Amazon Elektroflotte erreicht 50.000 Lieferwagen

Die Amazon Elektroflotte umfasst nach Angaben des Konzerns inzwischen weltweit mehr als 50.000 elektrische Lieferwagen. Damit hat Amazon die Hälfte seines Ziels erreicht, bis 2030 insgesamt 100.000 elektrische Zustellfahrzeuge auf die Straße zu bringen. Allein 2025 transportierten die Fahrzeuge mehr als 2,4 Milliarden Pakete ohne lokale Abgasemissionen.

📌 Auf einen Blick

Die Amazon Elektroflotte besteht weltweit aus mehr als 50.000 elektrischen Lieferwagen, davon über 10.000 Fahrzeuge in Europa. Ergänzt wird das Netz durch mehr als 70 Mikromobilitätsstationen, über 100 elektrische Lkw sowie einen wachsenden Anteil von Bahn- und Seetransporten.

Amazon Elektroflotte erreicht 50.000 Lieferwagen
Amazon Elektroflotte erreicht 50.000 Lieferwagen

Amazon Elektroflotte wächst besonders in Europa

Ende 2025 waren Amazon und die beauftragten Lieferunternehmen mit mehr als 10.000 elektrischen Lieferwagen in Europa unterwegs. Einen wesentlichen Anteil daran haben nahezu 5.000 elektrische Transporter von Mercedes-Benz, die in Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien und Großbritannien eingesetzt werden.

Die Fahrzeuge werden in Deutschland und Spanien produziert. Ihre Einführung ist Teil einer Investition von einer Milliarde Euro, die Amazon bereits 2022 für die Elektrifizierung und Dekarbonisierung seines europäischen Transportnetzes angekündigt hatte.

Für den Betrieb der Fahrzeuge benötigt Amazon allerdings weit mehr als neue Transporter. An seinen Standorten hat der Konzern nach eigenen Angaben weltweit Zehntausende Ladepunkte installiert, darunter mehrere Tausend in Europa. Die Ladeinfrastruktur ist damit ein zentraler Kosten- und Engpassfaktor beim weiteren Ausbau der Amazon Elektroflotte.

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Die Zahl von 50.000 elektrischen Lieferwagen ist beachtlich, sollte jedoch eingeordnet werden. Amazon spricht von Zustellungen ohne Abgasemissionen. Das bedeutet zunächst, dass die Fahrzeuge während der Fahrt keine Abgase ausstoßen. Herstellung der Fahrzeuge und Batterien, Stromerzeugung sowie Aufbau und Betrieb der Ladeinfrastruktur sind in dieser Formulierung nicht berücksichtigt.

Kleine Fahrzeuge übernehmen die letzte Meile

Neben klassischen Lieferwagen setzt Amazon in europäischen Städten verstärkt auf elektrische Lastenräder, Mopeds und Transportwagen für Zustellungen zu Fuß. Diese Lösungen sollen vor allem in Fußgängerzonen, historischen Innenstädten und verkehrsberuhigten Bereichen eingesetzt werden.

Seit dem Start der ersten Lastenradzustellung im Jahr 2017 hat Amazon mehr als 70 sogenannte Mikromobilitätsstationen in über 50 europäischen Städten aufgebaut. Von diesen Standorten aus werden Pakete auf kleinere Fahrzeuge umgeladen und anschließend ohne Lieferwagen zugestellt.

Insgesamt seien mit diesen Zustellmethoden bislang mehr als 100 Millionen Pakete in Europa ausgeliefert worden. Mehr als 30 Millionen davon entfielen auf das Jahr 2025. Nach Berechnungen von Amazon wurden dadurch bisher mehr als 17.000 Tonnen CO₂-Emissionen vermieden.

Gerade in dicht bebauten Städten können kleinere Fahrzeuge den Verkehrsraum entlasten und den Lärm reduzieren. Sie lösen allerdings nicht automatisch das grundsätzliche Problem wachsender Paketmengen. Auch ein elektrisches Lastenrad bleibt Teil eines Logistiksystems, das durch steigende Bestellzahlen und kurze Lieferfristen zunehmend unter Druck steht.

Elektrische Lkw sollen Transporte zwischen Standorten übernehmen

Die Elektrifizierung endet bei Amazon nicht an der Haustür. Auch auf den Strecken zwischen Logistikzentren, Sortieranlagen und Lieferstationen setzt das Unternehmen zunehmend elektrische Lastwagen ein.

In Europa betreibt Amazon derzeit mehr als 100 elektrische schwere Nutzfahrzeuge. Bis Ende 2026 soll sich diese Zahl mehr als verdoppeln. Der Einsatz schwerer Elektro-Lkw ist technisch anspruchsvoller als die Elektrifizierung der letzten Meile. Hohe Fahrzeuggewichte, lange Strecken, begrenzte Ladezeiten und fehlende Hochleistungsladepunkte erschweren einen schnellen Ausbau.

Damit elektrische Lkw in größerem Umfang eingesetzt werden können, müssen Ladeinfrastruktur, Stromnetze und Tourenplanung aufeinander abgestimmt werden. Der Kauf neuer Fahrzeuge allein reicht nicht aus.

Mehr Pakete werden per Bahn und Schiff transportiert

Neben der Amazon Elektroflotte verändert der Konzern auch die Transportwege innerhalb Europas. Amazon nutzt mittlerweile mehr als 500 See- und Bahnverbindungen. Die Zahl der auf diesen Wegen transportierten Ladungen hat sich innerhalb von drei Jahren verdoppelt.

Im Jahr 2025 wurden mehr als 35 Prozent der internen Warenbewegungen auf Strecken von mehr als 500 Kilometern per Bahn oder Schiff durchgeführt. Insgesamt reisten rund 170 Millionen Pakete auf diesen Verkehrsträgern durch Europa. Das entsprach einem Anstieg von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Nach Angaben des Unternehmens verursachen diese Transporte auf den jeweiligen Strecken nahezu 50 Prozent weniger CO₂-Emissionen als vergleichbare Straßentransporte. In Frankreich nutzt Amazon inzwischen auch das TGV-Hochgeschwindigkeitsnetz für Paketsendungen. Mehr als eine halbe Million Pakete wurden 2025 mit Hochgeschwindigkeitszügen befördert.

Bei interkontinentalen Importen für das Handelsgeschäft entfielen 2025 rund 97 Prozent der Sendungen auf den Seeweg. Ein Jahr zuvor waren es noch 90 Prozent. Luftfracht bleibt zwar schneller, verursacht jedoch in der Regel erheblich höhere Emissionen.

Nachhaltigere Kraftstoffe bleiben eine Übergangslösung

Nicht alle Transportbereiche lassen sich kurzfristig elektrifizieren. Das gilt insbesondere für Luftfracht, Seeschifffahrt und Teile des schweren Straßengüterverkehrs. Amazon setzt deshalb zusätzlich auf Kraftstoffe mit einem geringeren CO₂-Ausstoß.

Im Jahr 2025 beschaffte das Unternehmen für den eigenen Betrieb mehr als 14 Millionen Gallonen gemischten nachhaltigen Flugkraftstoff. Umgerechnet entspricht dies rund 53 Millionen Litern.

Solche Kraftstoffe können die Emissionen des Luftverkehrs senken, bleiben jedoch begrenzt verfügbar und kostenintensiv. Zudem hängt ihre tatsächliche Klimawirkung stark von den verwendeten Rohstoffen, den Produktionsverfahren und der Beimischungsquote ab.

Der Auspuff verschwindet, die Klimabilanz bleibt komplex

Mit mehr als 50.000 elektrischen Lieferwagen hat Amazon einen messbaren Schritt bei der Elektrifizierung seiner Zustellung erreicht. Das Unternehmen kombiniert die Amazon Elektroflotte mit elektrischen Lkw, Lastenrädern, Bahntransporten, Seeverkehr und alternativen Kraftstoffen.

Die veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die Umstellung technisch möglich ist und zunehmend in größerem Maßstab erfolgt. Gleichzeitig stammen die Angaben zur Emissionsreduzierung und zu den vermiedenen CO₂-Mengen vom Unternehmen selbst. Eine vollständige Klimabilanz, die Fahrzeugproduktion, Strommix, Lieferketten und das Wachstum des Paketvolumens gemeinsam betrachtet, liefert die Mitteilung nicht.

Die eigentliche Bewährungsprobe besteht deshalb nicht allein darin, mehr elektrische Fahrzeuge einzusetzen. Entscheidend ist, ob die gesamten Emissionen des wachsenden Logistiknetzes dauerhaft sinken. Der fehlende Auspuff ist ein Fortschritt, aber noch kein Beleg für emissionsfreie Logistik.

Faktenbox

Amazon Elektroflotte und europäisches Transportnetz
Elektrische Lieferwagen weltweitMehr als 50.000 Fahrzeuge
Ziel für 2030100.000 elektrische Lieferfahrzeuge
Pakete mit elektrischen Lieferwagen 2025Mehr als 2,4 Milliarden Sendungen
Elektrische Lieferwagen in EuropaMehr als 10.000 Fahrzeuge zum Jahresende 2025
Neue Mercedes-Benz-ElektrotransporterNahezu 5.000 Fahrzeuge in fünf europäischen Ländern
Investition in das europäische TransportnetzEine Milliarde Euro, angekündigt 2022
MikromobilitätsstationenMehr als 70 Standorte in über 50 europäischen Städten
Mikromobilitätslieferungen in EuropaMehr als 100 Millionen Pakete insgesamt, davon über 30 Millionen im Jahr 2025
Vermiedene Emissionen durch MikromobilitätMehr als 17.000 Tonnen CO₂ nach Angaben von Amazon
Elektrische schwere Lkw in EuropaMehr als 100 Fahrzeuge, Verdopplung bis Ende 2026 geplant
See- und Bahnverbindungen in EuropaMehr als 500 Routen
Pakete per See- und Bahntransport 2025Rund 170 Millionen Sendungen
Anteil von See und Bahn auf Strecken über 500 KilometerMehr als 35 Prozent der internen Warenbewegungen
Pakete per TGV in FrankreichMehr als 500.000 Sendungen im Jahr 2025
Nachhaltiger Flugkraftstoff 2025Mehr als 14 Millionen Gallonen beziehungsweise rund 53 Millionen Liter