Jahresbilanz: Schweizer Detailhandel 2025 verzeichnet leichtes Wachstum
Der Schweizer Detailhandel blickt auf ein positives Jahr zurück. Gemäß den aktuellen Erhebungen des NIQ Markt Monitors konnte der Umsatz im Zeitraum vom ersten bis zum vierten Quartal kumuliert um 1.0 Prozent gesteigert werden. Diese Entwicklung markiert eine Erholung im Vergleich zum Vorjahr, in dem noch ein leichter Rückgang verzeichnet worden war. Sowohl der Lebensmittelsektor als auch der Nonfood-Bereich trugen zu diesem Ergebnis bei, wobei sich unterschiedliche Dynamiken in den verschiedenen Warengruppen zeigten. Der Schweizer Detailhandel 2025 profitierte dabei von einer sich stabilisierenden Konsumentenstimmung und spezifischen Nachfragetrends, auch wenn wetterbedingte Einflüsse zum Jahresende gewisse Segmente bremsten.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Schweizer Detailhandel 2025
Inhaltsverzeichnis
Die Entwicklung der Umsatzzahlen muss im Kontext der allgemeinen wirtschaftlichen Lage betrachtet werden. Die Konsumentenstimmung zeigte sich gegen Ende des Jahres leicht verbessert gegenüber dem dritten Quartal, verharrte jedoch im Dezember auf einem negativen Niveau von -31 Punkten. Dieser Wert entspricht weitgehend dem Vorjahresniveau. Ein wesentlicher Faktor für das Kaufverhalten war die Teuerungsrate. Diese belief sich im Jahresdurchschnitt 2025 auf lediglich +0.2 Prozent. Im Dezember lag die Teuerung im Vergleich zum Vorjahresmonat bei +0.1 Prozent. Diese moderaten Inflationszahlen bildeten die Basis für das Einkaufsverhalten der Konsumenten, die weiterhin bewusst, aber nicht verhalten agierten. Der FMCG-Markt, also der Markt für schnelldrehende Konsumgüter, entwickelte sich in diesem Umfeld stabil.
Wachstumstreiber im Bereich Food und Near Food
Der Sektor Food und Near Food erwies sich als robuste Stütze für den Schweizer Detailhandel 2025. Mit einem Umsatzplus von 1.2 Prozent setzte sich der positive Trend fort, getragen durch Impulse sowohl beim Preis als auch beim Absatz. Innerhalb dieses Sektors waren deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Kategorien erkennbar. Besonders Süsswaren und Snacks verzeichneten eine signifikante Wachstumsdynamik. Diese Entwicklung wurde primär durch Preiserhöhungen getrieben, während die abgesetzte Menge in diesem Segment leicht rückläufig war. Ein anderes Bild zeigte sich bei den Tiefkühlprodukten. Hier resultierte das Wachstum spürbar aus einer Zunahme der Menge bei weitgehend stabilen Preisen.
Weniger dynamisch verlief die Entwicklung bei den Kochzutaten. Dieser Bereich stagnierte umsatzseitig, da die negative Preisentwicklung den eigentlich vorhandenen Mengenzuwachs kompensierte. Bei den Grundnahrungsmitteln konnte ein moderates Wachstum erzielt werden, welches durch einen leichten Anstieg des Absatzes bei stabilen Preisen gestützt wurde.
Der Getränkemarkt präsentierte sich im Jahr 2025 insgesamt leicht rückläufig. Insbesondere der Konsum alkoholischer Getränke nahm weiter ab, was sich in sinkenden Absatzmengen bei stabilen Preisen widerspiegelte. Eine Ausnahme bildeten Ready-to-Drink-Produkte, die sowohl im Umsatz als auch im Absatz markant zulegten. Bei den alkoholfreien Getränken stach Mineralwasser positiv hervor. Hier führten höhere Absatzmengen in Kombination mit steigenden Preisen zu einem deutlichen Anstieg. Der Markt für Fruchtsäfte hingegen blieb rückläufig, da spürbare Preiserhöhungen die Nachfrage der Konsumenten dämpften.
Entwicklung der Frischprodukte und Preissensitivität
Ein detaillierter Blick auf die Frischprodukte verdeutlicht die Mechanismen im Schweizer Detailhandel 2025. Der Bereich verzeichnete insgesamt ein solides Umsatzplus, das primär durch eine gesteigerte Nachfrage getragen wurde. Metzgereiprodukte sowie Milchprodukte entwickelten sich positiv. Besonders interessant war die Dynamik im Obst- und Gemüsesektor. Bei den Früchten führten sinkende Preise zu einem kräftigen Anstieg der verkauften Menge, was den Umsatz stützte. Im Gegensatz dazu zeigte sich im Gemüsebereich eine gegenläufige Entwicklung. Obwohl auch hier die Absatzmengen wuchsen, waren die Preisrückgänge so stark, dass unter dem Strich ein rückläufiger Umsatz resultierte. Dies zeigt, wie sensibel der Umsatz auf Preisverschiebungen im Frischesortiment reagiert.
Der Nonfood-Sektor im Schweizer Detailhandel 2025
Nach einem schwierigen Vorjahr konnte der Nonfood-Bereich im Jahr 2025 wieder wachsen. Mit einem Plus von 0.6 Prozent fiel die Erholung zwar moderat aus, markierte aber eine Trendwende gegenüber dem Minus von 2.4 Prozent im vorangegangenen Vergleichszeitraum. Die Entwicklung innerhalb des Nonfood-Sektors verlief jedoch äußerst heterogen. Während Segmente wie Freizeit und Heimelektronik florierten, litten andere Bereiche unter externen Faktoren.
Im Bereich der Heimelektronik lagen Computer, Notebooks und Videospielkonsolen stark im Trend und sorgten für positive Zahlen. Auch bei den Haushaltskleingeräten gab es klare Gewinner. Staubsauger blieben ein ungebremster Verkaufsschlager. Zudem entwickelten sich Nischenprodukte wie Fritteusen, elektrische Mundpflegegeräte, Küchenmaschinen und Dampfreiniger sehr positiv. Im Fotosegment lagen Digitalkameras und Camcorder über dem Ergebnis des Vorjahres.
Auch der Do-it-Yourself-Markt (DIY) trug zum Wachstum im Schweizer Detailhandel 2025 bei. Hier waren es vor allem saisonale Spitzen, die das Ergebnis stützten. Im zweiten und dritten Quartal sorgte die große Nachfrage nach Klimaanlagen und Ventilatoren für Umsatzschübe. Ebenso erzielten Roboter-Rasenmäher ein Topergebnis und trugen signifikant zum Gesamtergebnis bei.
Wettereinflüsse und Textilmarkt
Ein entscheidender Faktor für die Performance bestimmter Nonfood-Kategorien war das Wetter, insbesondere im Dezember 2025. Der niederschlagsarme Winter bremste das Geschäft mit wetterabhängigen Sortimenten spürbar. Dies betraf vor allem Schneesport-Artikel, Outdoor- und Trekking-Equipment sowie Ski- und Wintersportbekleidung. Diese Warengruppen verzeichneten zum Jahresende ein Minus, da die entsprechenden Kaufimpulse aufgrund des fehlenden Schnees ausblieben.
Der Bereich Fashion entwickelte sich generell rückläufig. Umsatzstarke Warengruppen wie Pullover, Sweatshirts, Hosen und Strumpfwaren verloren weiter an Boden. Dies verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen im stationären Textilhandel, der sich in einem intensiven Wettbewerbsumfeld behaupten muss. Im Gegensatz dazu zeigte sich das Teilsegment Reisen erholt und lag leicht über dem Vorjahresniveau.
Im Freizeitsegment, das kumuliert an der Spitze des Wachstums lag, blieben Spielwaren auch zum Jahresende gefragt. Wichtige Treiber waren hier Konstruktions-Sets sowie Games und Puzzles. Auch der Sportbereich erzielte Zuwächse, die mehrheitlich auf Radsporthartwaren und Indoor-Trainingsgeräte wie Laufbänder und Hanteln zurückzuführen waren.
Online-Handel und digitale Kanäle
Ungeachtet der Schwankungen im stationären Geschäft setzte sich der Trend zum E-Commerce fort. Das Online-Shopping blieb eine konstante Größe im Schweizer Detailhandel 2025. Per Ende Dezember lag das kumulierte Wachstum in diesem Kanal bei rund 10 Prozent. Diese zweistellige Wachstumsrate unterstreicht die zunehmende Bedeutung digitaler Vertriebswege für den Gesamterfolg der Händler. Die Verschiebung von Marktanteilen hin zum Online-Kanal bleibt somit ein strukturgebendes Element der Marktentwicklung.
Prognosen und konjunkturelle Aussichten
Für die kommende Zeit gehen Experten von einer moderaten wirtschaftlichen Entwicklung aus. Die Expertengruppe Konjunkturprognosen erwartet für das Jahr 2025 ein um Sportevents bereinigtes Bruttoinlandprodukt der Schweiz von 1.4 Prozent. Für die Jahre 2026 und 2027 liegen die Prognosen bei 1.1 Prozent beziehungsweise 1.7 Prozent. Bezüglich der Arbeitslosenquote wird für das abgelaufene Jahr 2025 ein Durchschnittswert von 2.8 Prozent ausgewiesen, mit einer leichten Prognoseerhöhung auf 3.1 Prozent für 2026. Die Teuerung soll auch in naher Zukunft auf niedrigem Niveau verharren, mit einer erwarteten Rate von 0.2 Prozent für 2026. Diese stabilen Rahmenbedingungen sind entscheidend für die weitere Entwicklung im Schweizer Detailhandel 2025 und darüber hinaus, da sie die Kaufkraft und die Planungssicherheit der Konsumenten direkt beeinflussen.
Faktenbox
Marktdaten Schweizer Detailhandel 2025 | |
|---|---|
| Gesamtumsatz Entwicklung | + 1.0 % (im Vergleich zum Vorjahr) |
| Food / Near Food | + 1.2 % Umsatzwachstum |
| Non Food | + 0.6 % Umsatzwachstum |
| Online-Wachstum | ca. + 10 % (kumuliert) |
| Teuerung 2025 | + 0.2 % (Jahresdurchschnitt) |
| Gewinner-Segmente | Süsswaren, Heimelektronik, Spielwaren, DIY (Klima/Ventilatoren) |
| Verlierer-Segmente | Wintersport-Artikel, Fashion, Säfte, Alkoholische Getränke |