Rekordtief bei kleinen Shops: E-Commerce-Erholung erreicht nicht alle
Während sich der E-Commerce-Markt in Deutschland, Österreich und der Schweiz langsam vom Einbruch der letzten Jahre erholt, ist ein Rekordtief bei kleinen Shops zu erkennen. Laut dem aktuellen E-Report des Softwareanbieters uptain befindet sich der Median-Umsatz kleiner Shops im ersten Quartal 2025 auf einem neuen Rekordtief. Das belegt: Vom Aufschwung profitieren vor allem große Anbieter – für kleine Händler bleibt die Lage angespannt.
Rückläufige Umsätze trotz Branchenwachstum
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Die Studie analysierte die Performance kleiner Online-Shops im Zeitraum Q3 2023 bis Q1 2025. Das Ergebnis: Der typische Shop dieser Kategorie erwirtschaftete zuletzt nur noch 12.558 Euro Umsatz – der niedrigste Wert der vergangenen Quartale. Damit markiert diese Entwicklung ein deutliches Rekordtief bei kleinen Shops, obwohl der Gesamtmarkt wieder wächst.
Ein möglicher Grund ist das geänderte Konsumverhalten in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Viele Käufer ziehen etablierte Marken und bekannte Plattformen vor. Für kleinere Anbieter wird es damit zunehmend schwer, sich zu behaupten – sowohl im Sortiment als auch bei Erwartungen rund um Versand, Rückgabe oder Zahlungsarten.
Sinkende Besucherzahlen als zentrale Ursache
Auffällig ist laut uptain die Korrelation zwischen sinkenden Umsätzen und rückläufigen Besucherzahlen. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Probleme nicht im Shopbetrieb selbst liegen, sondern bereits auf der Traffic-Ebene beginnen. Kleine Shops verlieren also nicht erst im Checkout, sondern erreichen potenzielle Käufer gar nicht erst.
Auch hier zeigt sich das Rekordtief bei kleinen Shops: Die Marketingkosten steigen, Skaleneffekte wirken zugunsten großer Anbieter, und organische Sichtbarkeit – etwa über SEO – wird für kleinere Händler zur Hürde.
Höhere Warenkörbe, aber geringere Conversion Rates
Die Analyse stellt fest, dass der Median-Bestellwert zwar leicht gestiegen ist – vermutlich infolge von Preissteigerungen und Inflation. Gleichzeitig sank jedoch die Conversion Rate leicht. Der Umsatz bleibt dadurch stabil oder sinkt sogar, was das Absatzproblem weiter verstärkt.
Insbesondere die Tatsache, dass die Conversion Rates der gängigen Shopsysteme kaum differieren, legt nahe: Die technische Plattform spielt nur eine untergeordnete Rolle. Entscheidender sind Reichweite, Markenbekanntheit und Vertrauen – alles Faktoren, bei denen große Shops im Vorteil sind.
Kleine Shops verlieren den Anschluss
Der uptain-Report kommt zu einem klaren Schluss: Trotz wachsendem Gesamtmarkt bleibt das Rekordtief bei kleinen Shops ein alarmierender Befund. Ohne strategische Gegenmaßnahmen – etwa im Bereich Kundenbindung, Differenzierung oder gezieltem Performance-Marketing – drohen viele kleine Anbieter weiter ins Hintertreffen zu geraten.
Die Datenbasis der Analyse stammt aus Echtzeit-Messungen von über zehn Millionen echten Nutzerinteraktionen in kleinen Shops der DACH-Region. Dadurch ergibt sich ein valides Bild der aktuellen Situation – fernab von Umfragen oder theoretischen Modellierungen.