ifo Konjunkturprognose Herbst 2025: Wachstum bleibt schwach
Die deutsche Wirtschaft kommt auch im Herbst 2025 kaum in Schwung. Laut der aktuellen ifo Konjunkturprognose Herbst 2025 wächst das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr nur um 0,2 %. Für 2026 und 2027 erwarten die Ökonomen eine Beschleunigung auf 1,3 % beziehungsweise 1,6 %. Damit hat das ifo Institut seine Erwartungen gegenüber der Sommerprognose leicht nach unten korrigiert.
Belastungen durch US-Zölle und schwache Nachfrage
Inhaltsverzeichnis
Ein wesentlicher Grund für die schwache Entwicklung sind laut der ifo Konjunkturprognose Herbst 2025 die weiterhin bestehenden US-Importzölle. Diese belasten das Exportgeschäft deutscher Unternehmen spürbar. Zwar sorgten vorgezogene Verkäufe an US-Kunden im ersten Quartal 2025 für einen kurzfristigen Anstieg der Industrieproduktion, doch im zweiten Quartal schwächte sich dieser Effekt bereits wieder ab.
Auch die Inlandsnachfrage bleibt verhalten. Unternehmen berichten über geringe Auftragseingänge und eine verschlechterte internationale Wettbewerbsposition. Der private Konsum erholt sich nur langsam, die Stimmung der Verbraucher hat sich in den vergangenen Monaten eingetrübt.
Rolle der Finanzpolitik
Entscheidend für den weiteren Verlauf wird nach Einschätzung des ifo Instituts die Finanzpolitik der neuen Bundesregierung. Geplante Maßnahmen wie beschleunigte Abschreibungen, die Senkung der Umsatzsteuer in der Gastronomie, reduzierte Netzentgelte sowie eine höhere Pendlerpauschale könnten ab 2026 stärkere Impulse liefern. Während 2025 nur fiskalische Effekte von rund 9 Milliarden Euro erwartet werden, steigt das Volumen 2026 auf 38 Milliarden Euro und 2027 auf 19 Milliarden Euro.
Konsum und Investitionen
Die privaten Konsumausgaben belaufen sich 2025 auf rund 2.363 Milliarden Euro und steigen 2026 auf 2.432 Milliarden Euro. Auch die staatlichen Konsumausgaben nehmen kontinuierlich zu – von 997 Milliarden Euro 2025 auf über 1.038 Milliarden Euro 2026.
Bei den Bruttoanlageinvestitionen rechnet das ifo Institut mit einem Anstieg von 900,8 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 945,1 Milliarden Euro im Jahr 2026. Besonders die Investitionen in Ausrüstungen sollen mit einem Plus von 5,1 % im Jahr 2026 deutlich zulegen.
Außenhandel bleibt schwach
Die Exportentwicklung zeigt sich in der ifo Konjunkturprognose Herbst 2025 ebenfalls verhalten. 2025 erreichen die Exporte in jeweiligen Preisen rund 1.816 Milliarden Euro, während die Importe bei 1.704 Milliarden Euro liegen. Der Außenbeitrag – also der Überschuss der Exporte über die Importe – sinkt von 111,4 Milliarden Euro 2025 auf 96,7 Milliarden Euro 2026.
Arbeitsmarkt unter Druck
Die schwache Konjunktur wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus. Die Zahl der Erwerbstätigen steigt 2025 lediglich um 19.000 Personen. Gleichzeitig nimmt die registrierte Arbeitslosigkeit um 155.000 zu, wodurch die Quote auf 6,3 % klettert. Erst ab 2026 ist mit einer leichten Entspannung zu rechnen, wenn die Quote wieder auf 6,1 % fällt. Bis 2027 könnte sie auf 5,4 % sinken.
Inflation auf moderatem Niveau
Die ifo Konjunkturprognose Herbst 2025 geht für dieses Jahr von einer Inflationsrate von 2,2 % aus. 2026 dürfte sie leicht auf 2,1 % sinken, bevor sie 2027 infolge steigender CO₂-Preise wieder auf 2,6 % anzieht. Die Energiepreise werden zunächst durch niedrigere Netzentgelte und die Abschaffung der Gasspeicherumlage entlastet, langfristig jedoch durch höhere CO₂-Kosten wieder belastet.
Staatsfinanzen: Defizit steigt wieder
Die Finanzpolitik ist 2025 insgesamt leicht restriktiv, da Entlastungen wie die Inflationsausgleichsprämie auslaufen und die Sozialversicherungsbeiträge steigen. Das Staatsdefizit sinkt daher zunächst auf 2,1 % des BIP. In den Folgejahren weiten sich die Defizite durch die zusätzlichen Ausgaben jedoch wieder auf 3,0 % (2026) und 2,7 % (2027) aus. Der Schuldenstand dürfte bis 2027 auf 63,5 % des BIP klettern.
Risiken und Ausblick
Die Prognose bleibt mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Neben der unklaren Wirkung der nationalen Finanzpolitik hängt die Entwicklung stark von der US-Handelspolitik ab. Sollte es erneut zu Änderungen bei den Zollsätzen kommen, könnte sich die Lage der deutschen Exportwirtschaft weiter verschärfen.
Faktenbox
| ifo Konjunkturprognose Herbst 2025 | |
|---|---|
| Wachstum BIP 2025 | +0,2 % |
| Wachstum BIP 2026 | +1,3 % |
| Wachstum BIP 2027 | +1,6 % |
| Private Konsumausgaben 2025 | 2.363 Mrd. € |
| Bruttoanlageinvestitionen 2025 | 900,8 Mrd. € |
| Exporte 2025 | 1.816 Mrd. € |
| Arbeitslosenquote 2025 | 6,3 % |
| Inflationsrate 2025 | 2,2 % |
| Staatsdefizit 2025 | -2,1 % des BIP |
| onlinemarktplatz.de Newsletter |
|---|
Sparen Sie sich die Suche nach den relevanten Themen. Wir senden Ihnen einmal wöchentlich die meistgelesenen News und wichtigsten Updates direkt in Ihr Postfach. |