Illegale Inhalte: Trusted Flagger Bericht zeigt Mängel bei Plattformen auf
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat seinen ersten Jahresbericht [PDF] zur Tätigkeit als staatlich anerkannte Vertrauensstelle veröffentlicht. Der vorliegende Trusted Flagger Bericht für das Jahr 2025 legt offen, dass viele Betreiber von Online-Plattformen ihren gesetzlichen Verpflichtungen nach dem Digital Services Act (DSA) nur unzureichend nachkommen. Trotz priorisierter Meldungen durch den vzbv blieben Rückmeldungen teilweise aus oder erfolgten mit erheblicher Verzögerung.
📌 Auf einen Blick
Im Zeitraum von Juni bis Dezember 2025 meldete der vzbv als Trusted Flagger illegale Inhalte auf 13 Plattformen, woraufhin etwa 50 Prozent der Einträge gelöscht wurden. Der Verband kritisiert jedoch, dass Plattformen gegen den Digital Services Act verstoßen, indem sie Meldungen zu langsam oder gar nicht bearbeiten.
Die Rolle des vzbv im Rahmen des Digital Services Acts
Inhaltsverzeichnis
Seit Juni 2025 agiert der Verbraucherzentrale Bundesverband als zertifizierter Trusted Flagger. Diese Funktion wurde durch den Digital Services Act der Europäischen Union eingeführt, um die Sicherheit im digitalen Raum zu erhöhen. Als vertrauenswürdiger Hinweisgeber ist der Verband befugt, mutmaßlich rechtswidrige Inhalte an Plattformbetreiber zu melden. Die gesetzliche Besonderheit besteht darin, dass Plattformen wie Google, Meta oder Amazon dazu verpflichtet sind, diese Hinweise vorrangig zu prüfen und zeitnah über getroffene Maßnahmen zu informieren.
Der aktuelle Trusted Flagger Bericht verdeutlicht jedoch eine Diskrepanz zwischen den gesetzlichen Anforderungen und der praktischen Umsetzung durch die Tech-Unternehmen. Während der Status als Trusted Flagger eine schnellere Bereinigung des Marktes von Fakeshops und gefährlichen Produkten ermöglichen soll, zeigt die Auswertung der vergangenen Monate eine lückenhafte Kooperation der betroffenen Dienste.
Ergebnisse und Kritikpunkte im Trusted Flagger Bericht 2025
Die statistische Auswertung im Trusted Flagger Bericht umfasst den Zeitraum von Juni 2025 bis Ende Dezember 2025. In dieser Zeitspanne identifizierte der vzbv auf insgesamt 13 verschiedenen Online-Plattformen Inhalte, die gegen geltendes Verbraucherrecht verstießen. Die Palette der Verstöße reichte von betrügerischen Werbeanzeigen bis hin zu Produkten, die eine unmittelbare Gefahr für die körperliche Unversehrtheit der Käufer darstellten.
Ein zentraler Kritikpunkt im Trusted Flagger Bericht ist die mangelhafte Kommunikation der Plattformen. Der DSA sieht vor, dass die Betreiber den Hinweisgebern eine klare Rückmeldung geben müssen, ob ein Inhalt gelöscht wurde oder aus welchen Gründen er online bleibt. Laut Bericht des vzbv blieben solche Informationen oft aus. Dies erschwert die Arbeit der Verbraucherschützer, da ohne transparentes Feedback keine systematische Verbesserung der Filtermechanismen auf den Plattformen möglich ist. Die Vorständin des vzbv, Ramona Pop, betont in diesem Zusammenhang, dass klare Standards für die Zusammenarbeit notwendig sind.
Dokumentierte Verstöße auf großen Online-Plattformen
Der Trusted Flagger Bericht führt konkrete Beispiele für gemeldete Inhalte an. Auf den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram wurden vermehrt Werbeanzeigen für Fakeshops sowie irreführende Gesundheitsversprechen registriert. So wurde beispielsweise ein Post gemeldet, der behauptete, alle Krankheiten über den Darm heilen zu können. Auch Werbung für Abnehmpflaster, die gegen das Heilmittelwerbegesetz verstieß, war Gegenstand der Meldungen.
Im Bereich der Produktsicherheit identifizierte der vzbv über den Trusted Flagger Bericht gefährliche Artikel bei Google und Aliexpress. Dazu gehörte ein beheizbarer Hoodie mit erheblichen Qualitätsmängeln, die Verbrennungen auslösen konnten, sowie eine Murmelbahn für Kleinkinder, bei der Erstickungsgefahr durch verschluckbare Kleinteile bestand. Obwohl für die Murmelbahn bereits eine offizielle Sicherheitswarnung der EU vorlag, war das Produkt weiterhin auf der Plattform verfügbar. Die Erfolgsquote der Meldungen lag insgesamt bei etwa 50 Prozent, was bedeutet, dass jeder zweite gemeldete Inhalt gelöscht wurde.
Anforderungen an Regulierungsbehörden und Plattformbetreiber
Angesichts der im Trusted Flagger Bericht dargelegten Ergebnisse fordert der vzbv ein strikteres Durchgreifen der zuständigen Behörden. Sowohl die Europäische Kommission als auch die nationale Koordinierungsstelle, der Digital Services Coordinator bei der Bundesnetzagentur, stehen in der Pflicht, die Einhaltung des DSA zu überwachen. Es müsse sichergestellt werden, dass Verbraucher nicht erst mit Betrugsversuchen oder unsicheren Waren konfrontiert werden.
Die Plattformbetreiber sind dazu angehalten, ihre internen Prüfprozesse so zu optimieren, dass Meldungen von Trusted Flaggern tatsächlich die vorgesehene Priorität erhalten. Nur durch eine konsequente Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben kann das Ziel des Digital Services Acts erreicht werden, die Verbreitung illegaler Inhalte wirksam einzudämmen und den Verbraucherschutz im Internet dauerhaft zu stärken.
Faktenbox
| Wichtige Eckdaten zum Trusted Flagger Bericht 2025 | |
|---|---|
| Herausgeber | Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) |
| Untersuchungszeitraum | Juni 2025 bis Dezember 2025 |
| Anzahl überprüfter Plattformen | 13 (u. a. Facebook, Instagram, Google, Aliexpress) |
| Löschungsquote | Ca. 50 % der gemeldeten Inhalte |
| Hauptsächliche Verstöße | Fakeshops, unsichere Produkte, Heilmittelwerbung |
| Zuständige Koordinierungsstelle | Bundesnetzagentur (Digital Services Coordinator) |
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