Amazon Ads und Netflix: Neue Werbepartnerschaft startet in Deutschland

Amazon Ads und Netflix bauen ihre Zusammenarbeit in Deutschland aus. Ab Ende Mai 2026 können Werbekunden über die Amazon DSP sogenannte Amazon Audiences nutzen, um Zuschauer im Werbeumfeld von Netflix anzusprechen. Die Kooperation verbindet Amazons First-Party-Signale aus Shopping- und Streaming-Aktivitäten mit Netflix-Inventar. Für den deutschen Werbemarkt ist das ein weiterer Schritt in Richtung datengetriebener Streaming-Werbung – mit Chancen für präzisere Kampagnen, aber auch mit neuen Abhängigkeiten von großen Plattformen.

📌 Auf einen Blick

Amazon Ads und Netflix startet in Deutschland ab Ende Mai 2026. Werbekunden können über die Amazon DSP Amazon Audiences nutzen, um Zuschauer im Netflix-Werbeumfeld zu erreichen. Die Partnerschaft basiert auf First-Party-Signalen von Amazon und erweitert die Vermarktungsmöglichkeiten im Streaming-Markt.

Amazon Ads und Netflix: Neue Werbepartnerschaft startet in Deutschland
Amazon Ads und Netflix: Neue Werbepartnerschaft startet in Deutschland. Nils Gräf (Amazon Ads Germany) und Susanne Aigner (Netflix) auf der OMR-Bühne, Mai 2026

Amazon Ads und Netflix wird ab Ende Mai erweitert

Die neue Ausbaustufe der Partnerschaft wurde im Umfeld der Netflix Upfronts in New York offiziell kommuniziert. Für Deutschland ist der Schritt vor allem deshalb relevant, weil Amazon Ads seine Daten- und Buchungsinfrastruktur stärker mit dem Streaming-Inventar von Netflix verknüpft. Werbekunden erhalten damit Zugriff auf Zielgruppenansprache über die Amazon DSP, während Netflix sein Werbeangebot für den deutschen Markt breiter in bestehende Media-Planungsprozesse einbindet.

Bereits auf der OMR in Hamburg traten Nils Gräf, Managing Director Amazon Ads Germany, und Susanne Aigner, Head of Advertising Germany bei Netflix, gemeinsam auf. Dort wurde die Kooperation öffentlich sichtbar gemacht. Die nun angekündigte Erweiterung bringt den praktischen Ausbau für deutsche Werbekunden.

Was sich durch die Amazon DSP ändert

Kern der Vereinbarung ist die Nutzung von Amazon Audiences im Netflix-Werbeumfeld. Dabei geht es nicht nur um klassische Reichweite, sondern um datenbasierte Zielgruppenansprache entlang der Customer Journey. Amazon kann Signale aus Einkaufs- und Streaming-Aktivitäten in die Kampagnenlogik einbringen. Netflix liefert dazu das Umfeld eines abonnementbasierten Streamingdienstes mit werbefinanzierten Angeboten.

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Für Media-Agenturen und Marken bedeutet Amazon Ads und Netflix eine weitere Möglichkeit, Streaming-Werbung stärker mit Handels- und Konsumdaten zu verzahnen. Gerade im Vergleich zu klassischer TV-Werbung oder breiter Online-Video-Ausspielung verspricht diese Kombination mehr Steuerbarkeit. Ob daraus tatsächlich bessere Medieneffizienz entsteht, hängt jedoch von Kampagnenziel, Messlogik und Transparenz der Auswertung ab.

Mehr Präzision, aber weniger offene Kontrolle

Die Partnerschaft zeigt einen klaren Trend im digitalen Werbemarkt: Reichweite allein reicht nicht mehr. Werbeplätze werden zunehmend über Datenzugang, Plattformlogik und technische Buchbarkeit definiert. Amazon bringt seine Rolle als Handels-, Medien- und Werbeplattform ein, Netflix öffnet sein Inventar für eine weitere große Vermarktungsschnittstelle.

Für Werbekunden kann das attraktiv sein, weil Zielgruppen nicht nur abstrakt nach Demografie, sondern stärker nach Interessen, Kaufverhalten und Mediennutzung adressiert werden können. Gleichzeitig verschiebt sich die Kontrolle weiter in geschlossene Ökosysteme. Wer über Amazon DSP bucht, nutzt nicht nur eine technische Plattform, sondern bewegt sich in einem System, dessen Datenlogik, Messmethodik und Optimierung weitgehend von Amazon vorgegeben werden.

Warum die Kooperation für den deutschen Werbemarkt zählt

Amazon Ads und Netflix ist mehr als eine weitere Inventarpartnerschaft. Die Kooperation steht für die zunehmende Verschmelzung von Handel, Streaming und digitaler Werbung. Besonders für Marken mit direktem Bezug zu Konsumgütern, Entertainment, Elektronik, Haushalt oder Lifestyle kann die Verbindung von Kaufinteresse und Bewegtbildumfeld relevant sein.

Für den Markt bleibt aber die kritische Frage, wie nachvollziehbar Kampagnenergebnisse tatsächlich werden. Präzisere Ansprache klingt gut, ersetzt aber keine saubere Bewertung von Reichweite, Kontaktqualität und Werbewirkung. Je stärker Streaming-Werbung über wenige große Plattformen gebündelt wird, desto wichtiger werden Transparenz, Vergleichbarkeit und Kontrolle für Werbekunden.

Faktenbox

Amazon Ads und Netflix in Deutschland
StartAb Ende Mai 2026 in Deutschland
PartnerAmazon Ads und Netflix
BuchungswegAmazon DSP
ZielgruppenlogikAmazon Audiences auf Basis von First-Party-Signalen aus Shopping- und Streaming-Aktivitäten
WerbeumfeldNetflix-Inventar im werbefinanzierten Streaming-Umfeld
RelevanzStärkere Verbindung von Streaming-Werbung, Handelsdaten und programmatischer Mediaplanung
Kritischer PunktMehr Zielgruppenpräzision, aber auch größere Abhängigkeit von Plattformdaten und geschlossenen Werbesystemen