Omnichannel-Ausbau: Fressnapf verbindet Urban Stores mit Lieferdienst Wolt

Der Heimtierbedarf-Händler Fressnapf verändert seine Standortstrategie in Deutschland und rückt mit einem neuen Ladenformat näher an die Kunden in Ballungsräumen. Das Unternehmen plant für das laufende Jahr die Eröffnung von insgesamt 25 neuen Märkten, wobei ein besonderer Fokus auf den sogenannten Fressnapf Urban Stores liegt. Diese kleineren Filialen sollen die Präsenz in zentralen Einkaufsstraßen stärken und das bisherige Angebot auf der grünen Wiese ergänzen.

📌 Auf einen Blick

Fressnapf eröffnet im Herbst 2026 die ersten Urban Stores in Berlin und München mit einer reduzierten Verkaufsfläche von 250 Quadratmetern. Gleichzeitig wird die Partnerschaft mit dem Lieferdienst Wolt auf 78 Standorte in 17 Städten ausgeweitet, um die digitale Reichweite im stationären Handel zu erhöhen.

Omnichannel-Ausbau: Fressnapf verbindet Urban Stores mit Lieferdienst Wolt
Omnichannel-Ausbau: Fressnapf verbindet Urban Stores mit Lieferdienst Wolt

Strategische Neuausrichtung durch Fressnapf Urban Stores

Bisher war das Krefelder Unternehmen Fressnapf vorwiegend durch großflächige Fachmärkte in Gewerbegebieten und Randlagen bekannt. Mit der Einführung der Fressnapf Urban Stores reagiert die Gruppe auf die veränderten Anforderungen der Konsumenten in städtischen Gebieten. Diese Filialen verfügen über eine Fläche von etwa 250 Quadratmetern, was lediglich der Hälfte eines klassischen Standortes entspricht. Nach erfolgreichen Testphasen in europäischen Metropolen wie Kopenhagen und Paris wird dieses Konzept nun auf den deutschen Heimatmarkt übertragen. Die ersten Standorte im Süden und Osten der Bundesrepublik bilden den Auftakt für diese Expansion.

Laut der Geschäftsführung ist der Heimtiermarkt in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen und zeigt sich gegenüber konjunkturellen Schwankungen widerstandsfähig. Dennoch führt der verstärkte Wettbewerb durch Fachmärkte wie das Futterhaus sowie durch Online-Plattformen wie Amazon und Zooplus zu einem erhöhten Innovationsdruck. Die Fressnapf Urban Stores dienen dazu, Marktlücken in hochfrequentierten Innenstadtlagen zu schließen, in denen großflächige Konzepte aufgrund der Immobilienstruktur nur schwer realisierbar sind.

Fokus auf Eigenmarken und Tiergesundheit

Im Zuge der Expansion beobachtet das Unternehmen eine steigende Preissensibilität der Kunden, die primär auf die Inflation und allgemeine Kostensteigerungen zurückzuführen ist. Dies führt zu einer verstärkten Nachfrage nach Eigenmarken, die preislich unter den Premiummarken angesiedelt sind, aber spezifische Anforderungen an verschiedene Lebensphasen der Tiere abdecken. Ein zentraler Bestandteil der Sortimentsstrategie in den Fressnapf Urban Stores wird das Thema Tiergesundheit sein. Produkte, die das Wohlbefinden der Tiere fördern, gewinnen an Bedeutung und sollen in den kompakten Innenstadtfilialen gezielt präsentiert werden.

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Der deutsche Markt steuert etwa 40 Prozent zum Gesamtumsatz der Unternehmensgruppe bei. Mit einem Marktanteil von fast 30 Prozent in Deutschland ist die Position des Marktführers zwar gefestigt, doch macht dieser hohe Sättigungsgrad weiteres Wachstum zunehmend komplex. Die Erschließung urbaner Räume durch die Fressnapf Urban Stores stellt daher einen notwendigen Schritt dar, um neue Kundengruppen zu erreichen, die Wert auf lokale Erreichbarkeit und schnelle Verfügbarkeit legen.

Personelle Weichenstellungen und operative Führung

Parallel zur physischen Expansion gibt es Veränderungen in der Führungsebene. Mikko Forsström übernimmt zum 1. Mai 2026 die Position des Chief Product Officer (CPO). Forsström verfügt über langjährige Erfahrung im internationalen Einzelhandel und war zuvor in leitenden Funktionen bei Unternehmen wie Lidl und der EMD AG tätig. Seine Aufgabe wird es sein, die Produktstrategie und das Category Development weiterzuentwickeln, um die Attraktivität des Sortiments in den Fressnapf Urban Stores und den klassischen Märkten zu steigern.

Im Bereich der operativen Prozesse wechselt Kathrin Keunecke in die Position des Vice President Supply Chain Management. Sie verantwortet künftig die Implementierung moderner Planungssysteme, um die Warenverfügbarkeit über alle Kanäle hinweg zu optimieren. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass die Verzahnung zwischen dem stationären Angebot der Fressnapf Urban Stores und den logistischen Anforderungen des digitalen Handels effizient gestaltet wird.

Ausbau der digitalen Lieferinfrastruktur mit Wolt

Ein wesentlicher Pfeiler der Omnichannel-Strategie ist die erweiterte Kooperation mit dem Lieferdienst Wolt. Ab April 2026 werden insgesamt 78 Fressnapf-Märkte in 17 deutschen Städten an die Plattform angebunden. Dies ermöglicht es Kunden, rund 4.500 Artikel des täglichen Bedarfs über die App zu bestellen und innerhalb kurzer Zeit nach Hause geliefert zu bekommen. Zu den neu angebundenen Städten gehören unter anderem Düsseldorf, Krefeld, Kiel, Bremen und Mainz.

Die Zusammenarbeit mit Lieferdiensten ergänzt das Konzept der Fressnapf Urban Stores, da sie die lokale Verfügbarkeit im städtischen Raum mit digitalem Komfort verbindet. Die Preise auf der Plattform entsprechen den Preisen in den jeweiligen Märkten vor Ort. Diese Strategie zielt darauf ab, die Relevanz der Marke entlang der gesamten Kundenreise zu erhöhen und den Zugang zu Tiernahrung und Pflegeprodukten so unkompliziert wie möglich zu gestalten.

Zukünftige Entwicklung des urbanen Heimtierbedarfs

Die langfristige Ausrichtung von Fressnapf sieht vor, die Verbindung zwischen dem stationären Handel und digitalen Dienstleistungen weiter zu festigen. Nach der Eröffnung der ersten Fressnapf Urban Stores in Berlin und München wird das Unternehmen die Performance dieser Standorte evaluieren, um über weitere Roll-outs in anderen deutschen Großstädten zu entscheiden. Die Kombination aus kleineren Ladenflächen, einem spezialisierten Sortiment für Stadtbewohner und schnellen Lieferoptionen bildet das Fundament für das angestrebte Wachstum in einem gesättigten Marktumfeld.

Faktenbox

Details zur Fressnapf-Expansion 2026
Neueröffnung gesamt 202625 Standorte in Deutschland
Konzept Urban StoresCa. 250 Quadratmeter Verkaufsfläche
Erste Standorte UrbanBerlin und München (Herbst 2026)
Wolt-Kooperation78 Märkte in 17 Städten
Neuer Chief Product OfficerMikko Forsström (ab 01.05.2026)
Marktanteil DeutschlandFast 30 Prozent
Verfügbare Artikel via WoltRund 4.500 Produkte pro Markt