Kaufland Interact: Retail Media-Offensive für 1.600 europäische Filialen

Der Lebensmitteleinzelhändler Kaufland erweitert sein digitales Geschäftsmodell und bringt mit Kaufland Interact eine eigene Plattform für Retail Media auf den Markt. Das Unternehmen aus Neckarsulm ermöglicht es Industriepartnern sowie werbetreibenden Firmen aus Branchen wie Telekommunikation, Automobil und Finanzen, Werbeplatzierungen auf Basis von Kundendaten zu steuern. Die Ausspielung erfolgt über verschiedene digitale und physische Kontaktpunkte innerhalb des Kaufland-Ökosystems.

📌 Auf einen Blick

Mit Kaufland Interact verknüpft der Händler die Daten von über 30 Millionen Loyalty-Mitgliedern mit stationären und digitalen Werbeflächen. Die Plattform umfasst Formate für die Kaufland-App, den Online-Marktplatz sowie digitalisierte Instore-Radio-Angebote in über 780 deutschen Filialen.

Kaufland Interact: Retail Media-Offensive für 1.600 europäische Filialen
Kaufland Interact: Retail Media-Offensive für 1.600 europäische Filialen

Strategische Ausrichtung von Kaufland Interact

Der Start von Kaufland Interact markiert einen strategischen Schritt, um die vorhandenen Datenmengen aus dem stationären Handel und dem E-Commerce für Werbezwecke nutzbar zu machen. Kaufland betreibt in Europa mehr als 1.600 Filialen und verzeichnet wöchentlich Millionen von Kundenkontakten. Seit der Integration des Online-Marktplatzes im Jahr 2021 hat sich das digitale Sortiment auf über 45 Millionen Produkte in rund 6.400 Kategorien vergrößert.

Durch Kaufland Interact sollen diese Reichweiten gebündelt werden. Das System zielt darauf ab, Werbung nicht als isoliertes Element zu betrachten, sondern als Bestandteil der Customer Journey. Dabei steht die Verzahnung von Online- und Offline-Kanälen im Vordergrund. Werbetreibende erhalten die Möglichkeit, Konsumenten direkt in der Phase der Kaufentscheidung anzusprechen. Die Plattform richtet sich dabei ausdrücklich auch an Unternehmen außerhalb der klassischen Konsumgüterbranche, um neue Geschäftspotenziale in Bereichen wie Versicherungen oder Touristik zu erschließen.

Technische Umsetzung und Werbeformate

Das Portfolio von Kaufland Interact deckt unterschiedliche technische Kanäle ab. In der Kaufland-App werden erstmals Videowerbeformate eingeführt. Parallel dazu erfolgt eine technische Modernisierung des Instore-Radios in allen deutschen Standorten. Die Audiospots lassen sich durch die neue Infrastruktur sekundengenau aussteuern und bei Bedarf auf einzelne Filialen begrenzen. Eine Synchronisation mit digitalen Bildschirmen in den Verkaufsräumen ist ebenfalls vorgesehen, um eine multimediale Ansprache am Point of Sale zu ermöglichen.

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Ein zentraler Bestandteil der Infrastruktur hinter Kaufland Interact ist eine neue Customer Data Platform (CDP). Diese ermöglicht es, Kampagnen nicht mehr ausschließlich auf Basis von Cookies zu planen. Stattdessen kommen verstärkt First-Party-Daten zum Einsatz, die aus dem Kundenbindungsprogramm Kaufland Card XTRA stammen. Mit europaweit über 30 Millionen Mitgliedern bietet dieses Programm eine breite Datenbasis für die präzise Ausspielung von Inhalten. Die CDP soll in den kommenden Monaten weiter ausgebaut werden, um die Reichweite der Werbemaßnahmen über die eigenen Kanäle hinaus durch Extended Audiences zu vergrößern.

Datennutzung und rechtliche Rahmenbedingungen

Ein wesentlicher Aspekt bei der Einführung von Kaufland Interact ist die Einhaltung der Datenschutzvorgaben. Das Unternehmen betont, dass alle Werbeformate so konzipiert sind, dass sie den nationalen und europäischen Datenschutzverordnungen entsprechen. Die Auswertung der Verkaufsdaten und des Nutzerverhaltens erfolgt in einer Weise, die den Einkaufsprozess unterstützen soll, ohne den Kunden zu stören.

Für Werbepartner bietet das System detaillierte Messmöglichkeiten. Durch die geschlossenen Datenkreisläufe lässt sich nachvollziehen, welchen Einfluss eine Werbeschaltung auf die Markenwahrnehmung und die tatsächlichen Verkaufszahlen hat. In der Praxis bedeutet dies, dass der Erfolg einer digitalen Anzeige direkt mit den Abverkäufen an der Ladenkasse oder im Online-Shop korreliert werden kann. Dieser sogenannte „Closed-Loop“-Ansatz gilt als einer der Hauptvorteile von Retail Media gegenüber klassischen Werbeformen.

Zukünftige Entwicklung des Instore-Marketings

Kaufland plant, das Angebot rund um Kaufland Interact kontinuierlich zu erweitern. In der nächsten Phase sollen zusätzliche Formate im Instore-Marketing getestet werden, um die physische Filiale noch stärker digital zu vernetzen. Neben dem digitalen Prospekt und Social-Media-Integrationen werden auch Messenger-Dienste als Kommunikationskanal geprüft. Ziel ist es, eine konsistente Markenansprache über alle verfügbaren Touchpoints hinweg zu gewährleisten. Durch die Kombination aus hoher stationärer Frequenz und wachsender digitaler Präsenz positioniert sich der Händler als relevanter Akteur auf dem europäischen Werbemarkt.

Faktenbox

Eckdaten zu Kaufland Interact und Reichweite
PlattformnameKaufland Interact
Filialnetz EuropaÜber 1.600 Standorte
Loyalty-ProgrammKaufland Card XTRA (30 Mio. Mitglieder)
Online-Sortiment45 Millionen Produkte / 13.000 Händler
KanäleApp, Web, Instore-Radio, DOOH, Social Media
TechnologieCustomer Data Plattform (CDP) für First Party Daten