Buy Now Pay Later: So nutzen Europäer Finanzierungsmodelle im Jahr 2026
Eine aktuelle repräsentative Umfrage des Onlinehändlers Galaxus in Zusammenarbeit mit YouGov untersucht die Verbreitung und Akzeptanz von „Buy Now, Pay Later“-Modellen (BNPL) in fünf europäischen Ländern. Während im Durchschnitt jeder zweite Befragte in den untersuchten EU-Staaten auf die Möglichkeit der späteren Begleichung setzt, zeigt sich in der Schweiz ein anderes Bild. Hier nutzt lediglich ein Viertel der Bevölkerung die Ratenzahlung in Europa. Die Erhebung liefert zudem detaillierte Einblicke in die psychischen Folgen und die am häufigsten finanzierten Produktgruppen.
📌 Auf einen Blick
Rund 50 % der Menschen in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien nutzen die Ratenzahlung in Europa, während die Quote in der Schweiz bei 25 % liegt. Elektronik ist die meistfinanzierte Produktkategorie, und Nutzer in der Schweiz empfinden die höchste psychische Belastung durch laufende Verpflichtungen.
Verbreitung und Häufigkeit der Nutzung im Ländervergleich
Inhaltsverzeichnis
Die Studie verdeutlicht, dass die Ratenzahlung in Europa für viele Konsumenten zum festen Bestandteil ihres Zahlungsverhaltens geworden ist. In Frankreich geben 55 % der Befragten an, Produkte oder Dienstleistungen zumindest gelegentlich später zu bezahlen. In Deutschland und Österreich liegt dieser Wert bei knapp unter der Hälfte der Bevölkerung. Auffällig ist dabei die Frequenz: Ein signifikanter Teil der Nutzer nimmt diese Dienste mehrmals pro Jahr in Anspruch.
In Deutschland nutzen 38 % der BNPL-Anwender den Service mehrfach jährlich, während 21 % sogar monatlich neue Verpflichtungen eingehen. In Österreich ist die monatliche Nutzung mit 30 % unter den Anwendern noch stärker ausgeprägt. Im Gegensatz dazu agieren Konsumenten in der Schweiz zurückhaltender. Dort geben 76 % der Befragten an, niemals eine Ratenzahlung in Europa in Anspruch zu nehmen. Wenn Schweizer diesen Dienst nutzen, geschieht dies bei 44 % der Anwender lediglich einmal im Jahr oder seltener.
Beweggründe für die Inanspruchnahme von Zahlungsaufschüben
Die Motive für die Ratenzahlung in Europa sind vielfältig, wobei die Planbarkeit des Budgets als Hauptgrund genannt wird. In Deutschland und Frankreich geben jeweils 46 % der Nutzer an, dass sie Zahlungen auf diese Weise besser in ihr monatliches Budget integrieren können. In der Schweiz liegt dieser Wert bei 41 %. Neben der finanziellen Planung spielt die Bequemlichkeit eine Rolle. Etwa jeder vierte Nutzer in Deutschland und Italien empfindet den Prozess als komfortabel.
Ein kritischer Aspekt der Studie betrifft die finanzielle Notwendigkeit. In Frankreich gibt jeder dritte Nutzer (33 %) an, die Ratenzahlung in Europa zu verwenden, weil er sich das entsprechende Produkt oder die Dienstleistung anders nicht leisten könnte. In Deutschland trifft dies auf 21 % der Anwender zu, in der Schweiz auf 28 %. Zudem geben 15 % bis 22 % der Befragten an, dass sich Produkte durch die Aufteilung der Summe subjektiv weniger teuer anfühlen, was psychologische Schwellen beim Konsum senkt.
Bevorzugte Produktkategorien und Finanzierungsschwellen
Bei den finanzierten Gütern dominiert in den EU-Staaten die Kategorie Elektronik. In Italien nutzen 54 % der BNPL-Anwender den Aufschub für technische Geräte, in Deutschland sind es 50 %. Eine Ausnahme stellt erneut die Schweiz dar, wo die Kategorie Auto und Motorrad mit 37 % an erster Stelle steht. In Deutschland und Österreich wird die Ratenzahlung in Europa zudem vergleichsweise oft für Modeartikel verwendet (23 % bzw. 27 %), während dieser Bereich in anderen Ländern eine untergeordnete Rolle spielt.
Hinsichtlich der Betragshöhe, ab der eine Finanzierung in Erwägung gezogen wird, zeigt sich eine Differenz zwischen der EU und der Schweiz. In Italien, Frankreich und Deutschland beginnt die Bereitschaft zur Ratenzahlung in Europa häufig bereits ab einem Betrag von 250 Euro. In der Schweiz liegt die psychologische Grenze deutlich höher; hier geben 26 % an, erst ab einem Betrag von 1.000 Franken eine Ratenzahlung in Betracht zu ziehen.
Psychische Belastung und Risiken der Verschuldung
Trotz der praktischen Vorteile berichten viele Konsumenten von einer psychischen Last. Interessanterweise empfinden Nutzer in der Schweiz, obwohl sie den Dienst seltener nutzen, die höchste Belastung. 23 % der Schweizer BNPL-Anwender bewerten die Belastung durch regelmäßige Ratenzahlungen als stark oder sehr stark. In Deutschland liegt dieser Wert bei 18 %, während in Italien nur 10 % eine starke Belastung verspüren.
Verbraucherschützer mahnen zur Vorsicht, da die einfache Verfügbarkeit von BNPL-Diensten den Überblick über die Gesamtausgaben erschweren kann. Was als bequeme Zahlungsart präsentiert wird, stellt rechtlich oft einen Kredit dar. Wenn Zahlungsziele nicht eingehalten werden oder die Laufzeit verlängert wird, können hohe Gebühren anfallen. Experten raten daher dazu, die Ratenzahlung in Europa primär für unaufschiebbare Anschaffungen zu nutzen und die Benachrichtigungsfunktionen der Zahlungsanbieter zur Kontrolle der Fristen konsequent zu verwenden.
Faktenbox
| Wichtige Daten zur Ratenzahlung 2026 | |
|---|---|
| Nutzeranteil EU (Durchschnitt) | ca. 50 % der Bevölkerung |
| Nutzeranteil Schweiz | 24 % (76 % Nicht-Nutzer) |
| Häufigste Kategorie (DE) | Elektronik (50 %) |
| Hauptgrund der Nutzung | Budgetplanung (46 % in DE/FR) |
| Typische Schwelle (EU) | Ab 250 Euro |
| Starke psychische Belastung (CH) | 23 % der Nutzer |
| onlinemarktplatz.de Newsletter |
|---|
Sparen Sie sich die Suche nach den relevanten Themen. Wir senden Ihnen einmal wöchentlich die meistgelesenen News und wichtigsten Updates direkt in Ihr Postfach. |