Neue Wirtschaftszahlen Deutschland: Entspannung bei Inflation, Sorgen in der Industrie

Zu Beginn des Jahres 2026 richten sich alle Blicke auf die wirtschaftliche Bilanz des Vorjahres. Das Statistische Bundesamt (Destatis) und das ifo Institut haben am 6. und 7. Januar 2026 neue Daten vorgelegt, die ein differenziertes Bild der konjunkturellen Lage zeichnen. Die aktuellen Wirtschaftszahlen Deutschland zeigen einerseits eine deutliche Beruhigung bei den Verbraucherpreisen und ein Wachstum im Einzelhandel, offenbaren andererseits jedoch tiefe Risse in der industriellen Basis verschiedener Bundesländer. Investoren, Verbraucher und politische Entscheidungsträger finden in den Berichten sowohl Anlass zur Hoffnung als auch Warnsignale für das kommende Jahr.

Neue Wirtschaftszahlen Deutschland: Entspannung bei Inflation, Sorgen in der Industrie
Neue Wirtschaftszahlen Deutschland: Entspannung bei Inflation, Sorgen in der Industrie

Inflation und Preisentwicklung in den Wirtschaftszahlen Deutschland

Ein zentraler Aspekt der neuen Berichte ist die Entwicklung der Geldwertstabilität. Die Wirtschaftszahlen Deutschland weisen für den Dezember 2025 eine vorläufige Inflationsrate von +1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat aus. Damit nähert sich die Teuerungsrate wieder dem langfristigen Zielkorridor der Europäischen Zentralbank an und markiert eine spürbare Entlastung für private Haushalte. Im Vergleich zum Vormonat November blieben die Preise stabil (0,0 Prozent). Betrachtet man den Durchschnitt des gesamten Jahres 2025, so liegt die Inflationsrate bei +2,2 Prozent.

Analysiert man die Komponenten dieser Entwicklung, wird deutlich, dass vor allem der Energiesektor dämpfend wirkte. Energieprodukte verbilligten sich im Dezember 2025 um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dies ist ein wesentlicher Faktor für die Entspannung, die die aktuellen Wirtschaftszahlen Deutschland widerspiegeln. Allerdings bleibt der Preisdruck in anderen Bereichen bestehen. Die Kerninflation – also die Teuerungsrate unter Ausschluss von Nahrungsmitteln und Energie – liegt im Dezember voraussichtlich bei +2,4 Prozent.

Besonders Dienstleistungen erweisen sich als Preistreiber. Sie verteuerten sich um 3,5 Prozent, was Ökonomen vor allem auf gestiegene Löhne in diesem arbeitsintensiven Sektor zurückführen. Im Gegensatz dazu stiegen die Preise für Waren nur minimal um 0,4 Prozent. Nahrungsmittel verzeichneten einen moderaten Anstieg von 0,8 Prozent. Diese Diskrepanz zwischen Waren und Dienstleistungen ist ein charakteristisches Merkmal der derzeitigen Wirtschaftszahlen Deutschland.

Einzelhandelsumsatz stützt die Jahresbilanz 2025

Neben der Preisentwicklung spielt der private Konsum eine Schlüsselrolle für die Binnenkonjunktur. Die vorläufigen Ergebnisse zum Einzelhandelsumsatz fallen im Jahresvergleich positiv aus. Laut Destatis erwirtschaftete der Einzelhandel im Jahr 2025 real (preisbereinigt) 2,4 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr. Nominal, also ohne Berücksichtigung der Inflation, betrug das Plus sogar 3,6 Prozent. Diese Werte verbessern die Wirtschaftszahlen Deutschland auf dem Papier erheblich.

Es ist jedoch wichtig, diese Zuwächse im Detail zu betrachten. Die Dynamik ließ in der zweiten Jahreshälfte spürbar nach. Während der reale Umsatz im ersten Halbjahr noch um 3,8 Prozent wuchs, schwächte sich das Wachstum im zweiten Halbjahr auf 1,1 Prozent ab. Das Statistische Bundesamt weist zudem auf einen methodischen Sondereffekt hin: Durch die Umstrukturierung eines großen Unternehmens im Internet- und Versandhandel flossen ab August 2024 Umsätze in die Statistik ein, die zuvor nicht erfasst waren. Dieser Basiseffekt sorgt für einen strukturellen Anstieg, der die Wirtschaftszahlen Deutschland im Bereich Konsum optisch aufwertet.

Der Blick auf den aktuellen Rand – den November 2025 – zeigt eine leichte Abkühlung. Der Umsatz sank im Vergleich zum Oktober real um 0,6 Prozent. Besonders der Lebensmitteleinzelhandel verzeichnete Einbußen (-1,9 Prozent real). Der Internet- und Versandhandel hingegen bleibt ein Wachstumsmotor und legte im Vorjahresvergleich real um 5,9 Prozent zu. Dieser anhaltende Trend zum E-Commerce verändert die Struktur des Handels nachhaltig und prägt die langfristigen Wirtschaftszahlen Deutschland.

Regionale Unterschiede trüben das Gesamtbild

Während die nationalen Durchschnittswerte bei Inflation und Konsum Stabilität suggerieren, zeigt der Blick auf die regionale Ebene eine andere Realität. Die Wirtschaftszahlen Deutschland sind regional extrem ungleich verteilt, wie neue Berechnungen des ifo Instituts belegen. Im dritten Quartal 2025 schrumpfte die Wirtschaftsleistung in der Hälfte aller Bundesländer.

Am stärksten betroffen waren das Saarland (-0,6 Prozent) sowie Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein (jeweils -0,4 Prozent). Experten sehen hier die Auswirkungen der anhaltenden Krise im verarbeitenden Gewerbe. Der Strukturwandel und die schwache globale Nachfrage belasten industriegeprägte Regionen überdurchschnittlich. Auch im Süden der Republik, traditionell der Wirtschaftsmotor, gibt es Probleme. Zwar wuchsen Baden-Württemberg und Bayern im dritten Quartal leicht, doch für das Gesamtjahr 2025 prognostizieren die Forscher eine Schrumpfung. Als Ursache werden unter anderem Zölle der US-Regierung genannt, die die exportorientierte Industrie im Süden treffen und so die regionalen Wirtschaftszahlen Deutschland negativ beeinflussen.

Lichtblicke gibt es in den Stadtstaaten und im Norden: Hamburg verzeichnete im dritten Quartal ein Wachstum von 0,6 Prozent. Hier kompensieren starke Dienstleister die Schwäche der Industrie. In Ostdeutschland stagniert die Entwicklung weitgehend. Der ifo Geschäftsklimaindex Ostdeutschland stieg im Dezember nur minimal auf 90,1 Punkte. Während der Einzelhandel dort optimistischer ist, blickt die Industrie pessimistisch in die Zukunft.

Methodische Hinweise zur Einordnung der Daten

Um die Wirtschaftszahlen Deutschland korrekt zu interpretieren, ist ein Verständnis der methodischen Grundlagen unerlässlich. Die Inflationsrate wird national als Verbraucherpreisindex (VPI) und europäisch als Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI) berechnet. Im Dezember 2025 lag der HVPI mit +2,0 Prozent etwas höher als der VPI (+1,8 Prozent). Der Unterschied resultiert aus verschiedenen Warenkörben; so enthält der VPI etwa Ausgaben für selbstgenutztes Wohneigentum, die im HVPI fehlen.

Auch bei den Einzelhandelsdaten gab es Anpassungen. Eine neue Stichprobe der berichtspflichtigen Unternehmen ab Oktober 2025 führte zu Revisionen der Vormonatswerte. Solche statistischen Details sind entscheidend für Analysten, die aus den aktuellen Daten Prognosen für 2026 ableiten. Die Wirtschaftszahlen Deutschland bleiben somit ein komplexes Mosaik aus positiven Konsumdaten und negativen Industriesignalen, das auch im neuen Jahr sorgfältig beobachtet werden muss.

Faktenbox

Wirtschaftszahlen Deutschland: Daten-Update Januar 2026
Preisstabilität & Inflation
Inflationsrate Dezember 2025+1,8 % (VPI)
Jahresdurchschnitt 2025+2,2 %
Kerninflation (exkl. Nahrung/Energie)+2,4 % (hoch)
Preistreiber vs. PreisbremseDienstl. (+3,5 %) vs. Energie (-1,3 %)
Konsum & Handel
Einzelhandelsumsatz 2025 (real)+2,4 % (Wachstum)
Online-Handel (Trend Nov.)+5,9 % zum Vorjahr
Regionale Wirtschaftsentwicklung
Industrie-Lage (Q3 2025)Schrumpfung in 8 Bundesländern
Schlusslicht (Wachstum)Saarland (-0,6 %)
Spitzenreiter (Wachstum)Hamburg (+0,6 %)