DHL Global Connectedness Report: Durchschnittliche Transportwege steigen auf 5.010 Kilometer

Der neue DHL Global Connectedness Report 2026, erstellt von DHL und der NYU Stern School of Business, zeigt eine widerstandsfähige Weltwirtschaft. Trotz zunehmender Handelsbeschränkungen und geopolitischer Unsicherheiten verharrt die globale Vernetzung auf einem stabilen Niveau. Die Analyse beruht auf über neun Millionen Datenpunkten und untersucht die internationalen Ströme von Handel, Kapital, Information und Personen in insgesamt 180 Ländern.

📌 Auf einen Blick

Der DHL Global Connectedness Report 2026 konstatiert ein Globalisierungsniveau von 25 % und einen Rückgang des US-China-Handelsanteils auf 2,0 %. Während der Austausch von KI-Infrastruktur das Wachstum treibt, erreichen Transportdistanzen im Warenhandel mit 5.010 Kilometern einen neuen Höchstwert.

DHL Global Connectedness Report 2026
DHL Global Connectedness Report 2026

Stabilität der globalen Vernetzung auf Rekordniveau

Die Messung des Globalisierungsgrades erfolgt im DHL Global Connectedness Report 2026 auf einer Skala von 0 % bis 100 %. Für das Jahr 2025 weist der Bericht einen Wert von 25 % aus, womit das Niveau des Jahres 2022 gehalten wird. Diese Daten verdeutlichen, dass trotz politischer Debatten über eine De-Globalisierung kein breiter Rückzug der Unternehmen hinter nationale Grenzen stattfindet. Das aktuelle Niveau zeigt jedoch auch das Potenzial für künftiges Wachstum auf, da drei Viertel der wirtschaftlichen Aktivitäten weiterhin innerhalb nationaler Grenzen verbleiben. Politische Rahmenbedingungen und Zollvorgaben wirken hierbei als regulierende Faktoren.

Handelsbeziehungen zwischen den USA und China

Ein zentraler Aspekt im DHL Global Connectedness Report 2026 ist die fortschreitende wirtschaftliche Trennung der beiden größten Volkswirtschaften. Der Anteil des Handels zwischen den USA und China am weltweiten Gesamthandel ist deutlich gesunken. Lag dieser Wert im Jahr 2015 noch bei 3,6 % und 2024 bei 2,7 %, so verzeichnete der Bericht für die ersten drei Quartale 2025 nur noch einen Anteil von 2,0 %. Auch bei den Direktinvestitionen ist die Verflechtung gering und liegt bei unter 1 %. Dennoch führt diese punktuelle Entkopplung nicht zu einer Spaltung der Welt in isolierte Blöcke. Viele Handelsströme verlagern sich stattdessen in Länder mit neutraler geopolitischer Ausrichtung, wie Indien oder Vietnam.

Wachstumstreiber durch künstliche Intelligenz

Im Jahr 2025 entwickelte sich der globale Warenhandel dynamischer als in den Vorjahren. Ein wesentlicher Faktor war der Bedarf an Hardware für die digitale Transformation. Laut dem DHL Global Connectedness Report 2026 entfielen in den ersten drei Quartalen 2025 rund 42 % des Wachstums im globalen Warenhandel auf Produkte mit Bezug zu KI-Infrastruktur. Zusätzlich beschleunigten Importeure in den USA ihre Lieferungen zu Beginn des Jahres, um angekündigten Zollerhöhungen zuvorzukommen. Für den Zeitraum bis 2029 prognostiziert die Analyse ein jährliches Handelswachstum von durchschnittlich 2,6 %, was dem Trend des vergangenen Jahrzehnts entspricht.

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Regionale Trends und globale Ranglisten

In der Länder-Rangliste des DHL Global Connectedness Report 2026 belegt Singapur erneut den ersten Platz als am stärksten vernetzte Nation, gefolgt von Luxemburg und den Niederlanden. Europa bleibt die Region mit der höchsten globalen Integration. Das Vereinigte Königreich zeichnet sich durch die am breitesten geografisch verteilten Handelsströme aus, während die Vereinigten Arabischen Emirate den größten Zuwachs an Vernetzung seit 2001 verbuchen konnten. Bei den Personenströmen zeigt sich eine vollständige Erholung nach der Pandemie. Internationale Reisen, Migration und die Mobilität von Studenten haben neue Rekordstände erreicht.

Entwicklung der Transportdistanzen und Regionalisierung

Entgegen der Erwartung einer zunehmenden Regionalisierung des Handels dokumentiert der DHL Global Connectedness Report 2026 längere Transportwege. Im Jahr 2025 legten Handelsgüter eine durchschnittliche Distanz von 5.010 Kilometern zurück. Dies ist der höchste jemals gemessene Wert. Auch bei den Greenfield-Auslandsdirektinvestitionen stieg die durchschnittliche Entfernung auf 6.250 Kilometer. Diese Daten legen nahe, dass Unternehmen weiterhin globale Beschaffungsstrategien verfolgen, anstatt ihre Produktion ausschließlich in benachbarte Regionen zu verlagern. Der Trend zum „Nearshoring“ spiegelt sich somit bisher nicht flächendeckend in den makroökonomischen Daten wider.

Hintergründe und methodische Grundlage des Berichts

Der DHL Global Connectedness Report 2026 dient seit 2011 als Referenz für die Analyse der Globalisierung. Die aktuelle Ausgabe 2026 wertet 14 verschiedene Arten von Strömen aus, um ein präzises Bild der weltweiten Verflechtung zu zeichnen. Die untersuchten 180 Länder repräsentieren 99,6 % des globalen Bruttoinlandsprodukts. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass internationale Kapital- und Informationsflüsse trotz regulatorischer Eingriffe robust bleiben, auch wenn das Wachstum der Informationsströme zuletzt an Dynamik verloren hat. Multinationale Konzerne generieren weiterhin einen stabilen Anteil ihres Umsatzes außerhalb ihrer Heimatmärkte.

Faktenbox

Daten und Kennzahlen zum DHL Global Connectedness Report 2026
Globalisierungsgrad weltweit25 % (stabil seit 2022)
Anteil US-China-Handel2,0 % des Welthandels (2025)
Wachstumsanteil KI-Güter42 % des Warenhandel-Wachstums
Ø Distanz im Warenhandel5.010 Kilometer (Rekordwert)
Meistvernetzte LänderSingapur, Luxemburg, Niederlande
Datenbasis9 Millionen Datenpunkte / 180 Länder