Rewe Group 2025: Umsatzmarke geknackt, Ergebnis unter Druck
Die Rewe Group 2025 zeigt ein gemischtes Bild: Der Handels- und Touristikkonzern erreicht erstmals einen Gesamtaußenumsatz von mehr als 100 Milliarden Euro, verdient operativ aber deutlich weniger als im Vorjahr. Wachstum ist also vorhanden, nur ist es teurer geworden. Höhere Kosten, Preisdruck, Investitionen in Kundenprogramme und ein schwieriger Konsumalltag drücken auf die Rendite.
📌 Auf einen Blick
Die Rewe Group 2025 steigerte den Gesamtaußenumsatz um 4,0 Prozent auf 100,4 Milliarden Euro. Das EBITA lag mit über 1,5 Milliarden Euro unter dem Vorjahr, der Jahresüberschuss sank auf 525 Millionen Euro. Besonders stark wuchs die Touristik mit 18,0 Prozent, während Penny Deutschland nur um 0,7 Prozent zulegte.
Rewe Group 2025 überschreitet Umsatzmarke von 100 Milliarden Euro
Inhaltsverzeichnis
Die Rewe Group 2025 hat ihren Gesamtaußenumsatz von 96,5 Milliarden Euro auf 100,4 Milliarden Euro erhöht. Das entspricht einem Plus von 4,0 Prozent. Der Konzern-Umsatz stieg um 3,7 Prozent auf 91,1 Milliarden Euro. Damit wächst der Konzern weiter, allerdings in einem Umfeld, das für Lebensmittelhandel und Konsumgüteranbieter alles andere als bequem ist.
Die Entwicklung zeigt: Größe hilft, ersetzt aber keine Profitabilität. Gerade im Lebensmitteleinzelhandel bleibt der Wettbewerb über Preise, Aktionsmechaniken und Kundenprogramme intensiv. Wer Kunden halten will, muss investieren. Wer Preise stabil halten will, zahlt häufig an anderer Stelle. Genau diese Spannung prägt die Rewe Group 2025.
In Deutschland stieg der Umsatz um 4,6 Prozent auf 69,1 Milliarden Euro. Das internationale Geschäft legte um 2,7 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro zu. Im Geschäftsfeld Handel Deutschland, zu dem Rewe und Penny gehören, erhöhte sich der Umsatz um 2,2 Prozent auf 42,5 Milliarden Euro. Der Bereich Handel International kam auf 21,1 Milliarden Euro, ein Plus von 4,8 Prozent.
Mehr Umsatz, weniger Ergebnis: Die Rendite wird dünner
Trotz der höheren Erlöse fiel das operative Ergebnis schwächer aus. Das EBITA lag bei über 1,5 Milliarden Euro, nach knapp 2 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Konzern-Jahresüberschuss sank auf rund 525 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte er bei 1 Milliarde Euro gelegen, wobei ein Einmaleffekt aus einer Steuerrückerstattung enthalten war.
Die Umsatzrendite auf EBITA-Basis ging von 2,3 Prozent im Jahr 2024 auf 1,7 Prozent im Jahr 2025 zurück. Beim Jahresüberschuss lag die Rendite nur noch bei 0,6 Prozent. Das ist kein Alarmzeichen für die Existenz des Konzerns, aber ein deutlicher Hinweis darauf, dass Wachstum im Handel aktuell teuer erkauft wird.
Die Rewe Group verweist auf geplante Investitionen in eigene Kunden-Vorteilsprogramme, steigende Personal- und Sachkosten sowie den harten Wettbewerb. Das ist nachvollziehbar, klingt aber zugleich nach der bekannten Handelsformel: Der Kunde soll Preisvorteile spüren, die Kosten sollen trotzdem irgendwo aufgefangen werden. Am Ende landet ein Teil dieser Rechnung in der Marge.
Kundenprogramme werden zum strategischen Kostenblock
Ein zentraler Baustein der Rewe Group 2025 sind die eigenen Kundenprogramme. Rewe Bonus in der Rewe App und die Penny App sollen Kunden stärker binden und gleichzeitig mehr direkte Daten über Einkaufsverhalten liefern. Nach Angaben des Unternehmens nutzen mittlerweile mehr als 11 Millionen Nutzer Rewe Bonus, weitere 7 Millionen Kunden sind bei Penny registriert.
Damit wird sichtbar, wohin sich der Lebensmitteleinzelhandel entwickelt. Kundenkarten sind nicht mehr nur Rabattinstrumente, sondern digitale Steuerungsinstrumente. Sie verbinden Preisvorteile, App-Nutzung, personalisierte Angebote und Bezahlfunktionen. Für Kunden kann das kurzfristig attraktiv sein. Für Händler bedeutet es jedoch zunächst Investitionen in Technologie, Marketing, Dateninfrastruktur und dauerhafte Preisimpulse.
Selbstständige Kaufleute wachsen stärker als der Konzern
Auffällig ist die Entwicklung der selbstständigen Rewe-Kaufleute. Die 1.620 Kaufleute steigerten ihren Umsatz um 7,2 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro. Damit wachsen sie deutlich stärker als der Konzern insgesamt. Das spricht für die Stärke lokaler Sortimente, individueller Marktführung und Nähe zum Kunden.
Gleichzeitig zeigt diese Entwicklung, dass Standardisierung im Handel nicht alles ist. Während zentrale Programme, Apps und Preisstrategien wichtig bleiben, kann lokale Anpassung ein messbarer Vorteil sein. Gerade in einem Markt, in dem Kunden zunehmend preissensibel reagieren, aber zugleich Auswahl, Frische und Service erwarten, kann das Kaufleute-Modell ein stabilisierender Faktor sein.
Penny Deutschland kam dagegen nur auf ein Umsatzplus von 0,7 Prozent und erreichte 9,9 Milliarden Euro. Das ist in einem aggressiven Discountumfeld ein eher verhaltener Zuwachs. Penny International entwickelte sich stärker und legte um 6,3 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro zu.
Touristik bleibt Wachstumstreiber der Rewe Group 2025
Während der Lebensmittelhandel mit Preisdruck und Konsumzurückhaltung kämpft, entwickelte sich die Touristik deutlich dynamischer. Die DERTOUR Group steigerte den fakturierten Umsatz um 18,0 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro. In Deutschland verzeichneten die Veranstalter ein Gästeplus von 4,5 Prozent.
Gefragt waren Reiseziele mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis sowie hochwertige All-inclusive-Angebote. Der Anteil der Fünfsternehotels stieg deutlich. Das passt zu einem Konsummuster, das nicht widerspruchsfrei ist: Im Alltag wird bei Lebensmitteln genauer auf Preise geschaut, während bei Reisen offenbar weiterhin Geld für besondere Erlebnisse vorhanden ist.
Mit der Übernahme von Hotelplan stärkte die DERTOUR Group zudem ihre Position im Reisemarkt. Für die Rewe Group 2025 bedeutet das: Die breite Aufstellung aus Handel, Convenience, Baumarkt und Touristik bleibt ein Puffer gegen Schwankungen einzelner Sparten.
Investitionen bleiben hoch, der Druck auch
Die Rewe Group investierte 2025 rund 2,5 Milliarden Euro in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Schwerpunkte waren Digitalisierung, KI, Automatisierung, IT, Lager, Logistik, Immobilien und die Modernisierung von Märkten. Für das laufende Geschäftsjahr plant der Konzern Investitionen von rund 3 Milliarden Euro.
Finanziell bleibt der Konzern solide aufgestellt. Das Eigenkapital lag bei knapp 11,6 Milliarden Euro, die Nettoverschuldung nach IFRS bei rund 18 Milliarden Euro. Ohne Leasing- und zukünftige Mietschulden beliefen sich die zinstragenden Finanzschulden auf 4,3 Milliarden Euro. Die Bonität wird von S&P Global Ratings weiterhin mit „BBB“ und stabilem Ausblick bewertet.
Die Rewe Group 2025 liefert damit eine typische Handelsbilanz für schwierige Zeiten: mehr Umsatz, hohe Investitionen, stärkere digitale Kundenbindung, aber weniger Gewinn. Der Konzern wächst, doch der Spielraum wird enger. Für Kunden kann das mehr Programme, mehr Apps und mehr Aktionen bedeuten. Für das Unternehmen bleibt die Kernfrage, wie lange sich Wachstum, Preiswettbewerb und sinkende Rendite gleichzeitig sauber austarieren lassen.
Faktenbox
| Rewe Group 2025 in Zahlen | |
|---|---|
| Gesamtaußenumsatz | 100,4 Milliarden Euro, plus 4,0 Prozent gegenüber 2024 |
| Konzern-Umsatz | 91,1 Milliarden Euro, plus 3,7 Prozent |
| Operatives Ergebnis | EBITA über 1,5 Milliarden Euro, unter dem Vorjahreswert von knapp 2 Milliarden Euro |
| Jahresüberschuss | 525 Millionen Euro nach 1 Milliarde Euro im Jahr 2024 |
| Umsatzrendite EBITA | 1,7 Prozent nach 2,3 Prozent im Jahr 2024 |
| Handel Deutschland | 42,5 Milliarden Euro Umsatz, plus 2,2 Prozent |
| Handel International | 21,1 Milliarden Euro Umsatz, plus 4,8 Prozent |
| Rewe-Kaufleute | 1.620 selbstständige Kaufleute, 20,4 Milliarden Euro Umsatz, plus 7,2 Prozent |
| Penny Deutschland | 9,9 Milliarden Euro Umsatz, plus 0,7 Prozent |
| Touristik | 10,8 Milliarden Euro fakturierter Umsatz, plus 18,0 Prozent |
| Investitionen 2025 | 2,5 Milliarden Euro in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte |
| Geplante Investitionen | Rund 3 Milliarden Euro im laufenden Geschäftsjahr |
| Mitarbeiter | 380.000 Beschäftigte, davon 272.000 in Deutschland und 108.000 im Ausland |
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