Biometrisches Bezahlen: Gen Z setzt auf Fingerabdruck statt Passwort
Die Art und Weise, wie Verbraucher Transaktionen authentifizieren, befindet sich im Wandel. Laut der aktuellen Studie „Mastercard Payment Pulse 2025“, die vom GfK eBUS durchgeführt wurde, verdrängen moderne Technologien zunehmend klassische Passwörter. Besonders biometrisches Bezahlen gewinnt an Relevanz, wobei vor allem jüngere Menschen zwischen 18 und 29 Jahren diese Entwicklung vorantreiben. Die repräsentative Erhebung verdeutlicht, dass Sicherheitsbedenken und der Wunsch nach mehr Komfort die Hauptursachen für den Umstieg auf Fingerabdruck- und Gesichtsscanner sind.
Wachsende Akzeptanz in der jungen Generation
Inhaltsverzeichnis
Die Studienergebnisse belegen eine deutliche Diskrepanz zwischen den Altersgruppen bei der Nutzung neuer Technologien. Während im Durchschnitt rund jeder dritte Deutsche (34 Prozent) bereits biometrisches Bezahlen nutzt, liegt dieser Wert in der sogenannten Generation Z deutlich höher. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen setzt auf biometrische Verfahren, um Transaktionen zu legitimieren.
Die Einsatzgebiete sind dabei vielfältig. Am häufigsten wird Biometrie zum Entsperren des Smartphones verwendet (45 Prozent). Im Finanzsektor setzen 34 Prozent der Gesamtbevölkerung diese Technologie beim Onlinebanking ein. Bei der jüngeren Zielgruppe vertrauen bereits 52 Prozent auf die biometrische Authentifizierung im Banking-Bereich. Auch beim virtuellen Einkaufen zeigt sich dieser Trend: 41 Prozent der jungen Erwachsenen nutzen hierfür ihre biometrischen Merkmale. Im stationären Handel ist die Nutzung noch geringer, aber auch hier verwendet etwa jeder Fünfte der jungen Befragten entsprechende Verfahren für mobiles Bezahlen.
Sicherheit und Komfort als Hauptargumente
Die Motivation für den Wechsel auf biometrisches Bezahlen ist primär in der Sicherheit begründet. 43 Prozent der Befragten geben an, dass der Schutz vor Missbrauch für sie den größten Vorteil darstellt. An zweiter Stelle folgt der Komfort (37 Prozent), da das Merken komplexer Passwörter oder PINs entfällt. Weitere Faktoren sind die Schnelligkeit der Abwicklung (31 Prozent) und die einfache Umsetzung im Alltag (27 Prozent).
Unter den Nutzern, die bereits Erfahrung mit diesen Verfahren haben, dominiert der Fingerabdruckscan mit 74 Prozent Nutzungshäufigkeit. Die Gesichtserkennung folgt mit 45 Prozent auf dem zweiten Platz. Andere Methoden wie Stimmerkennung oder der Irisscan fristen aktuell noch ein Nischendasein und werden jeweils nur von etwa 5 Prozent der Anwender genutzt.
Passkeys und Tokenisierung im E-Commerce
Ein wesentlicher Aspekt der Studie beleuchtet die Hürden im Online-Handel. Für zwei Drittel der Verbraucher steht der Schutz der Zahlung bei Online-Einkäufen an erster Stelle. Gleichzeitig empfinden 41 Prozent die Weitergabe persönlicher Daten im Internet als problematisch. Vergessene Passwörter stellen zudem für fast 30 Prozent der 30- bis 39-Jährigen ein konkretes Hindernis dar.
Als technische Lösung etablieren sich sogenannte Passkeys. Diese Technologie ermöglicht biometrisches Bezahlen im Internet, indem sie Passwörter durch kryptografische Schlüsselpaare ersetzt. Die Authentifizierung erfolgt lokal auf dem Gerät des Nutzers per Fingerabdruck oder Gesichtsscan. Ein zentrales Sicherheitsmerkmal ist hierbei die Tokenisierung. Sensible Kartendaten werden durch einmalige, verschlüsselte Codes (Token) ersetzt. Das bedeutet, dass die eigentlichen Bezahldaten weder auf den Servern des Händlers noch beim Zahlungsdienstleister im Klartext gespeichert werden müssen. Ziel der Branche ist es, bis zum Jahr 2030 eine vollständige Abdeckung durch Tokenisierung bei digitalen Zahlungen zu erreichen.
Entwicklungspotenzial im stationären Handel
Neben dem Online-Geschäft rücken auch physische Verkaufsstellen in den Fokus neuer Authentifizierungsmethoden. Die Vorstellung, an der Ladenkasse gänzlich ohne physischen Bezahlvorgang auszukommen („Grab & Pay“), stößt auf Interesse. Mehr als ein Drittel der Deutschen kann sich vorstellen, die Gesichtserkennung auch im Supermarkt zu nutzen. In der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen liegt die Zustimmung für solche Szenarien bei über der Hälfte.
Technologien wie Handflächen- oder Irisscans werden derzeit erprobt, um kassenlose Geschäfte zu ermöglichen. Dabei bleiben die Datenschutzstandards ein kritisches Thema. Bei den vorgestellten Verfahren verbleiben die biometrischen Rohdaten lokal auf dem Endgerät oder werden so verarbeitet, dass lediglich ein Authentifizierungsergebnis an das Zahlungsnetzwerk übermittelt wird, ohne dass biometrische Merkmale selbst transferiert werden.
Ausblick auf die technologische Adaption
Die Daten der Erhebung zeigen, dass biometrisches Bezahlen den Status einer Nischentechnologie verlassen hat. Mit einer Nutzungsrate von 79 Prozent bei den unter 30-Jährigen innerhalb der letzten zwölf Monate ist eine breite Marktdurchdringung in dieser Altersklasse bereits Realität. Die Kombination aus steigenden Sicherheitsanforderungen und dem Wunsch nach nahtlosen Einkaufserlebnissen dürfte dazu führen, dass Verfahren wie Passkeys und biometrische Terminals sowohl im E-Commerce als auch im stationären Einzelhandel weiter an Bedeutung gewinnen werden.
Faktenbox
| Eckdaten der Studie: Mastercard Payment Pulse 2025 | |
|---|---|
| Herausgeber | Mastercard (Durchführung durch GfK eBUS) |
| Erhebungszeitraum | 16. bis 20. Oktober 2025 |
| Zielgruppe | Repräsentative Stichprobe von 1.004 Personen (18–74 Jahre) |
| Nutzung Biometrie (Gesamt) | 34 % der Bevölkerung zahlen biometrisch |
| Nutzung Biometrie (Gen Z) | 52 % der 18- bis 29-Jährigen nutzen Verfahren |
| Beliebteste Verfahren | Fingerabdruck (74 %), Gesichtserkennung (45 %) |
| Hauptmotivatoren | Sicherheit (43 %), Komfort (37 %), Schnelligkeit (31 %) |
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