Markt für Büro und Schreibwaren: Aktuelle Daten zeigen strukturelle Schwäche
Nach zwei von Preissteigerungen geprägten Jahren nach der Pandemie befindet sich der deutsche Markt für Büro und Schreibwaren (PBS) erneut in einer Phase struktureller Schwäche. Zwar konnte das coronabedingte Umsatzminus zeitweise ausgeglichen werden, seit 2024 zeigt sich jedoch wieder ein rückläufiger Marktverlauf.
Prognosen der IFH‑Marktexperten zufolge sinkt das Marktvolumen im Jahr 2025 auf rund 12,8 Milliarden Euro. Für 2026 wird ebenfalls eine leicht rückläufige Umsatzentwicklung erwartet; auch in den Folgejahren ist von stagnierenden bis leicht sinkenden Umsätzen auszugehen. Das zeigen die Ergebnisse des neuen „Branchenbericht PBS-Artikel“ des IFH KÖLN und der BBE Handelsberatung.
📌 Auf einen Blick
Der Markt für Büro und Schreibwaren verzeichnet für 2025 einen Umsatzrückgang auf 12,8 Milliarden Euro, getrieben durch die Digitalisierung und hohe Homeoffice-Quoten. Besonders der Mengenabsatz bei Büropapier ist seit 2019 um knapp 30 Prozent eingebrochen, während Discounter und Online-Plattformen Marktanteile gewinnen.
Ursachen für die rückläufige Marktentwicklung
Inhaltsverzeichnis
Die Herausforderungen, vor denen der Markt für Büro und Schreibwaren aktuell steht, sind primär struktureller Natur. Die flächendeckende Digitalisierung von Arbeitsprozessen sowie etablierte Homeoffice-Regelungen reduzieren den Bedarf an klassischen Papierprodukten und Büroartikeln dauerhaft. Ein Einmaleffekt durch die Pandemie ist längst einer neuen Realität gewichen, in der digitale Tools den analogen Schreibblock oder den klassischen Aktenordner ersetzen.
Zusätzlich verschärft die ausgeprägte Preissensibilität der Konsumenten die Situation. Online-Preisvergleiche gehören mittlerweile zum Standard, und Kunden weichen vermehrt auf preisaggressive Anbieter aus. Auch längere Lieferzeiten werden in Kauf genommen, sofern das Ersparnispotenzial groß genug ist. Diese Entwicklung zwingt viele Akteure dazu, ihre Preisstrategien im hart umkämpften Markt für Büro und Schreibwaren grundlegend zu überdenken.
Die Sonderrolle der Warengruppe Büropapier
Betrachtet man die einzelnen Segmente, so zeigt sich bei Büropapieren eine paradoxe Situation. In den Jahren 2022 und 2023 sorgte diese Warengruppe für ein nominales Umsatzplus, das jedoch ausschließlich auf massiven Preissteigerungen beruhte. In der Mengenbetrachtung zeigt sich hingegen ein drastischer Negativtrend: Seit dem Jahr 2019 ist die abgesetzte Menge um fast 30 Prozent gesunken.
Obwohl der nominale Umsatz im Jahr 2025 mit rund sechs Milliarden Euro oberhalb des Niveaus der Vorjahre verharrt, offenbart der preisbereinigte Wert die Marktschwäche. Dieser fällt im gleichen Zeitraum auf rund 4,3 Milliarden Euro zurück. Das verdeutlicht, dass die reale Nachfrage im Markt für Büro und Schreibwaren für diese Kernwarengruppe massiv erodiert ist.
Wandel der Vertriebswege und Handelsformate
Der stationäre Fachhandel verliert zusehends an Bedeutung. Sinkende Passantenfrequenzen in den Innenstädten und ein ausgedünntes Filialnetz schwächen die Position der klassischen Schreibwarengeschäfte. Im Gegenzug konnte der Onlinehandel seinen Umsatz seit 2016 verdoppeln. Davon profitiert nicht nur der klassische E-Commerce, sondern zunehmend auch asiatische Marktplätze sowie spezialisierte Plattformen wie Amazon Haul, die seit Mitte 2025 preisgünstige Sortimente anbieten.
Auch der Lebensmitteleinzelhandel, SB-Warenhäuser und Discounter konnten ihre Marktanteile ausbauen. Sie profitieren davon, dass Konsumenten Büroartikel oft spontan beim Wocheneinkauf erwerben – ein klarer Standortvorteil gegenüber dem spezialisierten Fachhandel. Die Kombination aus schneller Verfügbarkeit und aggressiver Preisgestaltung in Aktionsphasen macht diese Formate zu einem dominierenden Faktor, wenn man den gesamten Markt für Büro und Schreibwaren betrachtet.
Perspektiven für die kommenden Geschäftsjahre
Die Prognosen für die Jahre 2026 bis 2030 deuten auf eine Fortsetzung der stagnierenden bis leicht sinkenden Umsatzentwicklung hin. Der Markt für Büro und Schreibwaren muss sich auf ein dauerhaft niedrigeres Absatzniveau einstellen. Wachstumschancen liegen künftig weniger in der Masse als vielmehr in Nischenprodukten, nachhaltigen Sortimenten oder hochwertigem Bedarf für den kreativen Bereich, der weniger stark von der Digitalisierung betroffen ist als der klassische Verwaltungsbedarf.
Faktenbox
| Fakten zum Markt für Büro und Schreibwaren | |
|---|---|
| Marktvolumen 2025 (geschätzt) | 12,8 Milliarden Euro |
| Absatzrückgang Papier seit 2019 | knapp 30 Prozent |
| Umsatzentwicklung E-Commerce | Verdopplung seit 2016 |
| Hauptfaktoren für Rückgang | Digitalisierung, Homeoffice, Preissensibilität |
| Gewinner-Vertriebswege | Onlinehandel, Discounter, LEH |
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