Digital Responsibility Awards 2026: BVDW gibt Shortlist bekannt
Inhaltsverzeichnis
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. hat offiziell die Shortlist für die Digital Responsibility Awards 2026 veröffentlicht. Mit der Bekanntgabe der zehn nominierten Projekte rückt der Verband innovative Ansätze in den Fokus, die digitale Verantwortung in der Praxis umsetzen. Die ausgewählten Einreichungen stammen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum (DACH) und decken ein breites Spektrum an Themenfeldern ab, von der digitalen Inklusion bis hin zur Ressourcenschonung.
Die Digital Responsibility Awards 2026 werden in diesem Jahr bereits zum vierten Mal verliehen. Ziel der Auszeichnung ist es, Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und gemeinnützige Organisationen zu würdigen, die sich über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus für eine nachhaltige und ethische Digitalisierung engagieren. Die nominierten Projekte verteilen sich auf fünf zentrale Kategorien: Digitales Wohlbefinden & Innovation, Digitale Resilienz, Responsible Media & Innovation, Umwelt & Ressourcen sowie Zukunft der Arbeit.
Auswahlprozess durch die Fachjury
Die Entscheidung über die Zusammensetzung der Shortlist oblag einer elfköpfigen Jury. Dieses Gremium setzt sich aus Experten aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen. Die Jurysitzung zur Bestimmung der Finalisten fand im Vorfeld der Bekanntgabe statt. Dabei wurden die eingereichten Projekte intensiv diskutiert und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.
Professor Dr. Benjamin Müller, der als Jurypräsident der Digital Responsibility Awards 2026 fungiert, betonte die Vielfalt der Meinungen innerhalb des Gremiums. Diese Pluralität sei entscheidend, um die Relevanz der Einreichungen in ihren jeweiligen Bereichen fair und umfassend bewerten zu können. Der Auswahlprozess unterstreicht den Anspruch des Awards, nicht nur technische Innovationen zu prämieren, sondern vor allem deren gesellschaftlichen und ethischen Mehrwert.
Die Shortlist 2026 im Überblick
Folgende Projekte haben die Jury überzeugt und konkurrieren um die Auszeichnungen:
| Projekt | Einreicher | Kategorie |
| Outbank – ‚Dein Geld. Deine Daten.‘ | Outbank | Responsible Media & Innovation |
| Ein KIND im Ohr: für mehr Zugänglichkeit! | WPP Media Germany | Responsible Media & Innovation |
| FLOAT – Mixed Reality-Spiel | Hochschule Neu-Ulm – Team Mouseworks | Digitales Wohlbefinden & Inklusion |
| DZT-Mixed Reality App „UNESCO-Welterbestätten“ | German National Tourist Board | Digitales Wohlbefinden & Inklusion |
| Pflege-Engagement digital ermöglichen | Barmer | Digitales Wohlbefinden & Inklusion |
| Smart Region Hub ‚DIGITAL.IM.PULS‘ | Magistrat der Stadt Bad Nauheim | Digitales Wohlbefinden & Inklusion |
| Sharing Communities #TeilenIstDasNeueHaben | 2-SHARE.de by fainin | Umwelt & Ressourcen |
| Resilient Media through Scalable European Technology | Utiq Deutschland | Digitale Resilienz |
| VerantwortungsWerkstatt | Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz | Digitale Resilienz |
| Aivy | Aivy | Zukunft der Arbeit |
Projekte im Bereich Responsible Media & Innovation
In der Kategorie „Responsible Media & Innovation“ konnten sich zwei Projekte für die Shortlist qualifizieren. Die Multibanking-App Outbank überzeugte die Jury mit ihrem Ansatz der Datensparsamkeit. Unter dem Slogan „Dein Geld. Deine Daten.“ setzt die Anwendung auf ein Zero-Knowledge-Prinzip. Finanzdaten werden dabei nicht auf zentralen Servern, sondern ausschließlich lokal auf den Endgeräten der Nutzer gespeichert. Durch den Verzicht auf Tracking zielt das Projekt auf maximale digitale Souveränität und Transparenz ab.
Ebenfalls in dieser Kategorie nominiert ist das Projekt „Ein KIND im Ohr“ von WPP Media Germany für den Kunden KIND. Hierbei handelt es sich um eine KI-gestützte Lösung, die Videowerbung in Echtzeit anpasst. Durch die automatisierte Einblendung von Untertiteln in 15 Sprachen wird digitale Werbung für Menschen mit Hör- und Sprachbarrieren zugänglicher gemacht. Das Projekt demonstriert, wie Inklusion und Effizienzsteigerung im Marketing verknüpft werden können, was sich in einer signifikanten Steigerung der Klickraten widerspiegelte.
Fokus auf Digitales Wohlbefinden und Inklusion
Die Kategorie „Digitales Wohlbefinden & Inklusion“ ist auf der Shortlist der Digital Responsibility Awards 2026 stark vertreten. Ein herausragendes Beispiel ist das Projekt FLOAT der Hochschule Neu-Ulm. Das Mixed-Reality-Spiel verbindet Gaming mit Medizintechnik. Während Nutzer Rätsel lösen, werden Muskeldaten gesammelt, die als Open-Source-Datenbank zur Verfügung gestellt werden, um die Entwicklung von KI-Prothesen zu verbessern.
Auch die Deutsche Zentrale für Tourismus e.V. (DZT) ist mit einer Mixed-Reality-App nominiert. Die Anwendung „UNESCO-Welterbestätten in Deutschland“ ermöglicht interaktive 360-Grad-Erlebnisse von 55 Welterbestätten. Die barrierefreie Produktion der App soll die Teilhabe aller Menschen am Kulturtourismus fördern und dient als Beispiel für inklusives Tourismusmarketing.
Ein weiterer Nominierter in dieser Kategorie ist die Barmer mit ihrem Onlinekurs zur Nachbarschaftshilfe. Das digitale Angebot qualifiziert Menschen kostenlos für die Nachbarschaftshilfe und berücksichtigt dabei die spezifischen Vorgaben der Bundesländer. Ebenfalls nominiert ist der Magistrat der Stadt Bad Nauheim mit dem Smart Region Hub „DIGITAL.IM.PULS“. Dieses Projekt zielt darauf ab, Digitalisierung durch Workshops und Technologien wie VR und 3D-Druck für alle Altersgruppen erlebbar zu machen und so die digitale Teilhabe in der Kommune zu stärken.
Digitale Resilienz und Umweltschutz
Im Bereich „Umwelt & Ressourcen“ sicherte sich die Plattform „2-SHARE.de by fainin“ einen Platz auf der Shortlist der Digital Responsibility Awards 2026. Die Plattform ermöglicht den Aufbau interner Sharing-Communities in Unternehmen und Universitäten. Durch das Verleihen von Gegenständen innerhalb einer Organisation sollen Neuanschaffungen reduziert und CO₂-Emissionen gesenkt werden. Transparente Impact-Reports unterstützen die Integration in Nachhaltigkeitsstrategien.
In der Kategorie „Digitale Resilienz“ ist Utiq Deutschland nominiert. Das Projekt stellt eine Infrastruktur für skalierbare Werbeansprache bereit, die unabhängig von globalen Technologiekonzernen funktioniert. Ziel ist es, die digitale Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken und eine Alternative zu Cookies und Login-IDs zu bieten.
Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz ist mit der „VerantwortungsWerkstatt“ ebenfalls in der Resilienz-Kategorie vertreten. Das kostenfreie Angebot unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei, Corporate Digital Responsibility (CDR) in den Alltag zu integrieren. Durch Lernreisen und Workshops soll das Vertrauen in Technologien und die gesellschaftliche Verantwortung gefördert werden.
Innovationen in der Arbeitswelt
Die fünfte Kategorie, „Zukunft der Arbeit“, wird auf der Shortlist durch die Plattform Aivy repräsentiert. Aivy setzt auf wissenschaftlich fundierte Eignungsdiagnostik, um Personalentscheidungen fairer zu gestalten. Anstatt klassischer Lebensläufe analysiert die Plattform durch spielerische Tests individuelle Stärken und Potenziale. Dieser Ansatz soll die Objektivität bei Einstellungen erhöhen und die Arbeitswelt gerechter machen.
Dr. Moritz Holzgraefe, Vizepräsident des BVDW, hob im Rahmen der Bekanntgabe hervor, dass digitale Verantwortung Mut erfordere. Es gehe darum, bestehende Strukturen zu hinterfragen und neue Wege zu beschreiten. Der Award diene dazu, genau diesen Initiativen Sichtbarkeit zu verleihen und die Menschen hinter den Projekten zu würdigen.
Preisverleihung in Berlin
Die Gewinner der Digital Responsibility Awards 2026 werden am 25. Februar 2026 im Rahmen einer Fachkonferenz in Berlin bekannt gegeben. Die Veranstaltung dient nicht nur der Preisverleihung, sondern soll auch als Plattform für Austausch und Diskussion über verantwortungsvolle Digitalisierung fungieren. Mit der Veröffentlichung der Shortlist ist der erste Schritt zur Auszeichnung der diesjährigen Preisträger getan.
Faktenbox
| Digital Responsibility Award 2026 | |
|---|---|
| Veranstalter | Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. |
| Anzahl Shortlist-Projekte | 10 Projekte |
| Region | DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) |
| Datum der Preisverleihung | 25. Februar 2026 |
| Ort der Verleihung | Berlin |
| Kategorien | Digitales Wohlbefinden, Digitale Resilienz, Responsible Media, Umwelt & Ressourcen, Zukunft der Arbeit |
| onlinemarktplatz.de Newsletter |
|---|
Sparen Sie sich die Suche nach den relevanten Themen. Wir senden Ihnen einmal wöchentlich die meistgelesenen News und wichtigsten Updates direkt in Ihr Postfach. |
