ifo Konjunkturprognose Deutschland: Dämpfer für das Wachstumsjahr 2026
Das ifo Institut zieht im Dezember 2025 eine ernüchternde Bilanz und blickt skeptisch in die Zukunft. Die aktuelle ifo Konjunkturprognose Deutschland revidiert die Hoffnungen für das kommende Jahr deutlich nach unten. Statt des erhofften Aufschwungs rechnen die Ökonomen für 2026 nur noch mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. Auch das fast abgelaufene Jahr 2025 bleibt mit einem minimalen Plus von 0,1 Prozent weit hinter den Potenzialen zurück.
Die erhoffte dynamische Erholung der deutschen Wirtschaft verschiebt sich erneut. In seiner aktuellen Winter-Veröffentlichung vom Dezember 2025 korrigiert das ifo Institut seine Vorhersagen gegenüber dem Herbst spürbar. Die zentrale Nachricht der neuen ifo Konjunkturprognose Deutschland ist die deutliche Abwärtsrevision für das kommende Jahr. Wurde im Herbst noch mit einer kräftigeren Belebung gerechnet, strichen die Forscher ihre Prognose für 2026 nun um 0,5 Prozentpunkte zusammen auf nur noch 0,8 Prozent. Erst für 2027 wird ein leichtes Anziehen auf 1,1 Prozent erwartet – doch auch dieser Wert liegt 0,5 Prozentpunkte unter den früheren Annahmen.
Laufendes Jahr 2025 endet in der Stagnation
Inhaltsverzeichnis
Für das sich dem Ende neigende Jahr 2025 bestätigen die Zahlen das Bild einer stagnierenden Volkswirtschaft. Die ifo Konjunkturprognose Deutschland sieht für das Gesamtjahr 2025 lediglich ein minimales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,1 Prozent. Im Vergleich zur Herbstprognose ist dies eine weitere Korrektur um -0,1 Prozentpunkte.
Timo Wollmershäuser, ifo-Konjunkturchef, nennt die Gründe für die anhaltende Schwäche klar beim Namen: Die deutsche Wirtschaft passt sich nur langsam und kostspielig an den Strukturwandel an. Innovationen und neue Geschäftsmodelle, die für Wachstum sorgen könnten, werden durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur ausgebremst. Das Jahr 2025 geht somit als ein Jahr des Übergangs und der verpassten Chancen in die Statistik ein, in dem die Wirtschaft kaum von der Stelle kam.
US-Zollpolitik belastet den Ausblick für 2026
Ein wesentlicher Grund, warum die ifo Konjunkturprognose Deutschland auch für 2026 keine großen Sprünge erwartet, liegt in der Außenwirtschaft. Die US-Zollpolitik wirft ihre Schatten voraus. Die Unsicherheit durch Zölle bleibt hoch und dämpft die Investitionsbereitschaft. Die ifo-Experten haben berechnet, dass die höheren US-Zölle das deutsche Wachstum im Jahr 2026 massiv um 0,6 Prozentpunkte drücken werden.
Während die Weltwirtschaft in den Jahren 2025 bis 2027 mit durchschnittlich 2,5 Prozent moderat wächst, koppelt sich Deutschland von diesem Trend ab. Die deutsche Industrie verliert an Wettbewerbsfähigkeit und kann nicht im gleichen Maße vom globalen Handel profitieren. Zwar dürften Vorzieheffekte das Exportvolumen 2025 statistisch noch etwas gestützt haben, doch für 2026 droht hier Gegenwind.
Arbeitsmarkt und Inflation: Die Aussichten bis 2027
Die konjunkturelle Flaute hinterlässt Spuren auf dem Arbeitsmarkt, die sich auch im kommenden Jahr zeigen werden. Die ifo Konjunkturprognose Deutschland zeigt auf, dass die Arbeitslosigkeit im Jahr 2025 um rund 161.000 Personen gestiegen ist (Quote: 6,3 %). Für das kommende Jahr 2026 wird eine Stagnation auf diesem erhöhten Niveau erwartet, bevor die Quote 2027 leicht auf 5,9 Prozent sinken könnte.
Bei der Geldentwertung kehrt hingegen etwas Ruhe ein, wenn auch auf einem Niveau oberhalb des EZB-Ziels. Die Inflationsrate wird laut Prognose in den Jahren 2025 und 2026 konstant bei 2,2 Prozent liegen. Sinkende Energiepreise wirken dabei dämpfend, werden jedoch durch steigende Preise bei Dienstleistungen und höhere Lohnkosten kompensiert, was die Kerninflation hartnäckig über der 2-Prozent-Marke hält.
Strukturwandel und Staatsschulden
Die Analyse der ifo Konjunkturprognose Deutschland macht deutlich: Die Probleme sind tiefergehend als eine reine Konjunkturdelle. Das ifo Institut hat das Produktionspotenzial der deutschen Wirtschaft deutlich nach unten revidiert (für 2027 um -0,7 Prozentpunkte gegenüber Herbst). Das bedeutet, dass die Wirtschaft selbst bei voller Auslastung weniger leisten kann als bisher angenommen.
Staatliche Maßnahmen aus Sondervermögen und Entlastungspakete wirken zwar, aber nur verzögert. Für 2026 wird ein positiver Wachstumseffekt von 0,3 Prozentpunkten durch diese Fiskalpolitik erwartet. Dennoch bleibt die finanzielle Lage des Staates angespannt. Der Finanzierungssaldo liegt 2025 bei minus 101,2 Milliarden Euro und wird sich den Prognosen zufolge 2026 auf minus 151,8 Milliarden Euro ausweiten. Ohne tiefgreifende Reformen zur Steigerung der Produktivität und des Arbeitsangebots droht laut Wollmershäuser eine weitere Erosion des Wirtschaftsstandorts.
Faktenbox
| Eckdaten ifo Prognose (Veröffentlicht Dez. 2025) | |
|---|---|
| Laufendes Jahr 2025 (BIP) | 0,1 % (Korrektur: -0,1 PP) |
| Prognose 2026 (BIP) | 0,8 % (Korrektur: -0,5 PP) |
| Prognose 2027 (BIP) | 1,1 % (Korrektur: -0,5 PP) |
| Arbeitslosenquote 2026 | 6,3 % (Stagnation auf Niveau von 2025) |
| Inflationsrate 2026 | 2,2 % |
| Finanzierungssaldo Staat 2026 | -151,8 Mrd. Euro |
| Hauptbelastungsfaktoren | Strukturwandel, US-Zölle (-0,6 PP in 2026) |