Rohlik Group Geschäftszahlen 2025: Umsatzsprung auf 1,3 Milliarden Euro und operative Profitabilität

Die europäische E-Food-Gruppe Rohlik hat ihre vorläufigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Der Online-Lebensmittelhändler, der unter anderem in Deutschland (Knuspr), Österreich (Gurkerl) und Tschechien (Rohlik) aktiv ist, verzeichnete ein deutliches Wachstum bei Umsatz und Bestellvolumen. Nach Unternehmensangaben konnte der Nettoumsatz in den letzten zwölf Monaten um rund 36 Prozent gesteigert werden. Ein besonderer Fokus lag im abgelaufenen Jahr auf der Skalierung der Infrastruktur sowie der Erreichung der Profitabilität, die gegen Ende des Jahres realisiert wurde. Die Rohlik Group Geschäftszahlen 2025 markieren damit einen strategischen Wendepunkt vom reinen Wachstum hin zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell.

Rohlik Group Geschäftszahlen 2025
Rohlik Group Geschäftszahlen 2025

Umsatzentwicklung und Bestellrekorde im Detail

Im direkten Jahresvergleich zeigen die Rohlik Group Geschäftszahlen 2025 eine massive Expansion des Geschäftsvolumens. Während der Nettoumsatz im vorangegangenen Zwölf-Monats-Zeitraum noch bei rund 925 Millionen Euro lag, kletterte dieser Wert im Jahr 2025 auf fast 1,3 Milliarden Euro. Diese Steigerung von mehr als einem Drittel unterstreicht die wachsende Akzeptanz des Online-Lebensmittelhandels in den europäischen Kernmärkten der Gruppe.

Besonders das Weihnachtsgeschäft fungierte als starker Treiber für diese Entwicklung. In der Hochphase zum Jahresende überschritt das Unternehmen die Marke von 100.000 Bestellungen pro Tag. Der absolute Spitzenwert wurde an einem einzigen Tag mit 114.193 ausgelieferten Bestellungen erreicht. Diese logistische Belastungsprobe gilt in der Branche als wichtiger Indikator für die Stabilität der Lieferketten und der IT-Infrastruktur. Die Bewältigung dieses Volumens erforderte die Koordination über mehrere Ländergrenzen und Teams hinweg.

Finanziell war das Erreichen der Profitabilitätsschwelle eines der Kernziele für 2025. Das Unternehmen gibt an, im November bereits schwarze Zahlen geschrieben zu haben, wobei sich dieser Trend im Dezember fortsetzte. Für die Unternehmensführung stellt dies den entscheidenden Beweis dar, dass das Geschäftsmodell nicht nur auf Skalierung, sondern auch auf wirtschaftlicher Nachhaltigkeit basiert.

Technologische Expansion und Automation als Wachstumstreiber

Hinter den reinen Finanzkennzahlen der Rohlik Group Geschäftszahlen 2025 steht ein massiver Ausbau der technologischen und physischen Infrastruktur. Um die steigende Nachfrage bedienen zu können, investierte der Konzern erheblich in die Automatisierung seiner Fulfillment-Center. Ein zentraler Meilenstein war die Inbetriebnahme des zweiten Standorts in Budapest („Budapest 2“), wodurch die Kapazitäten in Ungarn signifikant erweitert wurden.

In Wien setzte das Unternehmen neue Maßstäbe in der Lagerlogistik. Dort wurde ein AutoStore-System implementiert, das über eine Echtzeit-Expedition verfügt. Die Besonderheit dieser Anlage liegt in der intelligenten Steuerung: Bestellungen werden innerhalb des Rasters („Grid“) automatisch so geroutet und sequenziert, dass sie direkt der entsprechenden Lieferroute zugeordnet sind. Diese Technologie zielt darauf ab, die Prozessgeschwindigkeit zu erhöhen und gleichzeitig die Kosten pro Bestellung zu senken. Es handelt sich hierbei um eine praktische Anwendung moderner Logistikkonzepte, die über theoretische Planungen hinausgeht und direkten Einfluss auf die Effizienz hat.

Neben der Logistik wurde auch die Software-Plattform weiterentwickelt. Mit „Veloq“ wurde ein Teil der Technologie ausgegründet, um als eigenständiges Unternehmen zu agieren. Dies dient der Diversifizierung der Einnahmeströme der Gruppe. Gleichzeitig wurde das Treueprogramm „Xtra“ neu aufgelegt, um die Kundenbindung im wöchentlichen Einkauf zu stärken.

Diversifizierung der Einnahmequellen und Retail Media

Ein Aspekt, der die Rohlik Group Geschäftszahlen 2025 positiv beeinflusste, ist der wachsende Bereich „Retail Media“. Dieser Geschäftszweig, bei dem Werbeplätze auf den digitalen Plattformen des Händlers an Markenpartner vermarktet werden, macht mittlerweile über 3 Prozent des Gesamtumsatzes aus. In der E-Commerce-Branche gilt Retail Media aufgrund der hohen Margen als wichtiger Hebel zur Profitabilitätssteigerung. Das Unternehmen betrachtet diesen Bereich trotz des signifikanten Beitrags noch als frühes Entwicklungsstadium mit weiterem Wachstumspotenzial.

Auch im Bereich der Produktentwicklung gab es Fortschritte. Die Eigenmarken der Gruppe erhielten internationale Anerkennung auf der Fachmesse PLMA. Insgesamt vier Produkte wurden mit Auszeichnungen bedacht, darunter gefriergetrocknete Mangoscheiben der Marke Yutto, entkoffeinierte Kaffeebohnen von Ubomi, Baby-Wickelunterlagen sowie Toilettenpapier der Marke Moddia. Diese Auszeichnungen dienen dem Unternehmen als Bestätigung der Qualitätsstrategie im preissensiblen Eigenmarkensegment.

Zusätzlich startete die Gruppe mit „Maia“ einen KI-gestützten Einkaufsassistenten. Der strategische Ansatz hierbei ist die Etablierung von „Conversational Shopping“. Die Unternehmensführung geht davon aus, dass sprach- und dialogbasierte Schnittstellen langfristig die Reibungsverluste im Einkaufsprozess minimieren und die Intention der Kunden besser erfassen können als klassische Klick-Interfaces.

Ausblick: Agentic AI und die Vision für 2026

Trotz der positiven Rohlik Group Geschäftszahlen 2025 räumt das Management ein, nicht alle technologischen Ziele vollständig erreicht zu haben. Während im Bereich Engineering und Analytics Fortschritte durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz erzielt wurden, blieb die flächendeckende Implementierung von sogenannter „Agentic Technology“ hinter den eigenen Erwartungen zurück. Unter Agentic AI versteht man autonome KI-Systeme, die nicht nur Daten analysieren, sondern aktiv Prozesse ausführen und Entscheidungen treffen können.

Für das Jahr 2026 hat das Unternehmen die Korrektur dieses Defizits als Priorität ausgerufen. Ziel ist der Einsatz einer proaktiven Intelligenz, die operative Probleme präventiv erkennt und Workflows eigenständig ausführt. Dies soll Wissensarbeiter davon entlasten, manuell Berichte auszuwerten oder verschiedene IT-Systeme händisch zu verknüpfen. Zur Realisierung dieser Vision kooperiert die Gruppe mit dem Technologiepartner duvo.ai.

Die langfristige Vision orientiert sich an der historischen Disruption des Einzelhandels durch die Discounter. So wie diese vor Jahrzehnten durch radikale Vereinfachung die Kostenstrukturen veränderten, plant die Rohlik Group eine ähnliche Revolution durch die Kombination von KI, Automation und agentischer Ausführung. Das Ziel ist eine Kostenbasis, die es erlaubt, mit kleineren Teams mehr zu leisten, ohne dabei Qualitätseinbußen hinnehmen zu müssen. Die Rohlik Group Geschäftszahlen 2025 dienen hierbei als finanzielle Basis für diese nächste Phase der technologischen Transformation.

Faktenbox

Kernfakten: Rohlik Group 2025

Nettoumsatz (LTM)ca. 1.300 Mio. Euro (+36 % ggü. Vorjahr)
Bestellungen Peak-Day114.193 Bestellungen
ProfitabilitätPositiv in November & Dezember 2025
Infrastruktur-HighlightsBudapest 2 Live, AutoStore mit Real-Time-Expedition in Wien
Retail Media Anteil> 3 % des Umsatzes
Neue TechnologienMaia (AI Shopping Assistant), duvo.ai Partnerschaft
MarkenRohlik.cz, Knuspr.de, Gurkerl.at, Kifli.hu, Sezamo.ro