myflexbox und Redevco Partnerschaft: Solar-Paketstationen an vier Standorten gestartet

In der deutschen Logistik- und Immobilienbranche zeichnet sich eine neue Kooperation ab, die auf die Verknüpfung von Einzelhandel und Paketdienstleistungen setzt. Am 16. Dezember 2025 gaben zwei prominente Akteure ihre Zusammenarbeit bekannt: Das Netzwerk für offene Paketstationen, myflexbox, und der Immobilien-Investment-Spezialist Redevco. Die myflexbox und Redevco Partnerschaft zielt darauf ab, an strategisch gewählten Einzelhandelsstandorten moderne Abholstationen zu etablieren. Zum Start der Kooperation wurden in vier Bundesländern zeitgleich die ersten solarbetriebenen Automaten in Betrieb genommen. Diese Maßnahme ist Teil einer breiteren Strategie, Handelsimmobilien durch zusätzliche Services aufzuwerten und gleichzeitig logistische Prozesse in urbanen Räumen effizienter zu gestalten.

myflexbox und Redevco Partnerschaft: Solar-Paketstationen an vier Standorten gestartet
myflexbox und Redevco Partnerschaft: Solar-Paketstationen an vier Standorten gestartet

Start der Kooperation in vier Bundesländern

Der operative Beginn der myflexbox und Redevco Partnerschaft manifestiert sich in der sofortigen Inbetriebnahme von vier Standorten, die geografisch breit über die Bundesrepublik verteilt sind. Die neuen Paketstationen befinden sich in Hürth (Nordrhein-Westfalen), Ravensburg (Baden-Württemberg), Wiesbaden (Hessen) sowie in Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein).

Bei den gewählten Standorten handelt es sich um Immobilien, die von Redevco gemanagt werden. Diese Objekte sind Teil eines Fonds, der von Union Investment als Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) administriert wird. Die Auswahl dieser spezifischen Standorte deutet auf eine gezielte Strategie hin, gut frequentierte Fachmarktzentren und Handelsareale mit logistischer Infrastruktur zu ergänzen. Durch die Platzierung der Automaten direkt an Orten des täglichen Bedarfs soll die Frequenz der Standorte genutzt werden, um Paketabholungen und -retouren nahtlos in den Einkaufsalltag der Konsumenten zu integrieren.

Technologie und Nachhaltigkeit im Fokus

Ein technisches Kernmerkmal der neuen Installationen im Rahmen der myflexbox und Redevco Partnerschaft ist der Einsatz sogenannter „Next-Gen-Locker“. Diese Geräte unterscheiden sich von konventionellen Paketstationen vor allem durch ihre energetische Autarkie. Die Automaten werden durch Solarenergie betrieben und benötigen keinen festen Stromanschluss. Dies ermöglicht eine flexible Wahl des Aufstellortes auf den jeweiligen Arealen, da keine aufwendigen Tiefbaumaßnahmen für die Verkabelung notwendig sind.

Der Verzicht auf eine externe Stromversorgung zahlt auf die Nachhaltigkeitsziele beider Unternehmen ein. Redevco verfolgt als Immobilienmanager strikte ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance), zu denen auch die Reduktion des CO₂-Fußabdrucks der verwalteten Immobilien gehört. Der CO₂-neutrale Betrieb der myflexboxen ergänzt dieses Konzept. Jonathan Grothaus, CEO und Gründer von myflexbox, betonte in diesem Zusammenhang, dass die Unabhängigkeit vom Stromnetz neue Möglichkeiten in der Standortwahl eröffne und die Installation beschleunige.

Das Prinzip des One-Stop-Shoppings

Ein konkretes Anwendungsbeispiel für die Integration der Stationen liefert der Standort im „Gewerbepark Henstedt-Ulzburg Süd“. Hier wurde der autarke Automat in ein bestehendes Handelsumfeld integriert, das dem Prinzip des „One-Stop-Shoppings“ folgt. Das Areal in der Gutenbergstraße umfasst neben der neuen myflexbox diverse Einzelhändler, darunter Discounter, Möbelgeschäfte, Elektronikmärkte sowie Dienstleister wie Restaurants und eine Tankstelle.

Die Idee hinter dieser Bündelung ist die Wegersparnis für den Verbraucher. In einem typischen Fachmarktzentrum erledigen Kunden oft Wocheneinkäufe und andere Besorgungen. Durch die myflexbox und Redevco Partnerschaft wird dieses Angebot um die Komponente der Paketlogistik erweitert. Kunden können während ihres Einkaufs Pakete abholen oder versenden, ohne einen separaten Weg zu einer Postfiliale oder einem anderen Paketshop auf sich nehmen zu müssen. Dies reduziert nicht nur den individuellen Zeitaufwand, sondern potenziell auch das Verkehrsaufkommen, da separate Fahrten entfallen.

Offenes Netzwerk als logistischer Ansatz

Im Gegensatz zu geschlossenen Systemen, die nur einen einzigen Paketdienstleister bedienen, setzt myflexbox auf ein offenes Netzwerk. Die im Rahmen der myflexbox und Redevco Partnerschaft aufgestellten Automaten bündeln Services verschiedener Logistikdienstleister. Zu den Partnern gehören aktuell DPD, GLS, UPS und FedEx.

Dieser Ansatz der Anbieterneutralität gilt in der Logistikbranche als wichtiger Faktor für die Effizienzsteigerung auf der sogenannten „Letzten Meile“. Wenn ein Standort von mehreren Paketdiensten angefahren werden kann, erhöht sich die Auslastung der Fächer und die Relevanz für den Endkunden. Für den Verbraucher entfällt die Notwendigkeit, für unterschiedliche Paketdienste verschiedene Abholorte aufzusuchen. Für die Kurierdienste bedeutet die gebündelte Zustellung an einen Automaten eine Zeitersparnis im Vergleich zur Haustürzustellung, was wiederum den innerstädtischen Lieferverkehr entlasten kann.

Mehrwert für Immobilienmanagement und Mieter

Aus der Perspektive des Asset Managements, vertreten durch Serkan Ediz von Redevco, steht die Attraktivitätssteigerung der Immobilie im Vordergrund. Der physische Einzelhandel steht im stetigen Wettbewerb mit dem E-Commerce. Um Kundenfrequenz an stationären Standorten zu sichern, setzen Immobilienverwalter vermehrt auf multifunktionale Ansätze.

Die myflexbox und Redevco Partnerschaft wird von den Verantwortlichen als Maßnahme gesehen, die Aufenthaltsqualität und den Nutzwert der Standorte zu erhöhen. Eine Paketstation fungiert hierbei als Frequenzbringer: Kunden, die primär zur Abholung eines Pakets kommen, nutzen häufig die Gelegenheit für Spontankäufe bei den umliegenden Mietern. Dies erzeugt Synergieeffekte zwischen der reinen Logistikdienstleistung und dem stationären Handel. Für die Mieter des Fachmarktzentrums kann dies eine Stabilisierung oder Erhöhung der Kundenlaufwege bedeuten, was langfristig den Standortwert sichert.

Hintergründe zur urbanen Logistikentwicklung

Die Kooperation fällt in eine Zeit, in der Städte und Kommunen verstärkt nach Lösungen für das wachsende Paketaufkommen suchen. Der Onlinehandel wächst weiterhin, was zu einer Zunahme von Lieferfahrzeugen in Innenstädten und Wohngebieten führt. Konsolidierungspunkte wie Paketstationen gelten in der Verkehrsplanung als effektives Mittel, um Zustellverkehre zu bündeln und die Anzahl der erfolglosen Zustellversuche an der Haustür zu minimieren.

Die myflexbox und Redevco Partnerschaft adressiert diese Problematik durch die Bereitstellung privater Flächen für öffentliche oder halböffentliche Infrastruktur. Da öffentlicher Raum in Städten oft knapp und die Genehmigungsprozesse für neue Stadtmöbel langwierig sind, spielen private Immobilienbesitzer eine zunehmend wichtige Rolle beim Ausbau der Lade- und Logistikinfrastruktur. Die Nutzung von Parkplatzflächen oder Randbereichen von Fachmarktzentren für solche Zwecke stellt eine effiziente Flächennutzung dar, ohne den primären Geschäftsbetrieb zu stören.

Ausblick auf die weitere Entwicklung

Mit dem Start in vier Bundesländern haben myflexbox und Redevco eine Basis für den weiteren Ausbau geschaffen. Angesichts der Tatsache, dass Redevco als einer der führenden privaten Immobilien-Investment-Spezialisten in Europa agiert, besteht theoretisches Potenzial für eine Ausweitung der Kooperation auf weitere Standorte im In- und Ausland.

Die Marktentwicklung zeigt einen klaren Trend hin zu automatisierten Übergabepunkten. Kunden fordern zunehmend 24/7-Verfügbarkeit für die Abholung und Retoure von Waren. Gleichzeitig steigt der Druck auf Immobilienbetreiber, ihre Flächen unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zu optimieren. Die Kombination aus solarbetriebener Technologie und offenem Systemansatz, wie sie in der myflexbox und Redevco Partnerschaft realisiert wird, dürfte daher auch für zukünftige Projekte als Referenzmodell dienen. Ob und wie schnell weitere Standorte folgen, wurde in der aktuellen Bekanntmachung noch nicht detailliert, jedoch legen die strategischen Äußerungen beider Parteien eine langfristige Planung nahe.

Faktenbox

Fakten zur Partnerschaft myflexbox & Redevco
Betroffene Unternehmen myflexbox (Paketstations-Netzwerk) & Redevco (Immobilien-Investment-Management)
Startdatum 16. Dezember 2025
Standorte zum Start Hürth (NRW), Ravensburg (BW), Wiesbaden (HE), Henstedt-Ulzburg (SH)
Technologie Next-Gen-Locker, solarbetrieben, kein Stromanschluss notwendig
Integrierte Paketdienste DPD, GLS, UPS, FedEx
Fonds-Administration Union Investment (KVG)
Zielsetzung Nachhaltige City-Logistik, Frequenzsteigerung an Handelsstandorten, One-Stop-Shopping