Podcast: VARTA E-Commerce Strategie – Transformation vom Key-Account zum Marktplatz-Akteur

Der Batteriehersteller VARTA Consumer vollzieht einen strukturellen Wandel in seinem Vertriebsmodell. Denis Rammig, Head of E-Commerce, erläutert die Umstellung von klassischen Key-Account-Strukturen hin zu einem integrierten europäischen Marktplatz-Modell. Im Fokus der VARTA E-Commerce Strategie stehen dabei die Präsenz auf Amazon, die Anpassung des Sortiments an digitale Anforderungen sowie die technische Anbindung über spezialisierte Middleware-Lösungen.

📌 Auf einen Blick

VARTA setzt im Rahmen seiner VARTA E-Commerce Strategie verstärkt auf den Direktvertrieb über Amazon und nutzt ChannelEngine als zentrale Steuerungseinheit. Durch die Beibehaltung der Produktion in Deutschland sichert das Unternehmen Lieferstabilität und reagiert mit spezifischen Verpackungsgrößen auf die Nachfrage im digitalen B2B- und B2C-Sektor.

VARTA E-Commerce Strategie - Transformation vom Key-Account zum Marktplatz-Akteur
VARTA E-Commerce Strategie – Transformation vom Key-Account zum Marktplatz-Akteur

Produktion am Standort Deutschland als logistischer Faktor

Ein zentraler Bestandteil der VARTA E-Commerce Strategie bleibt die Fertigung in Deutschland. Während viele Wettbewerber ihre Produktion vollständig in den asiatischen Raum verlagert haben, fungiert der heimische Standort für VARTA als Instrument zur Sicherung der Lieferfähigkeit. In einem Marktumfeld, das durch kurze Reaktionszeiten auf digitalen Marktplätzen geprägt ist, stellen die kurzen Wege einen messbaren Vorteil dar. Die Kostenstrukturen der deutschen Produktion werden dabei durch Automatisierung und hohe Stückzahlen stabil gehalten, was die Konkurrenzfähigkeit gegenüber Private-Label-Anbietern und Amazon Basics unterstützt.

Anpassung des Sortiments an digitale Marktplätze

Die klassische Verkaufsverpackung, wie der bekannte 4er-Blister für den stationären Einzelhandel, verliert im Online-Handel an Relevanz. Teil der neuen VARTA E-Commerce Strategie ist die Entwicklung von Gebinden, die für den Versand optimiert sind und den Anforderungen von Großverbrauchern entsprechen. Hierbei zeigt sich eine Verschiebung der Zielgruppen: Neben Endverbrauchern nutzen verstärkt gewerbliche Kunden, vom kleinen Handwerksbetrieb bis hin zu DAX-Konzernen, Amazon als Beschaffungsquelle. Die Bereitstellung von Bulk-Verpackungen reduziert nicht nur den Verpackungsmüll, sondern optimiert auch die Logistikkosten pro Einheit.

Implementierung von ChannelEngine als technische Basis

Für die Steuerung der internationalen Marktplätze setzt das Unternehmen auf eine Middleware-Lösung. Die Einführung von ChannelEngine war ein wesentlicher Schritt innerhalb der VARTA E-Commerce Strategie, um Europa als einen einheitlichen Markt mit unterschiedlichen Sprachen und lokalen Anforderungen zu bedienen. Der Prozess der Implementierung innerhalb des Konzerns nahm einen Zeitraum von zwei Jahren in Anspruch. Diese Zeitspanne begründet sich durch die Komplexität der internen Datenstrukturen und die notwendige Harmonisierung von Schnittstellen zwischen bestehenden ERP-Systemen und dem Marktplatz-Management. Die Middleware fungiert heute als zentraler Knotenpunkt für Produktdaten, Bestandsmanagement und die Abwicklung von Transaktionen.

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Wettbewerb und organische Reichweite auf Amazon

Trotz des hohen Drucks durch Eigenmarken der Plattformbetreiber und preisaggressive Drittanbieter setzt die VARTA E-Commerce Strategie weiterhin auf eine starke organische Sichtbarkeit. Aufgrund der hohen Markenbekanntheit und einer stabilen Historie auf der Plattform ist der Bedarf an bezahlter Werbung im Vergleich zu Neueinsteigern moderat. Dennoch beobachtet das Unternehmen Trends wie den „Agentic Commerce“ und die Zunahme von KI-gestützten Einkaufsassistenten genau. Diese Technologien könnten das Kaufverhalten dahingehend verändern, dass Markenentscheidungen künftig verstärkt durch Algorithmen getroffen werden, was eine präzise Datenpflege und technische Verfügbarkeit voraussetzt.

Entwicklung des Marktplatzgeschäfts in den kommenden Jahren

Die Ausweitung der digitalen Aktivitäten zielt darauf ab, die Abhängigkeit von einzelnen Absatzkanälen zu verringern. In den nächsten fünf Jahren plant das Team um Denis Rammig, die VARTA E-Commerce Strategie durch den Ausbau der Tool-Landschaft und die Erschließung weiterer europäischer Marktplätze zu festigen. Dabei steht die Skalierbarkeit der Prozesse im Vordergrund, um auf Marktveränderungen flexibel reagieren zu können. Die Integration von B2B-Funktionalitäten und die Optimierung von Programmen wie „Spar-Abo“ (Subscribe & Save) bilden hierbei wichtige Säulen für eine dauerhafte Kundenbindung im digitalen Raum.

Faktenbox

Details zur VARTA E-Commerce Strategie
Zentrale PlattformAmazon (B2C und B2B)
Genutzte MiddlewareChannelEngine
Implementierungsdauer Middlewareca. 24 Monate
ProduktionsstandortDeutschland (Dischingen/Ellwangen)
Sortimentsfokus OnlineBulk-Verpackungen und E-Commerce-optimierte Gebinde
ZukunftstechnologienAgentic Commerce, KI-Einkaufsagenten