GS1 Exchange
Am 4. November 2026 stellt GS1 Germany in Köln die praktische Umsetzung neuer Nachhaltigkeitsvorgaben in den Mittelpunkt. Unter dem Titel „GS1 EXCHANGE: Data for Sustainability“ geht es um GS1 Nachhaltigkeitsdaten für PPWR, EmpCo, EUDR und CSRD. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Unternehmen, die Verpackungs-, Herkunfts- und ESG-Daten über mehrere Lieferstufen hinweg organisieren müssen.
📌 Auf einen Blick
Die Fachveranstaltung findet am 4. November 2026 im GS1 Germany Knowledge Center in Köln statt. Im Mittelpunkt stehen GS1 Nachhaltigkeitsdaten, vier parallele Fachsessions und die Frage, wie Unternehmen regulatorische Angaben standardisiert austauschen können.

GS1 Nachhaltigkeitsdaten zwischen Gesetz und Datenmodell
PPWR, EmpCo, EUDR und CSRD verlangen unterschiedliche Informationen, treffen in Unternehmen aber häufig auf dieselben Stammdaten- und Lieferkettenprozesse. Bei der PPWR im Onlinehandel geht es unter anderem um Verpackungsmaterialien, Gewichte, Kennzeichnung und Konformitätsnachweise. EmpCo verschärft zugleich die Anforderungen an belegbare Umweltaussagen; eine bloß grüne Formulierung ersetzt keinen belastbaren Nachweis.
Die Veranstaltung setzt deshalb nicht bei allgemeinen Nachhaltigkeitszielen an, sondern bei Datenmodellen und Austauschwegen. GS1 Nachhaltigkeitsdaten sollen nach Darstellung des Veranstalters helfen, Informationen über GDSN, GS1 Digital Link und weitere Standards zwischen Unternehmen weiterzugeben. Das ist zunächst ein Lösungsansatz von GS1 und kein behördlicher Nachweis dafür, dass jede damit umgesetzte Datenarchitektur automatisch alle gesetzlichen Pflichten erfüllt.
Vier parallele Fachsessions statt allgemeiner Nachhaltigkeitsdebatte
Das Programm beginnt nach der Öffnung um 9:30 Uhr mit Beiträgen von GS1 Germany, dem Handelsverband Deutschland, dem Markenverband, KPMG und dem Wuppertal Institut. Am Nachmittag folgen parallele Sessions zu PPWR und CSRD sowie anschließend zu EmpCo und EUDR. Geplant sind unter anderem Beiträge von EFRAG, Metro, Verbraucherzentrale NRW, Melitta und Vertretern aus Verbänden und Beratung.
Die PPWR-Session behandelt den Austausch von Verpackungsdaten und Konformitätsinformationen. Bei CSRD stehen ESG-Daten und der Product Carbon Footprint im Mittelpunkt. Die EmpCo-Session verbindet rechtliche Fragen mit Claims, Siegeln und Nachweisen. Der EUDR-Block befasst sich mit Herkunftsdaten, Sorgfaltsprozessen und standardisiertem Datenaustausch. Der Digitale Produktpass spielt ebenfalls eine Rolle, ist aber nur ein Baustein der breiteren Datenarchitektur.
Damit verbinden die Veranstalter GS1 Nachhaltigkeitsdaten mit konkreten Prozess- und Rechtsfragen, statt sie nur als abstraktes ESG-Thema zu behandeln.
Preise unterscheiden sich nach Teilnehmergruppe
Der häufig genannte Preis von 199 Euro gilt nur für Handel und Industrie und versteht sich zuzüglich Umsatzsteuer. Dienstleister zahlen 449 Euro, mit Solutionpartner-Rabatt 404,10 Euro. Mitglieder von D4S-Projektgruppen sowie bestimmten GS1-Gremien und Expertenkreisen können kostenfrei teilnehmen. Nach Angaben des Veranstalters ist eine kostenfreie Stornierung bis zum 7. Oktober 2026 möglich; danach wird die gesamte Teilnahmegebühr fällig. Ein Ersatzteilnehmer kann gestellt werden.
Im Buchungsprozess erscheint zusätzlich ein Crashkurs am 3. November 2026. Er wird bei mehreren Tarifen ohne sichtbaren Aufpreis angeboten. Eine belastbare öffentliche Beschreibung von Inhalt, Uhrzeit und Teilnahmebedingungen ist derzeit jedoch nicht auffindbar. Interessenten sollten diesen Punkt vor der Buchung klären.
Was Händler konkret mitnehmen können
Für Händler mit Eigenmarken, Importware oder komplexen Lieferketten sind GS1 Nachhaltigkeitsdaten vor allem eine Frage der operativen Verfügbarkeit: Welche Verpackungsdaten liegen vor, wer liefert Geokoordinaten und Herkunftsnachweise, und wie werden Umweltclaims technisch mit Belegen verbunden? Der bestehende Beitrag zur EmpCo-Richtlinie und zu Umweltclaims zeigt, dass Marketing und Datenhaltung nicht länger getrennt betrachtet werden können.
Weniger unmittelbar ist der Nutzen für kleine Händler ohne Eigenmarken oder betroffene Rohstoffe. Sie erhalten regulatorischen Überblick, dürften aber nicht jede vorgestellte Datenlösung benötigen. Hinzu kommt: Mehrere Programmpunkte stammen von Beratungs- und Technologieanbietern, die zugleich als Sponsoren auftreten. Die Veranstaltung kann praktische Einblicke liefern, ersetzt aber weder eine individuelle Rechtsprüfung noch eine neutrale Marktübersicht aller verfügbaren Systeme.
Offene Punkte trotz detaillierter Agenda
Die Agenda ist weitgehend veröffentlicht, enthält in der EUDR-Session aber noch einen Referenten in Anfrage. Auch die Veranstaltungssprache und eine endgültige Anmeldefrist nennt GS1 nicht ausdrücklich. Nach Angaben des Veranstalters arbeiten mehr als 40 Unternehmen aus Handel und Industrie am Programm Data for Sustainability. Diese Zahl beschreibt die Beteiligung am GS1-Programm, nicht die Zahl produktiv eingeführter Lösungen.
Damit rückt die Konferenz ein reales Problem ins Zentrum: Vorschriften entstehen getrennt, die benötigten Daten landen jedoch in denselben IT-Systemen. Ob GS1 Nachhaltigkeitsdaten den Aufwand tatsächlich reduzieren, hängt deshalb weniger von Präsentationen als von Datenqualität, Schnittstellen und der Zusammenarbeit zwischen Lieferanten, Herstellern und Händlern ab.
Faktenbox
| GS1 EXCHANGE: Data for Sustainability | |
|---|---|
| Termin | Mittwoch, 4. November 2026 |
| Zeit | 10:00 bis 18:00 Uhr; Öffnung ab 9:30 Uhr, anschließend Get-together |
| Ort | GS1 Germany Knowledge Center, Stolberger Straße 108a, 50933 Köln |
| Format | Präsenzveranstaltung |
| Themen | PPWR, EmpCo, EUDR, CSRD, GDSN, GS1 Digital Link und Digitaler Produktpass |
| Preis Handel und Industrie | 199 Euro pro Person zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer |
| Preis Dienstleister | 449 Euro pro Person zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer |
| Stornierung | Kostenfrei bis 7. Oktober 2026; danach volle Teilnahmegebühr, Ersatzteilnehmer möglich |
| Veranstalter | GS1 Germany GmbH |
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