Wero Expansion in Europa: Neue Meilensteine in Niederlanden und Österreich

Die Umsetzung der European Payments Initiative (EPI) hat im Januar 2026 wichtige operative Meilensteine erreicht. Im Mittelpunkt steht die weitere Wero Expansion in Europa, die durch zwei wesentliche Ereignisse gekennzeichnet ist: den Beginn der sichtbaren Integration in den Niederlanden sowie den Aufbau der technischen Infrastruktur für Österreich und Deutschland. Diese Schritte dienen dem Ziel, ein einheitliches, europäisches Zahlungssystem zu etablieren, das als Alternative zu internationalen Anbietern fungiert. Die aktuellen Maßnahmen betreffen sowohl die direkte Benutzeroberfläche für Endkunden als auch die technische Abwicklung im Hintergrund für beteiligte Bankinstitute.

Wero Expansion in Europa: Neue Meilensteine in Niederlanden und Österreich
Wero Expansion in Europa: Neue Meilensteine in Niederlanden und Österreich

Beginn der Migration in den Niederlanden

Am 20. Januar 2026 startete in den Niederlanden die erste Phase der Umstellung vom nationalen Zahlungsstandard iDEAL auf das neue System Wero. Verbraucher sehen sich nun mit einem kombinierten Markenauftritt konfrontiert, bei dem das iDEAL-Logo schrittweise durch die Wero-Markenkennzeichnung ergänzt wird. Dieser Prozess ist Teil der umfassenden Wero Expansion in Europa, bei der bestehende nationale Lösungen in die neue europäische Plattform überführt werden.

Hinter den Kulissen arbeiten die Finanzinstitute an der Migration der Transaktionsdaten. Da iDEAL in den Niederlanden eine sehr hohe Marktdurchdringung aufweist und fest im Alltag der Konsumenten verankert ist, wurde ein stufenweiser Übergang gewählt. Während der Transformationsphase bleibt die volle Funktionalität des bisherigen Systems erhalten. Die Zahlungsabwicklung erfolgt weiterhin über die gewohnte Bankumgebung der Nutzer. Die Strategie zielt darauf ab, die technische Stabilität für Händler und Zahlungsdienstleister zu gewährleisten, während gleichzeitig die Systemarchitektur auf den europäischen Standard von Wero umgestellt wird.

Technische Vorbereitung der DACH-Region

Parallel zu den Entwicklungen in den Niederlanden wurde am 23. Januar 2026 eine wesentliche Weichenstellung für den deutschsprachigen Raum bekanntgegeben. Die PSA Payment Services Austria GmbH (PSA) bereitet nun aktiv die Issuing-Support-Services für den österreichischen und deutschen Markt vor. Als technischer Transaktionsdienstleister schafft die PSA damit die notwendigen Voraussetzungen, damit Banken in diesen beiden Ländern effizient an das Wero-System angebunden werden können.

Dieser Schritt ist für die Wero Expansion in Europa von technischer Relevanz, da er die Komplexität der Anbindung für einzelne Finanzinstitute reduziert. Die PSA übernimmt dabei Aufgaben, die von der technischen Integration bis zur Sicherstellung regulatorischer Anforderungen reichen. Harald Flatscher, Co-CEO der PSA, definierte die Rolle des Unternehmens dahingehend, eine zukunftssichere Infrastruktur bereitzustellen, die ein souveränes europäisches Zahlungsökosystem ermöglicht. Durch diese Dienstleistung erhalten Banken in Deutschland und Österreich eine standardisierte Möglichkeit, ihren Kunden die Echtzeit-Zahlungslösung anzubieten.

Funktionaler Umfang und Marktanforderungen

Das System Wero wurde konzipiert, um Funktionen bereitzustellen, die über den Leistungsumfang bisheriger nationaler Lösungen wie iDEAL hinausgehen. Im Zuge der Wero Expansion in Europa werden Features wie wiederkehrende Zahlungen, die Bezahlung bei Lieferung sowie Anwendungen für den stationären Einzelhandel implementiert. Ein wesentliches Merkmal ist die grenzüberschreitende Interoperabilität. Das System soll sicherstellen, dass Zahlungen zwischen Nutzern und Händlern in verschiedenen europäischen Städten – beispielsweise Amsterdam, Paris oder Düsseldorf – ohne technische Hürden abgewickelt werden können.

Martina Weimert, CEO von EPI, betonte in diesem Zusammenhang, dass die Zusammenarbeit mit Infrastrukturpartnern wie der PSA die Reichweite und Zugänglichkeit der Lösung stärke. Ziel ist die Schaffung einer digitalen Souveränität im europäischen Zahlungsverkehr, getragen von 14 großen europäischen Banken und zwei Acquiring-Dienstleistern.

Kommunikation und Akzeptanzstrategie

In den Niederlanden wird die technische Umstellung von einer Kommunikationskampagne begleitet, die auf die pragmatische Einstellung der dortigen Konsumenten abzielt. Unter dem Titel „Sowieso“ (im Sinne von „selbstverständlich“ oder „absolut“) adressiert die Kampagne Fragen zur Sicherheit und Zuverlässigkeit des neuen Systems. Da die Wero Expansion in Europa in etablierte Märkte eingreift, ist das Vertrauen der Nutzer ein kritischer Faktor.

Die Kampagne verzichtet auf stilisierte Werbebilder und setzt stattdessen auf realistische Darstellungen alltäglicher Nutzungssituationen. Die Botschaft konzentriert sich darauf, dass trotz der Namensänderung und technischen Neuerungen die Verlässlichkeit der Zahlungsvorgänge bestehen bleibt. Die Media-Strategie, geleitet von der Agentur Havas, sieht eine breite Streuung in digitalen und öffentlichen Kanälen vor, um die Transaktionsvolumina während der Übergangsphase stabil zu halten.

Bedeutung der Bankenintegration

Der Erfolg der Einführung hängt maßgeblich von der Integrationstiefe bei den beteiligten Banken ab. Während in den Niederlanden die Banken, die bereits hinter iDEAL standen, den direkten Übergang steuern, fungieren in der DACH-Region Intermediäre wie die PSA als technische Enabler. Die Verfügbarkeit zentraler Support-Services für das Issuing – also die Ausgabe der digitalen Geldbörse an den Endkunden – senkt die Eintrittsbarrieren für Banken. Die Wero Expansion in Europa vollzieht sich somit auf zwei Ebenen: der sichtbaren Marke beim Endkunden und der unsichtbaren, aber notwendigen Infrastruktur-Harmonisierung im Bankensektor. Durch die Schaffung dieser technischen Grundlagen in Österreich und Deutschland wird der Weg für eine flächendeckende Nutzbarkeit des Systems in Kerneuropa geebnet.

Faktenbox

Wero Expansion in Europa
InitiativeEuropean Payments Initiative (EPI)
Startdatum Niederlande20. Januar 2026 (Beginn der iDEAL-Migration)
Infrastruktur DACHPSA Payment Services Austria (Support für AT & DE)
Beteiligte14 Großbanken, 2 Zahlungsdienstleister
SystemartAccount-to-Account (A2A) Echtzeit-Zahlung
FunktionserweiterungRecurring Payments, Pay on Delivery, Cross-Border
KommunikationKampagne „Sowieso“ (Niederlande)