Geschäftsklimaindex Juli 2025: Selbständige unter Druck
Der ifo Geschäftsklimaindex Juli 2025 signalisiert eine erneute Eintrübung bei Selbständigen und Kleinstunternehmen. Nach einem Zwischenanstieg fällt der Index von -15,7 Punkten im Juni auf -16,9 Punkte im Juli (Saldo, nicht saisonbereinigt). Zugleich berichten 43,6% der Befragten von zu wenigen Aufträgen. Dieser Anteil liegt weiterhin deutlich über dem Wert der Gesamtwirtschaft (36,7%) und verweist auf anhaltenden Druck im Tagesgeschäft.
Geschäftslage und Erwartungen: weitere Abkühlung
Inhaltsverzeichnis
Im Geschäftsklimaindex Juli 2025 bewerteten die Befragten ihre laufenden Geschäfte häufiger negativ. Parallel verschlechterten sich die Geschäftserwartungen, was auf verhaltene Perspektiven für das dritte Quartal hindeutet. Angesichts der schwächeren Nachfrage rechnen mehr Unternehmen mit sinkenden Umsätzen. Der erneute Rückgang bestätigt den seit dem Frühjahr beobachtbaren Trend einer nur schleppenden Erholung.
Auftragslage: leichte Entspannung gegenüber April, aber hoch
Zwar ist der Anteil der Unternehmen mit Auftragsmangel gegenüber April (48,4%) gesunken, doch die Quote bleibt auf hohem Niveau. Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft ist die Unterauslastung bei Selbständigen überdurchschnittlich. Der Geschäftsklimaindex Juli 2025 macht deutlich, dass die Nachfragebasis vieler Mikro-Unternehmen zu schmal bleibt, um Investitionen oder Kapazitätsausweitungen zu rechtfertigen.
Branchenblick: Dienstleister und Einzelhandel schwächer
Der Index bildet alle Sektoren ab, liegt aber mit seinem Schwerpunkt auf dem Dienstleistungssektor. Dort wurde die aktuelle Lage im Juli nur noch vereinzelt positiv bewertet; die Erwartungen fielen spürbar pessimistischer aus. Im Einzelhandel trübte sich die Stimmung ebenfalls ein. Neben gedämpften Erwartungen meldeten viele Befragte auch eine schlechtere Bewertung der laufenden Geschäfte – häufig begründet mit gesunkenen Umsätzen. Insgesamt zeichnet der Geschäftsklimaindex Juli 2025 ein Bild verhaltener Konsumbereitschaft und anhaltender Vorsicht.
Ausblick
Ohne deutliche Verbesserung im Auftragseingang bleibt die Erholung fragil. Für die kommenden Monate ist entscheidend, ob sich die Nachfrage im Spätsommer stabilisiert. Bleiben Impulse aus, dürfte die Investitionsbereitschaft gedämpft bleiben. Der Geschäftsklimaindex Juli 2025 spricht daher für Vorsicht bei Personal- und Kapazitätsentscheidungen, bis klarere Signale einer Nachfragestabilisierung vorliegen.
Methodik und Einordnung
Seit August 2021 berechnet das ifo Institut den Index für Soloselbständige und Kleinstunternehmen (unter neun Beschäftigte) analog zum bekannten ifo Geschäftsklima. Basis sind Salden, die nicht saisonbereinigt ausgewiesen werden. Dadurch bildet der Geschäftsklimaindex Juli 2025 kurzfristige Stimmungsumschwünge unmittelbar ab. Für die Interpretation bedeutet dies: Ausschläge können stärker ausfallen, liefern aber ein präzises Bild der aktuellen Lageeinschätzung.
| Fakten zum Geschäftsklimaindex Juli 2025 | |
|---|---|
| Indexstand Juli 2025 | -16,9 (Saldo, nicht saisonbereinigt) |
| Indexstand Juni 2025 | -15,7 |
| Auftragsmangel (Selbständige) | 43,6% |
| Auftragsmangel (Gesamtwirtschaft) | 36,7% |
| Referenzwert April 2025 | 48,4% mit zu wenigen Aufträgen |
| Branchenlage | Dienstleister und Einzelhandel schwächer |
| Bewertung laufender Geschäfte | häufiger negativ |
| Geschäftserwartungen | pessimistischer |
| Indexstart | August 2021 (ifo Institut) |