Digitaler Werbemarkt 2025: Video dominiert, Retail Media wächst

Der digitale Werbemarkt 2025 befindet sich auf einem hohen, stabilen Niveau. Die Nachfrage nach digitalen Werbelösungen bleibt stark, auch wenn die Wachstumsraten nicht mehr das Ausmaß der vergangenen Jahre erreichen. Der aktuelle Trendmonitor der Mediaagenturen im BVDW und Die Mediaagenturen e. V. liefert detaillierte Einblicke und ordnet die Entwicklung seit 2020 ein.

Digitaler Werbemarkt 2025: Video, Retail Media und neue Standards
Digitaler Werbemarkt 2025: Video, Retail Media und neue Standards

Der digitale Werbemarkt 2025 befindet sich auf einem hohen, stabilen Niveau. Die Nachfrage nach digitalen Werbelösungen bleibt stark, auch wenn die Wachstumsraten nicht mehr das Ausmaß der vergangenen Jahre erreichen. Der aktuelle Trendmonitor der Mediaagenturen im BVDW und Die Mediaagenturen e. V. liefert detaillierte Einblicke und ordnet die Entwicklung seit 2020 ein.

Vom Boom zur Konsolidierung: Rückblick seit 2020

Seit 2020 verzeichnete der digitale Werbemarkt ein starkes Wachstum. Treiber waren die pandemiebedingte Verlagerung von Konsum- und Mediennutzung ins Digitale, die Professionalisierung von Social Media Advertising sowie der Ausbau programmatischer Buchungen. Besonders zwischen 2020 und 2022 wurden zweistellige Wachstumsraten verzeichnet.

Ab 2023 zeichnete sich jedoch eine Beruhigung ab: Zwar blieb die Nachfrage hoch, doch die „starke Nachfrage“ ging allmählich zurück. Im Jahr 2024 bewerteten noch 60 Prozent der Agenturen die Nachfrage als „stark“, 2025 sind es nur noch 40 Prozent. Der digitale Werbemarkt 2025 markiert damit eine Phase der Konsolidierung, in der hohe Volumina stabilisiert werden, ohne dass extreme Wachstumsraten wie zu Beginn des Jahrzehnts erwartet werden.

Video bleibt Leitmedium im digitalen Werbemarkt 2025

Video hat sich seit Jahren als zentrale Werbeform etabliert. Im digitalen Werbemarkt 2025 sehen 89 Prozent der Agenturen Video als wirkungsvollste Gattung, 97 Prozent erwarten, dass die Relevanz mindestens in den kommenden fünf Jahren anhalten wird. Bereits seit 2020 zeigt sich, dass Bewegtbildformate – ob auf Social Media, Streaming-Plattformen oder in Form von Addressable TV – zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Besonders auffällig ist, dass digitales Video inzwischen häufig eine höhere Werbewirkung zugeschrieben wird als linearem Fernsehen. Damit verlagern sich Budgets kontinuierlich in Richtung Bewegtbild und festigen Video als Leitmedium.

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Retail Media: Auf dem Weg zur Reife

Parallel zum Boom des Video-Marketings hat sich Retail Media entwickelt. Während die Phase 2020 bis 2023 durch schnelle Expansion und hohen Hype geprägt war, folgt der digitale Werbemarkt 2025 dem Prinzip der Professionalisierung. Standards für Kampagnenmessung, Reichweiten und Abverkauf sind notwendig, um weiteres Wachstum zu ermöglichen.

87 Prozent der Agenturen nennen fehlende Self-Service-Buchungsmöglichkeiten als größte Hürde, 78 Prozent sehen erheblichen Nachholbedarf beim Nachweis inkrementeller Verkäufe. Retail Media gilt dennoch als einer der zentralen Wachstumstreiber bis 2030.

Große Plattformen und ihr wachsender Einfluss

Seit Beginn der 2020er Jahre haben globale Plattformen wie Google, Meta und Amazon ihre Marktmacht im digitalen Werbemarkt kontinuierlich ausgebaut. Der Trendmonitor zeigt, dass 90 Prozent der Agenturen davon ausgehen, dass dieser Einfluss bis 2030 weiter zunimmt – auch in klassischen Gattungen wie TV oder Radio.

Damit verschiebt sich das Machtgefüge weiter in Richtung weniger, global dominanter Anbieter. Nationale und europäische Player stehen zunehmend unter Druck, durch Kooperationen und innovative Formate gegenzuhalten.

Daten, Identifier und Post-Cookie-Ära

Die Abkehr von Third-Party-Cookies seit Mitte der 2020er Jahre stellt die Branche vor neue Herausforderungen. Der digitale Werbemarkt 2025 fokussiert sich daher stark auf Identifier-Lösungen. 78 Prozent der Befragten sehen diese als Schlüssel für eine nachhaltige Erfolgsmessung. Entscheidend für die Zukunft bis 2030 wird sein, wie schnell sich diese Standards branchenweit durchsetzen und in bestehende Systeme integriert werden.

KI verändert den digitalen Werbemarkt bis 2030

Ein weiterer Faktor für die langfristige Entwicklung ist Künstliche Intelligenz. Schon heute nutzen Agenturen KI, um operative Aufgaben zu automatisieren. Im digitalen Werbemarkt 2025 sehen 81 Prozent der Agenturen darin die Chance, ihr Leistungsspektrum auszubauen. Bis 2030 wird erwartet, dass KI nicht nur die Planung, sondern auch kreative Prozesse maßgeblich beeinflusst. Strategische Beratung durch erfahrene Experten bleibt jedoch unersetzlich.

Ausblick bis 2030: Stabilität mit neuen Schwerpunkten

Für die kommenden Jahre erwarten die Mediaagenturen moderate Wachstumsraten von rund fünf Prozent jährlich. Während Video und Retail Media weiter an Bedeutung gewinnen, verliert Search an Relevanz. Bis 2030 dürfte sich der digitale Werbemarkt endgültig vom „Hyperwachstum“ der frühen 2020er Jahre lösen und in eine Phase nachhaltiger, standardisierter Entwicklung eintreten.

Entwicklung seit 2020 und Ausblick bis 2030
2020–2022Starkes Wachstum durch Pandemie, Social Media und Programmatic
2023–2024Konsolidierung, Nachfrage weiterhin hoch, aber abnehmende Dynamik
Digitaler Werbemarkt 2025Video als Leitmedium, Retail Media auf dem Weg zur Professionalisierung
2026–2029Moderates Wachstum, Identifier-Lösungen als Schlüsseltechnologie
2030Stabilisierter Markt mit klaren Standards, KI prägt Prozesse und Strategien

Damit wird das Jahr 2025 für den digitalen Werbemarkt zum Wendepunkt: von der Phase rasanter Expansion hin zu einer stabilen Konsolidierung mit Fokus auf Qualität, Standards und Effizienz.

Faktenbox

Zentrale Ergebnisse des Trendmonitors 2025
Nachfrage nach digitaler Werbung89 % sehen starke oder eher starke Nachfrage
Bedeutung von Video89 % wirkungsvollste Gattung, 97 % hohe Relevanz in 5 Jahren
Retail Media87 % sehen Self-Service-Buchung als größte Hürde
Einfluss großer Plattformen90 % erwarten Ausweitung auf weitere Mediengattungen
Identifier-Lösungen78 % sehen sie als Schlüssel in der Post-Cookie-Ära
Künstliche Intelligenz81 % sehen Chance zur Erweiterung des Leistungsspektrums