Qonto beantragt eine Banklizenz – Nächster Schritt in der Expansion
Qonto beantragt eine Banklizenz bei der französischen Bankenaufsicht ACPR – ein strategischer Schritt, mit dem das Fintech sein Angebot um Spar-, Kredit- und Anlageprodukte erweitert. Das Unternehmen will so seine Rolle als digitale Finanzplattform für kleine und mittlere Unternehmen in Europa weiter ausbauen. Der Antrag erfolgt acht Jahre nach der Gründung.
Qonto beantragt eine Banklizenz – Warum?
Inhaltsverzeichnis
Die Beantragung einer Banklizenz ist Teil einer langfristigen Wachstumsstrategie. Ziel ist es, künftig Bankdienstleistungen nicht mehr nur über Partner, sondern direkt unter eigener Lizenz anzubieten. Dies betrifft unter anderem Geschäftskonten mit Sparfunktion, Unternehmenskredite und digitale Geldanlageprodukte. Mit der geplanten Vollbanklizenz (Credit Institution License) würde Qonto diese Dienste auf einer einheitlichen Plattform vereinen.
Aktuell verfügt Qonto über eine Zulassung als Zahlungsinstitut. Die neue Lizenz würde es dem Fintech ermöglichen, in allen acht aktiven Märkten – darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande und Österreich – als eigenständige Bank zu agieren. Über das sogenannte Passporting-Modell soll die Banklizenz EU-weit anerkannt werden.
Wachstum in Europa – Fokus auf Deutschland
Dass Qonto Banklizenz beantragt, hängt auch mit den ambitionierten Wachstumsplänen bis 2030 zusammen. Das Unternehmen will die Zahl seiner Kunden von derzeit 600.000 auf zwei Millionen steigern. Der deutsche Markt gilt dabei als besonders relevant. Um die Marktpräsenz zu stärken, wurde Dr. Malte Dous als Managing Director für Deutschland und Zentraleuropa ernannt.
Bereits seit 2023 arbeitet Qonto profitabel – laut Unternehmensangaben früher als geplant. Die Banklizenz gilt nun als Voraussetzung für das nächste Skalierungsniveau.
Investitionen in Infrastruktur und Produktentwicklung
Während Qonto eine Banklizenz beantragt, investiert das Unternehmen weiter in Technologie. So wurde ein eigener Kartenprozessor entwickelt, um Zahlungsprodukte unabhängig betreiben und schneller weiterentwickeln zu können. 2024 wurde zudem ein Ratenzahlungsangebot eingeführt, das bereits ein Volumen von 50 Millionen Euro erreicht hat – ein weiteres Beispiel für die Ausweitung bankähnlicher Dienstleistungen.
Mit der Vollbanklizenz will Qonto künftig noch umfassendere Produkte anbieten – und dies regulatorisch unabhängig. Die Integration klassischer Bankfunktionen in die bestehende Plattform soll Kunden mehr Kontrolle, Flexibilität und Transparenz bieten.
Erfahrenes Managementteam unterstützt Lizenzprozess
Die Beantragung einer Banklizenz wird von einem erfahrenen Vorstand unterstützt. Im Juni 2025 wurde Jean-Pierre Mustier ins Board geholt, ehemaliger CEO von UniCredit und Präsident der Europäischen Bankenvereinigung. Weitere Mitglieder wie Françoise Brougher (Velocity Global), Matt Briers (ehem. CFO bei Wise) und Jean-Pascal Beaufret bringen zusätzliche Expertise in Finanz- und Technologiethemen ein.
Qonto beantragt eine Banklizenz für die Zukunft
Qonto beantragt eine Banklizenz und unterstreicht damit die Ambitionen des Unternehmens, sich als vollwertige digitale Bank in Europa zu etablieren. Mit der Kombination aus Fintech-Innovation und banktypischer Regulierung will Qonto seine Position als zentrale Finanzlösung für Geschäftskunden weiter festigen – insbesondere im wachstumsstarken deutschen Markt.