Diese vier B2B-Apps schaffen echten Mehrwert
Wer im B2B-Geschäft erfolgreich sein will, muss nicht nur digital sichtbar sein, sondern auch intern wie extern effizient arbeiten. Gerade in vertriebsnahen Bereichen, in der Logistik oder im Kundenservice entscheidet längst nicht mehr das bessere Produkt, sondern die bessere Prozesskette. Genau hier beginnt das Problem vieler mittelständischer Unternehmen: Standardsoftware verspricht vieles, lässt sich aber oft nur schwer an die eigene Realität anpassen. Die Folge sind Medienbrüche, manuelle Arbeitsschritte und Frust auf allen Seiten.
Individuell entwickelte Apps schaffen an dieser Stelle echten Mehrwert. Sie digitalisieren nicht nur Abläufe, sondern richten sich präzise an dem aus, was im Alltag wirklich zählt: Geschwindigkeit, Verständlichkeit und Integration in bestehende Systeme. Ob auf dem Lagergerät in der Logistik, im Außendienst, im Cockpit eines LKW oder beim digitalen Dokumentenaustausch mit Kundinnen und Kunden. Überall dort, wo Prozesse ins Stocken geraten, sorgen maßgeschneiderte Anwendungen für mehr Bewegung.
Wie das konkret aussieht? In diesem Beitrag schauen wir auf verschiedene Unternehmen, die genau diesen Weg gegangen sind – mit pragmatischen, zielgerichteten Lösungen, die sich bezahlt machen.
Warehouse-App für effiziente Lagerlogistik bei flaschenpost
Inhaltsverzeichnis
Die flaschenpost SE steht für das Versprechen, Getränke innerhalb von 120 Minuten direkt an die Haustür zu liefern. Ein logistischer Kraftakt, der reibungslose Abläufe in den Lagerstandorten voraussetzt. Insbesondere die Kommissionierung stellte dabei einen Engpass dar: Manuelle Prozesse, fehleranfällige Abläufe und nicht zuletzt die Herausforderung, neue Mitarbeitende schnell und zuverlässig einzuarbeiten, machten eine technologische Neuausrichtung notwendig.
Gemeinsam mit der Cayas Software GmbH wurde eine mobile App-Lösung entwickelt, die exakt auf den Alltag in der Lagerlogistik zugeschnitten ist. Zunächst entstand eine Kommissionier-App für besonders kompakte Android-Geräte, die direkt am Unterarm getragen werden konnten. Diese wurde kurze Zeit später durch eine leistungsfähigere Warehouse-App ergänzt, die mit größerem Display, integriertem Barcodescanner und robuster Bauweise für den täglichen Einsatz im Lager konzipiert wurde.
Bereits wenige Wochen nach dem Projektstart ging die Lösung in einem Lagerstandort live. Seitdem wurden über zehn Millionen Artikel mithilfe der App kommissioniert – schneller, fehlerfreier und deutlich effizienter als zuvor. Als die Corona-Pandemie eine kurzfristige Ausweitung des Produktsortiments erforderte, konnte die App ohne zusätzliche Hardwareanpassungen skaliert werden, ein klarer Beleg für die Zukunftsfähigkeit der Lösung.
Mit der Warehouse-App hat flaschenpost nicht nur ein konkretes Problem gelöst, sondern auch die Basis für eine mobile Digitalisierungsplattform geschaffen, auf der sich weitere Lagerprozesse abbilden und optimieren lassen. (Quelle: cayas.de)
Vertriebs-App stärkt den Außendienst
Ein Beispiel für die erfolgreiche Digitalisierung des Vertriebsprozesses liefert das mittelständische Handelsunternehmen Förch, das auf Produkte für Handwerk und Industrie spezialisiert ist. Mit über 100.000 Artikeln im Sortiment und einem deutschlandweiten Außendienst-Team war die Herausforderung klar: Wie lassen sich große Datenmengen zuverlässig bereitstellen, auch dann, wenn die Netzverbindung ausfällt? Und wie kann der Vertriebsprozess gleichzeitig effizienter, standardisierter und kundenorientierter werden?
Die Antwort fand Förch in der Einführung einer Vertriebs-App, die alle relevanten Informationen für den Außendienst in einer einzigen Anwendung bündelt. Kundeninformationen, Bestellhistorien, aktuelle Promotion-Aktionen, Produktdaten, Besuchsberichte und Auftragserfassung – all das steht über die App strukturiert und intuitiv bedienbar zur Verfügung. Dabei greift die Anwendung auf Daten aus verschiedenen Systemen zu und verbindet sich über Standardschnittstellen mit ERP-, CRM- und PIM-Lösungen.
Besonders überzeugte Förch die Fähigkeit der App, auch mit sehr großen Datenmengen performant und stabil umzugehen. Selbst ohne Internetverbindung (etwa bei Kundenterminen in ländlichen Regionen oder in großen Industriehallen) funktioniert die Anwendung zuverlässig. Bilder, Videos und Dokumente lassen sich auch offline schnell laden, was dem Vertriebsteam ein hohes Maß an Flexibilität und Professionalität verschafft.
Die eingesetzte App ermöglicht so nicht nur eine medienbruchfreie Beratung vor Ort, sondern schafft auch eine verlässliche Grundlage für dokumentierte Kundenkontakte und konsistente Angebotsprozesse. Gleichzeitig profitiert das Unternehmen von strukturierteren Abläufen, besserer Datenqualität und einer messbaren Effizienzsteigerung im Außendienst. Der Vertriebsworkflow wurde nachhaltig optimiert – ohne dass die persönliche Beratung auf der Strecke blieb. (Quelle: mittelstand-heute.com)
Mitarbeiter-App bei Karle-Recycling
Auch interne Prozesse entscheiden darüber, wie gut ein Unternehmen im digitalen Wettbewerb aufgestellt ist. Gerade dann, wenn es um Servicequalität, Verfügbarkeit oder Reaktionszeiten geht. Das mittelständische Unternehmen Karle Recycling hat diesen Zusammenhang früh erkannt und in eine eigene Mitarbeiter-App investiert, die nicht nur die interne Kommunikation verbessert, sondern auch einen direkten Einfluss auf die operative Effizienz und Kundenorientierung hat.
Hintergrund war die besondere Herausforderung, dass viele Mitarbeitende auf Baustellen, in LKWs oder auf dem Betriebshof arbeiten, also weit entfernt von Büro, Intranet oder klassischen Informationswegen. Gleichzeitig müssen diese Mitarbeitenden blitzschnell auf neue Aufträge reagieren, sich mit Disposition und Verwaltung abstimmen oder Rückfragen zu Kundenanliegen klären können. Genau hier setzt die App „Efa – Eine für alle“ an: Sie bündelt wichtige Informationen und Funktionen in einer zentralen, mobil verfügbaren Anwendung.
Zu den Features gehören unter anderem automatische Übersetzungen für Mitarbeitende mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen, Gruppen-Chats wie etwa ein Fahrerchat, eine einfache Erfassung von Neukunden sowie die digitale Übergabe von Telefonnotizen und Aufträgen. Die App läuft auf den dienstlichen Smartphones aller Karle-Beschäftigten, unabhängig von ihrer Funktion oder ihrem Arbeitsort.
In einem digitalen Ökosystem entscheidet nicht nur der Onlineshop, sondern die gesamte Lieferkette über das Kauferlebnis. Wer online bestellt, erwartet auch offline Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und transparente Kommunikation. Eine reibungslos informierte, intern vernetzte Belegschaft ist damit nicht nur „Backoffice“, sondern entscheidender Bestandteil einer funktionierenden digitalen Kundenerfahrung, gerade in logistiknahen Branchen wie der Entsorgung oder dem Baustoffhandel. (Quelle: karlerecycling.de)
Kanzlei-App entlastet bei der Buchhaltung
Auch im betriebswirtschaftlichen Tagesgeschäft steckt oft ungenutztes Digitalisierungspotenzial. Besonders, wenn es um Kommunikation mit Dienstleistern wie Steuerkanzleien geht. Die Kanzlei Hermes & Partner hat genau hier angesetzt und eine eigene App entwickelt, mit der Mandantinnen und Mandanten ihre Unterlagen sicher, strukturiert und ortsunabhängig einreichen können. Verträge, Belege, Vollmachten oder sonstige Dokumente lassen sich per Smartphone oder Tablet direkt über die App übermitteln, ganz ohne E-Mail, Papierchaos oder lange Rückfragen.
Die Anwendung ist sowohl für Android als auch für iOS verfügbar und stellt damit eine moderne, niedrigschwellige Schnittstelle zwischen Kanzlei und Mandantschaft dar. Das spart nicht nur Zeit und Ressourcen auf beiden Seiten, sondern reduziert auch das Risiko von Medienbrüchen oder fehlenden Informationen. (Quelle: hermesundpartner.de)
Gerade für Unternehmen, die im digitalen Vertrieb oder E-Commerce tätig sind, kann eine solche Lösung Gold wert sein: Buchhaltung, Steuerfragen und Jahresabschlüsse bleiben durch die App besser planbar, transparenter und rechtssicher dokumentiert. Gleichzeitig wird das Backoffice entlastet und es bleibt mehr Fokus für das eigentliche Kerngeschäft.
Fazit: Maßgeschneiderte Apps zahlen sich aus
Alle vier Beispiele machen deutlich: Erfolgreiche App-Entwicklung im B2B ist kein Selbstzweck und keine digitale Spielerei, sondern eine direkte Antwort auf konkrete Herausforderungen im operativen Geschäft. Ob es darum geht, Kommissionierprozesse effizienter zu gestalten, Vertriebsteams im Außendienst leistungsfähiger zu machen, interne Kommunikation in dezentralen Strukturen zu verbessern oder die betriebswirtschaftliche Zusammenarbeit mit Dienstleistern zu verschlanken. Überall dort, wo Standardlösungen an Grenzen stoßen, schaffen individuelle Apps praxistaugliche und wirksame Alternativen.
Der Mehrwert dieser Anwendungen liegt nicht nur in der reinen Prozessdigitalisierung, sondern vor allem in der Passgenauigkeit: Sie berücksichtigen die tatsächlichen Abläufe, Rollen, Systemlandschaften und Herausforderungen des jeweiligen Unternehmens. So entstehen Lösungen, die nicht nur technisch funktionieren, sondern auch von den Mitarbeitenden angenommen und aktiv genutzt werden.
Zudem ermöglichen maßgeschneiderte Apps eine tiefere Integration in bestehende IT-Strukturen, eine bessere Skalierbarkeit bei Veränderungen und nicht zuletzt einen Vorsprung im Wettbewerb. Denn wer intern reibungsloser arbeitet, kann extern schneller reagieren, besser beraten und effizienter liefern. Für viele B2B-Unternehmen wird die individuelle App damit zu einem echten Produktivitätsmotor quer durch Branchen und Unternehmensgrößen hinweg.