Markt für Heimtextilien: Stationärer Handel verliert Marktanteile an Onlinehandel

Die Entwicklungen im Markt für Heimtextilien zeigen einen anhaltenden Abwärtstrend. Nach aktuellen Daten des „Branchenberichts Haus- und Heimtextilien“ vom IFH KÖLN in Zusammenarbeit mit der BBE Handelsberatung sinkt das Marktvolumen im Jahr 2025 voraussichtlich um 1,2 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro. Gleichzeitig verlagert sich das Geschäft in den digitalen Raum, was veränderte Anforderungen an Hersteller und Händler stellt.

📌 Auf einen Blick

Der Markt für Heimtextilien verzeichnet 2025 einen Umsatzrückgang auf 8,7 Milliarden Euro. Während Teilbereiche wie textile Bodenbeläge strukturell an Bedeutung verlieren, wächst der Anteil im Onlinehandel seit 2016 um 12 Prozentpunkte.

Markt für Heimtextilien: Stationärer Handel verliert Marktanteile an Onlinehandel
Markt für Heimtextilien: Stationärer Handel verliert Marktanteile an Onlinehandel

Langfristiger Abwärtstrend prägt den Markt für Heimtextilien

Eine detaillierte Betrachtung der vergangenen Dekade offenbart, dass sich die Branche in einer anhaltenden Konsolidierungsphase befindet. Dieser strukturelle Rückgang manifestiert sich im Jahr 2025 in einem weiteren Minus von 1,2 Prozent, wodurch der Gesamtumsatz auf 8,7 Milliarden Euro fällt. Zu diesen Ergebnissen gelangt ein aktueller Branchenbericht des IFH Köln in Kooperation mit der BBE Handelsberatung. Marktexperten gehen davon aus, dass sich diese moderat rückläufige Entwicklung auch in den kommenden Jahren bis zum Ende des Jahrzehnts im Jahr 2030 fortsetzen wird.

Kurzfristige Sonderkonjunkturen, wie der verstärkte Fokus auf das eigene Zuhause während der Pandemie, haben dem Markt zwischenzeitlich Impulse verliehen. Diese Phase erwies sich jedoch als wenig nachhaltig. In der gegenwärtigen Situation zeigt sich das Nachfrageverhalten der Konsumenten wieder verhaltener, was dazu führt, dass viele Anschaffungen für den privaten Wohnbereich aufgeschoben werden. Für die Marktteilnehmer resultiert daraus ein dauerhaft anspruchsvolles Geschäftsumfeld.

Verschiebung der Präferenzen bei Bodenbelägen und Textilien

Die Analyse der verschiedenen Teilmärkte verdeutlicht, dass der Rückgang beinahe alle Warengruppen erfasst. Im Markt für Heimtextilien betrifft dies Segmente wie Bettwaren, Gardinen, Dekostoffe sowie klassische Haus-, Tisch- und Bettwäsche. Signifikante Einbußen verzeichnen dabei die textilen Bodenbeläge. In der Zeitspanne zwischen 2019 und 2024 hat diese Produktkategorie kontinuierlich an Relevanz verloren. Vollflächige Teppichböden, die in der Vergangenheit sowohl im privaten als auch im gewerblichen Sektor als Standard galten, werden zunehmend durch nicht-textile Alternativen wie elastische Bodenbeläge substituiert. Konsumenten und gewerbliche Abnehmer treffen diese Entscheidung häufig aus optischen, hygienischen oder gesundheitlichen Erwägungen.

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Eine Ausnahme in diesem ansonsten rückläufigen Umfeld bilden die Webteppiche. Hierzu zählen unter anderem kleinere Synthetik-Teppiche, die ihr Umsatzniveau langfristig halten können und zuletzt sogar ein leichtes Umsatzplus verbuchten. Dennoch fehlen in den etablierten Warengruppen derzeit die notwendigen Wachstumstreiber. Bereiche wie Matratzen und klassische Teppichböden bremsen den Gesamtmarkt aus, was die Analysten auf strukturelle Veränderungen und nicht auf kurzfristige Schwankungen zurückführen.

Digitale Absatzwege im Markt für Heimtextilien gewinnen an Gewicht

Während das generelle Marktvolumen schrumpft, nimmt der Wettbewerbsdruck im digitalen Raum spürbar zu. Der Onlinehandel etabliert sich zunehmend als zentraler Vertriebskanal im Markt für Heimtextilien. Seit dem Jahr 2016 haben spezialisierte Onlinehändler und Plattformen wie Amazon, Otto oder Temu ihren gemeinsamen Marktanteil um zwölf Prozentpunkte ausgebaut.

Diese Verschiebung betrifft jedoch nicht ausschließlich die reinen Internetanbieter. Auch Hersteller und traditionell stationäre Handelsunternehmen, darunter Lebensmittelhändler und Discounter wie Lidl oder Kaufland, partizipieren an der Verlagerung in den digitalen Raum. Sie konnten ihre Onlineumsätze im selben Zeitraum um 32 beziehungsweise 78 Prozent steigern. Diese Zahlen belegen, dass die Präsenz im Internet für alle Akteure der Branche eine entscheidende Voraussetzung darstellt, um in einem schrumpfenden Gesamtmarkt Marktanteile zu sichern oder auszubauen.

Anpassungsdruck für Händler und Hersteller in den kommenden Jahren

Die prognostizierte Entwicklung bis 2030 erfordert von den Unternehmen weitreichende strategische Anpassungen. Da der Markt für Heimtextilien strukturelle Einbußen hinnehmen muss, verlagert sich der Fokus von der reinen Marktausweitung auf die Verdrängung von Mitbewerbern und die Erschließung neuer digitaler Vertriebswege. Die Herausforderung besteht darin, das Sortiment an die veränderten hygienischen und optischen Ansprüche der Konsumenten anzupassen und gleichzeitig die eigene Sichtbarkeit im E-Commerce zu erhöhen. Die fehlenden Wachstumstreiber im stationären Geschäft zwingen die Akteure dazu, ihre Geschäftsmodelle zu überprüfen und Investitionen gezielt in den Ausbau der eigenen digitalen Aktivitäten zu lenken, um dem anhaltend anspruchsvollen Marktumfeld zu begegnen.

Faktenbox

Zentrale Marktdaten: Haus- und Heimtextilien 2025
Prognostiziertes Marktvolumen 20258,7 Milliarden Euro
Entwicklung des Gesamtmarktes (2024 zu 2025)Rückgang um 1,2 Prozent
Zuwachs Online-Marktanteil (seit 2016)+ 12 Prozentpunkte (Onlinespezialisten)
Wachstum Online-Umsatz Stationärhandel (seit 2016)+ 78 Prozent
Wachstum Online-Umsatz Hersteller (seit 2016)+ 32 Prozent
Marktprognose bis 2030Moderat rückläufige Entwicklung erwartet