Worldpay Mutter Global Payments integriert Wero Zahlungsverfahren für den europäischen Handel
Global Payments Inc. hat den Beitritt seiner Geschäftseinheit Worldpay zur European Payments Initiative (EPI) offiziell bekannt gegeben. Durch diese Partnerschaft als Principal Member erhält das Unternehmen die technische Grundlage, um das Wero Zahlungsverfahren in den kommenden Monaten großflächig für europäische Händler bereitzustellen. Die Integration erfolgt vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Konsolidierung im Zahlungsverkehrssektor und zielt auf die Etablierung einer unabhängigen europäischen Zahlungslösung ab.
📌 Auf einen Blick
Global Payments ermöglicht durch den EPI-Beitritt die Integration des Wero Zahlungsverfahren für gewerbliche Kunden. Über 52 Millionen Bestandskunden können damit zeitnah Echtzeit-Zahlungen im europäischen Online-Handel durchführen. Die technische Abwicklung basiert auf SEPA Instant Credit Transfers und wird im Laufe des Jahres 2026 auf den stationären Handel ausgeweitet.
Strategische Integration nach der Worldpay-Übernahme
Inhaltsverzeichnis
Die Entscheidung zur Einführung der neuen Zahlungslösung folgt unmittelbar auf den Abschluss der Übernahme von Worldpay durch Global Payments im Januar 2026. Durch diesen Zusammenschluss entstand ein spezialisierter Anbieter für Zahlungslösungen, der nun die Infrastruktur der European Payments Initiative nutzt. Das Wero Zahlungsverfahren wird dabei als Ergänzung zu bestehenden internationalen Zahlungsmethoden positioniert. Das Ziel besteht darin, den europäischen Markt mit einer souveränen digitalen Wallet-Lösung zu bedienen, die direkt auf die Kontoinfrastruktur der beteiligten Banken zugreift.
Da der Anteil des mobilen E-Commerce bis zum Jahr 2030 auf voraussichtlich 65 Prozent steigen wird, reagiert das Unternehmen mit der Bereitstellung mobiler Bezahloptionen auf die veränderten Marktbedingungen. Die Integration in die bestehenden Systeme der Händler soll ohne zusätzliche Hardware-Anforderungen erfolgen, was die technische Hürde für die Akzeptanz des Wero Zahlungsverfahren reduziert.
Technologische Basis und Marktentwicklung in Europa
Das Wero Zahlungsverfahren operiert als Account-to-Account-Lösung (A2A). Im Gegensatz zu kartenbasierten Systemen werden Transaktionen in Echtzeit direkt zwischen den Bankkonten der Käufer und Verkäufer abgewickelt. Diese Architektur basiert auf den Schienen des SEPA Instant Credit Transfer. Seit dem Start des Dienstes Mitte 2024 in Ländern wie Deutschland, Frankreich und Belgien hat das System eine Nutzerbasis von etwa 52 Millionen Konsumenten erreicht.
Während die Lösung zu Beginn primär für Zahlungen zwischen Privatpersonen (Peer-to-Peer) genutzt wurde, erfolgt im Jahr 2026 der planmäßige Rollout für den kommerziellen Online-Einzelhandel. Das Marktvolumen für globale A2A-Zahlungen wird für das Jahr 2030 auf nahezu 3,8 Billionen US-Dollar prognostiziert. In diesem Umfeld fungiert das Wero Zahlungsverfahren als europäische Alternative zu außereuropäischen Anbietern und soll die Abhängigkeit von internationalen Kartensystemen verringern.
Implementierung für Händler und operative Vorteile
Für Händler, die das Wero Zahlungsverfahren über Global Payments einbinden, ergeben sich spezifische operative Abläufe. Die Einbindung erfolgt über eine Schnittstelle, die keine grundlegenden Änderungen an der bestehenden Kassenarchitektur erfordert. Durch die sofortige Bestätigung der Zahlung und den unmittelbaren Geldfluss wird das Liquiditätsmanagement auf Händlerseite unterstützt. Zudem entfallen durch den Verzicht auf zwischengeschaltete Instanzen Teile der üblichen Transaktionskosten, was die Kostenstruktur im Vergleich zu klassischen Kreditkartenzahlungen beeinflussen kann.
Kunden nutzen für die Zahlung mobile Endgeräte, wobei die Identifikation und Autorisierung über QR-Codes, Telefonnummern oder direkt in App-Umgebungen stattfindet. Diese Prozesskette ist darauf ausgelegt, die Abbruchraten im digitalen Checkout zu senken und die Kundenzufriedenheit durch einen beschleunigten Zahlungsvorgang zu erhöhen.
Erweiterung der europäischen Zahlungsinfrastruktur
Die Roadmap für das Jahr 2026 sieht vor, dass das Wero Zahlungsverfahren über den Online-Handel hinaus auch am Point of Sale (POS), also im stationären Einzelhandel, verfügbar gemacht wird. Damit wird die Brücke zwischen digitalem und physischem Handel geschlagen. Zusätzlich sind Erweiterungen wie die Integration von Kundenbindungsprogrammen und die Verwaltung von wiederkehrenden Zahlungen sowie Abonnements geplant.
Die European Payments Initiative, die von 16 europäischen Banken und Finanzdienstleistern getragen wird, verfolgt mit der Expansion das Ziel, ein einheitliches mobiles Bezahlsystem für alle europäischen Bürger und Unternehmen zu schaffen. Mit dem Beitritt von Global Payments wird die Reichweite des Systems signifikant erhöht, da das Unternehmen Transaktionen in über 175 Ländern verwaltet und somit eine weitreichende Akzeptanzbasis für das Wero Zahlungsverfahren bereitstellt.
Faktenbox
| Details zum Wero Zahlungsverfahren | |
|---|---|
| Trägerorganisation | European Payments Initiative (EPI) |
| Teilnehmende Institute | 16 Banken/Dienstleister, 27 Mitgliedsinstitutionen |
| Technischer Standard | SEPA Instant Credit Transfer (A2A) |
| Nutzeranzahl | Zirka 52 Millionen Konsumenten in Europa |
| Zeitplan 2026 | Rollout E-Commerce und stationärer Handel (POS) |
| Zusatzfunktionen | Loyalty-Programme, Abomanagement, Echtzeit-Transfer |
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