Vorsichtiger Aufschwung: Einzelhandel erholt sich – BIP legt zu

BIP-Wachstum und Geschäftsklima deuten auf konjunkturelle Stabilisierung hin

Im ersten Quartal 2025 hat die deutsche Wirtschaft überraschend an Fahrt aufgenommen: Das preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg gegenüber dem Vorquartal um 0,4 %. Damit fiel das Wachstum laut Statistischem Bundesamt höher aus als zunächst geschätzt. Besonders im März entwickelte sich die Konjunktur besser als erwartet – getrieben von einer Erholung im Verarbeitenden Gewerbe und gestiegenen Exporten, vor allem in die USA.

Vorsichtiger Aufschwung: Einzelhandel erholt sich – BIP legt zu
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Parallel dazu verbessert sich die Stimmung im Einzelhandel. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Mai deutlich auf -18,6 Punkte (April: -25,8 Punkte). Sowohl die aktuelle Lageeinschätzung als auch die Erwartungen hellten sich auf. Trotz anhaltender Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Lage zeigt sich der Einzelhandel optimistischer. Laut ifo-Institut gehen viele Händler derzeit nicht davon aus, dass die US-Handelspolitik die Verbraucherstimmung kurzfristig dämpfen wird.

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Privater Konsum zieht an – Preisdruck bleibt branchenabhängig

Ein wichtiger Treiber des BIP-Wachstums war der private Konsum, der im ersten Quartal um 0,5 % zulegte. Auch im Einzelhandel spiegelt sich diese Entwicklung wider: Insbesondere im Lebensmittelhandel sowie bei Autohäusern wird die Geschäftslage positiver bewertet. Kleidung, Möbel und Fahrräder schneiden hingegen schlechter ab.

Vorsichtiger Aufschwung: Einzelhandel erholt sich – BIP legt zu
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Beim Preisniveau zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Die Einzelhändler erhöhten ihre Preise zuletzt weniger häufig und planen für die kommenden Monate moderatere Anhebungen. Allerdings ist bei Lebensmitteln und Möbeln weiterhin mit steigenden Preisen zu rechnen.

Ausblick: Stabilisierung auf niedrigem Niveau

Im internationalen Vergleich wächst die deutsche Wirtschaft aktuell stärker als viele andere große Volkswirtschaften Europas. Dennoch bleibt das BIP im Jahresvergleich unverändert, und auch die Investitionsdynamik ist weiterhin gedämpft. Der Einzelhandel könnte sich jedoch – getragen von verbesserten Erwartungen und stabilisierendem Konsum – zu einem Stützpfeiler der Konjunktur entwickeln.

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