Meilenstein für Wero und Bancomat: Interoperabilität im Handel bestätigt

Mobile Payments Europa verzeichnen einen entscheidenden Fortschritt auf dem Weg zu einem einheitlichen digitalen Zahlungsraum. Am 16. April 2026 gaben die führenden Zahlungsdienstleister Bancomat, SIBS-MB Way und die EPI Company (EPI) den erfolgreichen Abschluss ihres gemeinsamen Proof of Concept (PoC) bekannt. Dieser Testlauf belegt die reibungslose technische und operative Interoperabilität zwischen verschiedenen nationalen mobilen Bezahlsystemen. Damit wird eine fundierte Basis geschaffen, um den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr für Millionen von europäischen Bürgern spürbar zu vereinfachen und die Unabhängigkeit des europäischen Finanzsektors nachhaltig zu stärken.

📌 Auf einen Blick

Die Anbieter Bancomat, EPI (Wero) und SIBS-MB Way haben die technische Machbarkeit von grenzüberschreitenden QR-Zahlungen im Handel nachgewiesen. Durch die Vernetzung nationaler Lösungen entsteht ein Ökosystem für Mobile Payments Europa, das bis zu 130 Millionen Nutzer in 13 Ländern erreicht.

 Mobile Payments Europa: Bancomat und Wero erzielen Durchbruch
Mobile Payments Europa: Bancomat und Wero erzielen Durchbruch

Erfolgreiche Validierung der QR-Code-Interoperabilität

Im Mittelpunkt des durchgeführten Proof of Concept stand die praktische Anwendung von QR-Code-basierten Person-to-Merchant (P2M) Zahlungen. Nutzer der jeweiligen nationalen Apps konnten in der Testumgebung nahtlos bei Händlern in anderen europäischen Ländern bezahlen. Ein italienischer Bancomat-Nutzer konnte somit bei einem portugiesischen Händler bezahlen, der das MB-Way-System nutzt, während EPI-Nutzer (Wero) ihre Transaktionen in den Partnernetzwerken abwickelten. Diese Bestätigung der Machbarkeit ist ein Resultat des im Februar 2026 unterzeichneten Memorandum of Understanding (MoU).

Die operative Durchführung des Tests wurde von bedeutenden Finanzinstituten unterstützt. Hierzu zählen unter anderem die Intesa Sanpaolo aus Italien sowie La Banque Postale aus Frankreich. Auch die 28 Mitgliedsinstitute des portugiesischen MB-Way-Netzwerks waren aktiv beteiligt. Dieser gemeinschaftliche Ansatz verdeutlicht, dass Mobile Payments Europa nicht durch die Verdrängung etablierter lokaler Marken, sondern durch deren kluge Vernetzung zum Erfolg geführt werden sollen. Die bestehende Infrastruktur wird hierbei als wertvolles Fundament genutzt.

Wero als zentraler Baustein für den Alltag

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die Lösung Wero, die von der European Payments Initiative (EPI) entwickelt wurde. Wero setzt auf eine Instant-Account-to-Account-Infrastruktur (A2A), die Zahlungen in Echtzeit ermöglicht. Wie die Ankündigung der Integration von Wero in die Nickel-App vom März 2026 zeigt, wächst das Netzwerk stetig. Kunden von Nickel in Ländern wie Frankreich, Deutschland und Belgien erhalten dadurch Zugang zu einem einfachen Bezahlsystem, das lediglich eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse für Transaktionen benötigt.

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Die Vorteile für die Verbraucher liegen in der hohen Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit. Da keine sensiblen Kartendaten oder langen IBAN-Nummern geteilt werden müssen, reduziert sich das Risiko für Betrugsversuche. Zudem sind diese Peer-to-Peer-Zahlungen in der Regel gebührenfrei und rund um die Uhr verfügbar. Diese kundenorientierte Ausrichtung ist ein zentrales Element, um die Akzeptanz für Mobile Payments Europa in der breiten Bevölkerung zu erhöhen und eine echte Alternative zu außereuropäischen Systemen zu etablieren.

Der Fahrplan zur paneuropäischen Abdeckung

Die beteiligten Partner verfolgen einen ambitionierten Zeitplan, um die vollständige Abdeckung des europäischen Marktes zu gewährleisten. Nach der erfolgreichen Demonstration der P2M-Zahlungen steht für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 die flächendeckende Einführung von grenzüberschreitenden Peer-to-Peer-Zahlungen (P2P) an. Dies wird es Nutzern ermöglichen, Geld in Sekundenschnelle an Kontakte in anderen teilnehmenden Ländern zu senden, unabhängig vom genutzten nationalen Bezahlsystem.

Für das Jahr 2027 ist die Erweiterung auf den E-Commerce sowie auf Point-of-Sale-Zahlungen mittels NFC-Technologie geplant. Damit wird das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten komplettiert. Das Ziel der Allianz, bestehend aus Bancomat, Bizum, EPI, SIBS und Vipps MobilePay, ist es, bis dahin etwa 72 % der Bevölkerung der EU und Norwegens zu vernetzen. Informationen über die strategischen Ziele und die beteiligten Institutionen stellt die EPI Company transparent zur Verfügung.

Vernetzte Zukunft des europäischen Zahlungsverkehrs

Die Zusammenarbeit der verschiedenen nationalen Anbieter markiert einen Wendepunkt für den europäischen Finanzraum. Indem das Vertrauen der Nutzer in ihre vertrauten lokalen Lösungen mit einer modernen, grenzüberschreitenden Infrastruktur kombiniert wird, entsteht ein resilienter und souveräner Zahlungsverkehr. Die Nutzung bestehender Synergien ermöglicht eine schnelle Skalierung, von der sowohl Händler durch geringere Intermediärskosten als auch Verbraucher durch nahtlose Bezahlvorgänge profitieren. Die kommenden Monate werden zeigen, wie schnell die Integration in den breiten Markt erfolgt, doch die technologischen Weichen für Mobile Payments Europa sind nun erfolgreich gestellt.

Faktenbox

Fakten zur Interoperabilität von Mobile Payments Europa
Datum des PoC-Abschlusses16. April 2026
HauptpartnerBancomat, EPI (Wero), SIBS-MB Way
ZahlungstechnologienQR-Code (aktuell), NFC (ab 2027)
Geografische Reichweite13 europäische Länder (u. a. IT, PT, FR, DE, BE)
Potenzielle NutzerschaftCa. 130 Millionen Menschen
Infrastruktur-BasisInstant Account-to-Account (A2A) Payments