GLS erweitert Out of Home Netzwerk auf 130.000 Standorte
Die GLS Group hat aktuelle Zahlen zur Entwicklung ihrer Infrastruktur in Europa veröffentlicht. Der Paketdienstleister gibt an, sein GLS Out of Home Netzwerk innerhalb der letzten zwei Jahre deutlich erweitert zu haben. Mit Stand Februar 2026 umfasst das Netz rund 130.000 Standorte. Diese Zahl stellt im Vergleich zum Stand von vor 24 Monaten eine Beinahe-Verdopplung dar, als noch 70.000 Annahme- und Abgabestellen verzeichnet wurden. Der Fokus der Expansion liegt auf einer Mischung aus Paketshops und automatisierten Paketstationen, um den steigenden Bedarf im E-Commerce und im B2C-Segment zu decken.
Die GLS Group hat ihr europäisches Out of Home Netzwerk innerhalb von zwei Jahren auf rund 130.000 Standorte fast verdoppelt. Mit einem Fokus auf Paketstationen und strategische Partnerschaften reagiert der Logistiker auf den E-Commerce-Boom, wodurch bereits 29 Prozent der B2C-Sendungen direkt an Shops oder Locker zugestellt werden.
Ausbau der Infrastruktur und Paketvolumina
Inhaltsverzeichnis
Die Struktur des aktuellen Netzwerks setzt sich aus etwa 100.000 Paketshops und 30.000 Paketstationen zusammen. Diese Verdichtung der Infrastruktur korreliert mit einer Veränderung der Zustellpräferenzen bei den Empfängern. Laut Unternehmensangaben werden mittlerweile 29 Prozent aller Pakete im Bereich Business-to-Consumer (B2C) direkt an einen Standort im GLS Out of Home Netzwerk zugestellt, anstatt an die Haustür.
Besonders deutlich zeigte sich die Auslastung während der sogenannten Peak Season 2025. Im Zeitraum vom 1. November bis zum 31. Dezember 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg des Paketvolumens in den Out-of-Home-Kanälen um 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Diese Daten deuten auf eine zunehmende Akzeptanz alternativer Zustelloptionen hin. Trotz des Fokus auf die Außer-Haus-Zustellung bleibt die klassische Haustürzustellung weiterhin ein fester Bestandteil des Serviceangebots, ergänzt durch digitale Services wie Live-Tracking und Umleitungsoptionen.
Strategische Kooperationen in Deutschland und Italien
Ein wesentlicher Treiber für das Wachstum im GLS Out of Home Netzwerk sind strategische Partnerschaften und Akquisitionen in Schlüsselmärkten. In Deutschland haben Kunden derzeit Zugriff auf über 10.000 GLS Points. Um die Dichte der Übergabepunkte weiter zu erhöhen, kooperiert GLS mit dem Wettbewerber DPD. Das erklärte Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Schaffung von 20.000 gemeinsam nutzbaren Paketshops und Paketstationen in den kommenden Jahren.
Auch in Italien wurde die Marke von 10.000 Standorten überschritten. Hier trug die Übernahme von ProntoPacco im Jahr 2023 maßgeblich zur Erweiterung bei, welche über 10.000 zusätzliche Punkte in das GLS Out of Home Netzwerk integrierte. Neben den Akquisitionen setzt das Unternehmen in Italien verstärkt auf den Aufbau eigener, GLS-gebrandeter Paketstationen sowie auf Partnerschaften mit dem lokalen Einzelhandel.
Entwicklung in Osteuropa und den Niederlanden
Die Expansionsstrategie zeigt sich auch in den osteuropäischen Märkten sowie den Benelux-Ländern. In der Tschechischen Republik ermöglicht eine Partnerschaft mit DPD den Zugriff auf 2.100 gemeinsam nutzbare Paketstationen. Dies stellt ein Novum dar, da Paketdienste in dieser Region ihre Netzwerke erstmals gegenseitig öffnen. In Ungarn betreibt GLS eines der größten Netzwerke an Paketstationen mit über 2.700 Einheiten. In der Hauptstadt Budapest befinden sich davon rund 500 Stationen, was in dicht besiedelten Gebieten eine hohe Erreichbarkeit gewährleistet.
In Polen wurden durch Kooperationen mit Drittanbietern im Zeitraum bis Dezember 2025 rund 18.000 neue Standorte geschaffen, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr darstellt. In den Niederlanden kooperiert GLS mit PostNL, wodurch Kunden Zugang zu 1.200 Paketstationen erhalten. Diese regionalen Maßnahmen tragen aggregiert zur Gesamtgröße des europäischen Netzwerks bei.
Langfristige Ziele bis 2030
Der Logistikdienstleister hat für die kommenden Jahre weitere Ziele definiert. Bis spätestens 2030 plant GLS den Betrieb von 30.000 eigenen Paketstationen. Parallel dazu soll das Pick-up-and-Drop-off-Netz (PUDO) sowie offene Partnernetzwerke weiter ausgebaut werden. Das Unternehmen betont hierbei, dass der Fokus nicht allein auf der quantitativen Größe liegt, sondern auf der Qualität und der strategischen Platzierung der Standorte im GLS Out of Home Netzwerk.
Auch innerhalb der Muttergesellschaft International Distribution Services (IDS) ist dieser Trend erkennbar. Das britische Schwesterunternehmen Royal Mail hat die Anzahl seiner eigenen Paketstationen und Shops innerhalb eines Jahres um 80 Prozent erhöht und verfügt über mehr als 25.000 Punkte im Vereinigten Königreich. Das dortige Ziel liegt bei 45.000 Standorten bis zum Jahr 2030.
Faktenbox
| Kennzahlen zum GLS Out of Home Netzwerk (Stand Feb. 2026) | |
|---|---|
| Gesamtzahl Standorte Europa | 130.000 |
| Anzahl Paketshops | ca. 100.000 |
| Anzahl Paketstationen | ca. 30.000 |
| Anteil B2C-Zustellungen OOH | 29 % |
| Volumenanstieg Peak Season 2025 | + 43 % (im Vgl. zum Vorjahr) |
| Ziel eigene Paketstationen 2030 | 30.000 |
| Standorte Deutschland | > 10.000 (Ziel 20.000 mit DPD) |
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