umsatzprognose: Einzelhandel 2025 mit verhaltenem Ausblick

Der Handelsverband Deutschland (HDE) erwartet für den Einzelhandel 2025 weiterhin ein nominales Umsatzwachstum von zwei Prozent. Trotz der leichten Aufhellung der Verbraucherstimmung bleibt die Branche angesichts steigender Lohnnebenkosten unter Druck. Eine aktuelle Umfrage unter rund 650 Handelsunternehmen zeichnet ein gemischtes Bild: Während 42 Prozent der Befragten mit stabilen Umsätzen im zweiten Halbjahr rechnen, geht ein Drittel von Rückgängen aus.

HDE bleibt bei Umsatzprognose: Einzelhandel 2025 mit verhaltenem Ausblick
HDE bleibt bei Umsatzprognose: Einzelhandel 2025 mit verhaltenem Ausblick

Einzelhandel 2025: Stimmung unter Händlern bleibt verhalten

Auch wenn das Konsumbarometer des HDE im Juli den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht, zeigt sich der Einzelhandel 2025 weiterhin vorsichtig. Die Unternehmen bewerten das Geschäftsklima verhalten, die Erwartungen an Umsatzentwicklungen bleiben verhalten optimistisch. Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet für das Gesamtjahr 2025 niedrigere Umsätze als im Vorjahr. Die nominale Wachstumsprognose von zwei Prozent entspricht real lediglich einem Plus von rund 0,5 Prozent, wenn man die Inflationsrate berücksichtigt.

HDE warnt vor Belastung durch steigende Sozialbeiträge

Ein zentrales Anliegen des HDE betrifft die Lohnnebenkosten, die für viele Handelsunternehmen zur zunehmenden Belastung werden. Der Verband fordert daher eine gesetzlich verankerte Obergrenze von 40 Prozent bei den Sozialversicherungsbeiträgen. Nach Einschätzung des HDE drohen ohne politische Gegenmaßnahmen in den kommenden Jahren Beitragssätze von bis zu 50 Prozent. Dies hätte laut Verband gravierende Folgen für die Beschäftigung im Einzelhandel, insbesondere im Niedriglohnbereich.

HDE-Präsident Alexander von Preen betont die Notwendigkeit politischer Entlastung. Der Handel habe in Krisenzeiten Verantwortung übernommen, nun sei es an der Bundesregierung, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Investitionen und Beschäftigung sichern.

Stromsteuer-Streit verschärft Kritik an der Bundesregierung

Für zusätzliche Verunsicherung sorgt die Abkehr von der im Koalitionsvertrag vereinbarten Stromsteuersenkung. Der HDE kritisiert, dass den Unternehmen dadurch hunderte Millionen Euro für Investitionen entzogen werden. Auch für Verbraucher fehle der finanzielle Spielraum, was wiederum die Erholung des Konsums bremse. Das Signal an Wirtschaft und Bevölkerung sei laut HDE ein falsches.

Konsumklima zeigt leichten Aufwärtstrend

Das HDE-Konsumbarometer im Juli deutet zwar auf eine schrittweise Verbesserung der Verbraucherstimmung hin, doch bleibt die Dynamik begrenzt. Die Anschaffungsneigung der Haushalte hat sich im Vergleich zum Vormonat leicht abgeschwächt. Gleichzeitig planen viele Verbraucher, weniger zu sparen und bestehende Rücklagen zu nutzen. Die Erwartungen hinsichtlich der eigenen Einkommensentwicklung haben sich zuletzt verschlechtert, was den Konsum weiter dämpfen könnte.

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Ausblick für den Einzelhandel 2025 bleibt vorsichtig

Der Einzelhandel 2025 befindet sich zwischen leichtem Konsumaufschwung und strukturellem Druck. Während sich die Verbraucherstimmung moderat verbessert, bleiben hohe Arbeitskosten, unklare politische Signale und stagnierende Umsätze zentrale Herausforderungen. Der HDE setzt auf angekündigte Entlastungen der Bundesregierung und warnt vor ausbleibenden Reformen.

Die nächsten Monate werden zeigen, ob die angekündigten Maßnahmen greifen – oder ob der Einzelhandel weitere Rückgänge hinnehmen muss. Die Forderung nach einer Begrenzung der Sozialabgaben dürfte in der politischen Debatte an Gewicht gewinnen.