Weihnachtsgeschenke 2025: Deutsche geben weniger für Präsente aus
Die Ausgabenbereitschaft der Deutschen für Weihnachtsgeschenke 2025 sinkt leicht. Laut einer aktuellen Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY wollen die Bundesbürger in diesem Jahr im Schnitt 259 Euro für Geschenke ausgeben – das sind zwei Prozent weniger als 2024. Besonders Familien mit Kindern reduzieren ihr Budget spürbar.
Familien mit Kindern sparen am meisten
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Im Vergleich zum Vorjahr verringern sich die geplanten Ausgaben von Familien mit Kindern um acht Prozent – von 359 Euro auf 332 Euro. Insgesamt liegt das durchschnittliche Geschenkbudget damit weiterhin deutlich unter den Höchstwerten aus den Jahren 2018 bis 2020, als die Ausgaben bei über 280 Euro lagen.
Auch regional zeigen sich Unterschiede: In den westlichen Bundesländern sinkt das Budget im Schnitt um drei Prozent auf 258 Euro, während es im Osten leicht auf 268 Euro steigt – ein Plus von rund 1,5 Prozent.
EY-Partner Dirk Seng erklärt die Entwicklung mit der anhaltend schwachen Wirtschaftslage:
„Die Kauflaune ist gedämpft. Inflation, konjunkturelle Unsicherheit und Sorgen um Arbeitsplätze bremsen den Konsum – das spiegelt sich direkt im Weihnachtsgeschäft wider.“
Gutscheine und Geld bleiben Lieblingsgeschenke
Unverändert beliebt bleiben Gutscheine und Bargeld, die 48 Prozent der Befragten verschenken wollen. Auf Platz zwei folgen Lebensmittel und Süßwaren mit 36 Prozent, danach Spielwaren (33 Prozent), gedruckte Bücher (31 Prozent) und Kleidung (30 Prozent).
Während für Lebensmittel, Schmuck und Unterhaltungselektronik leicht höhere Budgets eingeplant sind, sinken die Ausgaben für Gutscheine und Spielwaren. Für Gutscheine bzw. Geld sind 2025 56 Euro vorgesehen – drei Euro weniger als im Vorjahr.
Seng betont: „Der Rückgang ist zwar moderat, aber der Handel muss kreative Wege finden, um Kaufanreize zu schaffen. Früh einsetzende Kälte oder ein attraktives Stadtmarketing könnten Impulse liefern.“
Weihnachtsstimmung weiter gedämpft
Das Interesse an vorweihnachtlichen Aktivitäten bleibt laut Studie deutlich unter Vorkrisenniveau. Nur 42 Prozent der Deutschen geben an, dass ihnen das Shopping in Innenstädten oder Einkaufszentren wichtig ist – derselbe Wert wie 2024, aber weit unter dem Vor-Corona-Niveau von 59 Prozent (2019).
Auch die Beliebtheit von Weihnachtsmärkten stagniert: Nur 37 Prozent der Befragten sehen sie als Anlass, in die Innenstadt zu gehen. Vor der Pandemie lag der Anteil bei über 40 Prozent.
„Die Pandemie wirkt nach“, sagt Seng. „Das Bedürfnis nach festlichen Events ist nicht vollständig zurückgekehrt. Für den stationären Handel bedeutet das eine zusätzliche Herausforderung.“
Online-Handel legt leicht zu
Der Online-Handel bleibt auch 2025 der wichtigste Verkaufskanal für Weihnachtsgeschenke. Verbraucher planen, durchschnittlich 120 Euro online auszugeben – zwei Euro mehr als im Vorjahr.
Gleichzeitig holen Kaufhäuser und Einkaufszentren leicht auf: Hier steigen die geplanten Ausgaben um acht Euro auf 55 Euro. Fachgeschäfte müssen hingegen Einbußen hinnehmen, ihre Umsätze sinken von 56 auf 51 Euro. In Discountern und Supermärkten werden nur noch 18 Euro für Geschenke ausgegeben – ein Rückgang um sechs Euro.
Laut EY profitieren Onlinehändler von digitalen Kaufassistenten, häufig auf Basis künstlicher Intelligenz, die Produktempfehlungen personalisieren und das Einkaufserlebnis verbessern. Dennoch bleibe der stationäre Handel attraktiv, insbesondere wegen der direkten Verfügbarkeit und Beratung vor Ort.
Konsum bleibt verhalten – aber nicht ohne Chancen
Trotz des Rückgangs um zwei Prozent bleibt das Weihnachtsgeschäft 2025 ein wichtiger Umsatztreiber für den Handel. Die Studie deutet darauf hin, dass viele Verbraucher trotz finanzieller Unsicherheiten nicht vollständig auf Geschenke verzichten wollen.
Dirk Seng sieht deshalb noch Potenzial: „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten suchen Menschen kleine Freuden. Wer es schafft, Emotionen mit attraktiven Angeboten zu verbinden, kann auch in einem verhaltenen Markt punkten.“
Die Studie zeigt: Trotz stabiler Online-Nachfrage bleiben die Weihnachtsgeschenke 2025 ein Spiegel der wirtschaftlichen Zurückhaltung. Das Konsumverhalten verändert sich – nicht abrupt, aber nachhaltig. Händler müssen sich darauf einstellen, dass der Wettbewerb um die Budgets der Verbraucher anspruchsvoller wird als in den Jahren zuvor.
Faktenbox
| Weihnachtsgeschenke 2025 | |
|---|---|
| Durchschnittliche Ausgaben | 259 Euro (–2 % ggü. 2024) |
| Familien mit Kindern | 332 Euro (–8 %) |
| West/Ost-Vergleich | West: 258 Euro / Ost: 268 Euro |
| Beliebtestes Geschenk | Gutscheine & Bargeld (48 %) |
| Online-Ausgaben | 120 Euro (+2 Euro ggü. 2024) |
| Kaufhäuser / Einkaufszentren | 55 Euro (+8 Euro) |
| Besucherinteresse an Weihnachtsmärkten | 37 % (2019: 41 %) |
| Wichtigstes Motiv für Geschenke | Freude bereiten, Tradition bewahren |