Verbraucherstimmung im Abwärtstrend: HDE-Konsumbarometer markiert Tiefststand im Dezember

Die Verbraucherstimmung im Abwärtstrend setzt sich im Dezember fort. Das aktuelle HDE-Konsumbarometer zeigt den niedrigsten Stand seit Beginn des Jahres 2025. Weder die Vorweihnachtszeit noch zuletzt beschlossene politische Entlastungen reichen aus, um die Konsumlaune spürbar zu stabilisieren. Das Jahr endet damit nahezu auf dem Niveau, auf dem es begonnen hat – mit einem insgesamt gedämpften Verbrauchervertrauen.

Verbraucherstimmung im Abwärtstrend: HDE-Konsumbarometer markiert Tiefststand im Dezember
Verbraucherstimmung im Abwärtstrend: HDE-Konsumbarometer markiert Tiefststand im Dezember

Anschaffungsneigung sinkt weiter – Konsumverschiebung hin zum Sparen

Die Verbraucherstimmung im Abwärtstrend bestätigt sich vor allem in der wachsenden Kaufzurückhaltung der Haushalte. Laut HDE-Konsumbarometer nimmt die Anschaffungsneigung im Dezember erneut ab. Obwohl das Weihnachtsgeschäft für gewöhnlich einen saisonalen Nachfrageimpuls bietet, bleibt die Konsumfreude gedämpft. Viele Haushalte planen, in den kommenden Wochen höhere Sparbeträge zu bilden. Diese Verlagerung vom Konsum hin zum Sparen deutet auf eine fortgesetzte Verunsicherung hin. Die Folge: Der Handel rechnet mit einem eher verhaltenen Jahresendgeschäft ohne große Impulse für Umsatzsteigerungen.

Negative Konjunkturerwartungen prägen die Stimmung

Ein zentraler Faktor der weiterhin niedrigen Konsumlaune sind die pessimistischen Erwartungen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die Befragten bewerten die Wirtschaftsaussichten schlechter als im Vormonat. Die Indikatoren für die Konjunkturerwartungen fallen auf den niedrigsten Wert seit Anfang 2024. Die Verbraucherstimmung im Abwärtstrend zeigt somit, dass die Haushalte nicht davon ausgehen, dass der Jahreswechsel eine konjunkturelle Erholung einleiten könnte.

Unsicherheiten, unter anderem im internationalen Umfeld, die Preisentwicklung sowie eine insgesamt zurückhaltende wirtschaftliche Dynamik verstärken diese negative Einschätzung. Dadurch bleiben Verbraucherausgaben gedämpft – ein Faktor, der das Wachstum im Inland weiterhin belastet.

Einkommenserwartungen steigen – dennoch kaum positive Konsumimpulse

Interessanterweise verbessert sich die Einschätzung der persönlichen Einkommenslage im Dezember. Die Einkommenserwartungen steigen im Vergleich zum Vormonat. Dies könnte im Zusammenhang mit den ersten politischen Entlastungsmaßnahmen stehen, die die Bundesregierung auf den Weg gebracht hat. Dennoch bleibt dieser Effekt bislang ohne spürbare Auswirkungen auf die Konsumneigung.

Der Widerspruch zwischen positiveren Einkommenserwartungen und sinkender Anschaffungsneigung verstärkt die Einschätzung, dass Verbraucher trotz besserer finanzieller Perspektive vorsichtig bleiben. Damit prägt die Verbraucherstimmung im Abwärtstrend weiterhin das Gesamtbild: Einkommenserwartungen steigen, aber das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung bleibt schwach.

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Ein nahezu verlorenes Jahr für die Konsumlaune

Das HDE-Konsumbarometer macht deutlich, dass 2025 aus Sicht des Verbrauchervertrauens ein enttäuschendes Jahr war. Trotz einzelner Stabilisierungsmomente blieb der Index im Jahresverlauf auf niedrigem Niveau. Der Dezember markiert jedoch den tiefsten Punkt seit Jahresbeginn. Für den Handel bedeutet dies eine weiterhin schwierige Ausgangslage, insbesondere in der umsatzstarken Weihnachtsperiode.

Der private Konsum, eine wichtige Stütze für das Wirtschaftswachstum, bleibt damit geschwächt. Solange sich die Verbraucherstimmung im Abwärtstrend befindet, sind neue Wachstumsimpulse im Inland unwahrscheinlich. Die derzeitige Entwicklung könnte sich somit auf die konjunkturellen Erwartungen für 2026 auswirken.

Hintergrund: Methodik des HDE-Konsumbarometers

Das HDE-Konsumbarometer erscheint monatlich jeweils am ersten Montag und basiert auf einer Umfrage unter 1.600 Personen. Abgefragt werden unter anderem Anschaffungsneigung, Sparverhalten, finanzielle Lage sowie allgemeine wirtschaftliche Erwartungen. Erhoben wird nicht das aktuelle Einkaufsverhalten, sondern die voraussichtliche Konsumstimmung der kommenden drei Monate. Entwickelt wird der Index vom Handelsblatt Research Institute (HRI) im Auftrag des Handelsverbands Deutschland.

Keine schnelle Trendwende in Sicht

Eine kurzfristige Erholung der Konsumlaune erscheint derzeit unwahrscheinlich. Auch zu Jahresbeginn könnten die Unsicherheiten über wirtschaftliche Entwicklungen bestehen bleiben. Eine Kombination aus stabilen Rahmenbedingungen, einer verlässlichen Preisentwicklung und steigender Planungssicherheit könnte künftig zur Entspannung beitragen. Bis dahin bleibt die Verbraucherstimmung im Abwärtstrend, was gesamtwirtschaftliche Dynamik weiterhin begrenzt.

Faktenbox

Kernaussagen zur Verbraucherstimmung im Abwärtstrend
Niedrigster Indexwert seit JahresbeginnDas HDE-Konsumbarometer zeigt im Dezember den tiefsten Stand 2025.
Sinkende AnschaffungsneigungHaushalte planen weniger Konsumausgaben und erhöhen ihre Sparquote.
Pessimistische KonjunkturerwartungenWirtschaftliche Erwartungen fallen auf niedrigstes Niveau seit Anfang 2024.
Steigende EinkommenserwartungenPositive Aussicht trotz schwacher Konsumimpulse, möglicherweise wegen politischer Entlastungen.