Gemeinsame Paketstationen von GLS und DPD: Netzwerk wächst um 150 neue Standorte

Ein Jahr nach Beginn der strategischen Zusammenarbeit ziehen die beiden Logistikdienstleister GLS Germany und DPD Deutschland eine erste Bilanz zum Ausbau ihrer geteilten Infrastruktur. Das Projekt, das darauf abzielt, eine anbieteroffene Out of Home-Infrastruktur (OOH) zu etablieren, verzeichnet rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft 2025 signifikante Fortschritte. Nach Angaben der Unternehmen sind mittlerweile 150 neue, gemeinsame Paketstationen von GLS und DPD vollständig installiert und betriebsbereit. Weitere 500 Standorte befinden sich aktuell in der Phase des Roll-outs. Ziel der Initiative ist es, die Effizienz auf der sogenannten letzten Meile zu steigern und Verbrauchern den Paketempfang sowie den Versand zu erleichtern.

Gemeinsame Paketstationen von GLS und DPD: Netzwerk wächst um 150 neue Standorte
Gemeinsame Paketstationen von GLS und DPD: Netzwerk wächst um 150 neue Standorte

Status quo und Ausbauziele der Infrastruktur

Die beiden Paketdienste verfügen bereits heute über ein etabliertes Netzwerk. Sowohl GLS als auch DPD betreiben jeweils über 10.000 eigene Out of Home-Punkte, die der Abgabe und Annahme von Sendungen dienen. Ein wesentlicher Teil dieser Paketshops und Stationen wurde im Zuge der Kooperation für die Kunden des jeweils anderen Anbieters geöffnet. Diese gegenseitige Öffnung und die Installation neuer Automaten soll insbesondere in Phasen mit hohem Sendungsaufkommen, wie der Vorweihnachtszeit, die Logistikketten entlasten.

Das langfristige Ziel der Partnerschaft ist ambitioniert definiert: Es soll ein flächendeckendes Netzwerk geschaffen werden, das 20.000 Standorte umfasst. Im Zentrum steht dabei das Konzept der Anbieteroffenheit. Anders als bei geschlossenen Systemen, die nur Sendungen eines einzigen Dienstleisters verarbeiten, ermöglichen gemeinsame Paketstationen von GLS und DPD die Bündelung von Paketströmen unterschiedlicher Logistiker an einem Ort. Dies reduziert nicht nur den Flächenverbrauch im öffentlichen Raum, sondern minimiert auch die Wege für den Endverbraucher.

Strategische Neuausrichtung der letzten Meile

Die Kooperation zwischen zwei direkten Wettbewerbern im KEP-Markt (Kurier-, Express- und Paketdienste) stellt eine Besonderheit dar. Michael Knaupe, Chief Customer Experience & Business Development Officer bei DPD Deutschland, bezeichnete die Zusammenarbeit als Beweis dafür, dass Kooperationen auch in einem stark umkämpften Wettbewerbsumfeld funktionieren können. Die Unternehmen betrachten das gemeinsame OOH-Netz als eine Art Blaupause für die urbane Logistik der Zukunft.

Aus Sicht der Logistiker ist dieser Schritt eine notwendige Anpassung an veränderte Marktbedingungen und Kundenbedürfnisse. Jascha Waffender, Director Out of Home bei GLS Germany, unterstreicht, dass die Kundennähe durch eine solche Infrastruktur neu definiert wird. Der Zugang zur Paketannahme soll so einfach und alltäglich werden wie der Gang zum Supermarkt. Durch die Schaffung eines vernetzten Angebots erhoffen sich die Partner eine schnellere und flexiblere Zustellung, die sich stärker am Alltag der Empfänger orientiert. Die gemeinsame Paketstationen von GLS und DPD fungieren hierbei als zentrales Element, um die Zustellprozesse effizienter zu gestalten.

Integration in den Einzelhandel und Individualisierung

Ein wesentlicher Aspekt des aktuellen Roll-outs ist die enge Verzahnung mit dem stationären Einzelhandel. Die neuen Paketstationen werden nicht nur als rein funktionale Einheiten betrachtet, sondern als modulares Retail-Netzwerk. Die Stationen lassen sich hinsichtlich Design, Größe und Funktionsmodulen an die jeweiligen Standorte anpassen. Dies ermöglicht eine Integration sowohl in Innenstädten als auch auf Parkplätzen von Fachmärkten oder in Wohngebieten.

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Zu den ersten Kooperationspartnern aus dem Handel zählen der Getränkespezialist Markgrafen und der Sportfachhändler INTERSPORT. Für diese Einzelhändler bieten die Paketstationen den Vorteil, dass sie zusätzliche Kundenfrequenz generieren können. Michael Körber, Geschäftsführer von Markgrafen, und Sebastian Theissen weisen darauf hin, dass Kunden den Paketempfang zunehmend mit dem regulären Einkauf verbinden, was einen Zusatznutzen darstellt. Auch Thomas Storck von INTERSPORT Deutschland sieht in den Stationen einen Mehrwert für die Kunden, die von flexiblen Abholmöglichkeiten direkt am Point of Sale profitieren.

Marktforschung bestätigt Trend zu OOH-Lösungen

Die strategische Ausrichtung auf gemeinsame Paketstationen von GLS und DPD wird durch aktuelle Marktdaten gestützt. Sowohl das E-Shopping Barometer von Geopost als auch die „Last Mile Delivery Experience Study“ [PDF] des GLS-Tochterunternehmens Bettermile zeigen einen klaren Trend: Kunden fordern mehr Flexibilität bei der Paketzustellung.

Die Beliebtheit von Out of Home-Lösungen wie Paketshops und Automaten nimmt kontinuierlich zu. Verbraucher schätzen die Unabhängigkeit von Zustellzeitfenstern und die Möglichkeit, Retouren unkompliziert abzuwickeln. In einem Markt, der durch steigende Sendungsmengen und gleichzeitigem Fachkräftemangel bei den Zustellern geprägt ist, gelten konsolidierte Zustellpunkte als einer der wichtigsten Hebel zur Sicherung der Servicequalität. Die gemeinsame Initiative von GLS und DPD reagiert auf diese Anforderungen mit einem skalierbaren, anbieteroffenen Ökosystem.

Faktenbox

Eckdaten zum OOH-Netzwerk
Beteiligte UnternehmenGLS Germany, DPD Deutschland
Start der KooperationOktober 2024
Aktuell installierte Stationen150 neue, gemeinsame Standorte (Stand: Ende 2025)
Pipeline (Roll-out)500 weitere Stationen in Umsetzung
Gesamtziel Netzwerk20.000 Standorte (anbieteroffen)
Handelspartner (Auszug)Markgrafen, INTERSPORT
KonzeptAnbieteroffene, modulare Infrastruktur