Amazon KMU-Report 2026: Deutsche Händler erzielen über 20 Milliarden Euro Umsatz
Deutsche kleine und mittlere Unternehmen haben 2025 nach Angaben von Amazon mehr als 20 Milliarden Euro über dessen Marktplatz umgesetzt. Der Amazon KMU-Report 2026 nennt erstmals einen Gesamtumsatz dieser Händlergruppe. Wie profitabel das Geschäft für die Betriebe ist und wie sich ihr Gesamtumsatz entwickelt hat, bleibt dabei offen.
📌 Auf einen Blick
Amazon beziffert den Umsatz deutscher KMU für 2025 auf mehr als 20 Milliarden Euro, davon 5,9 Milliarden Euro im Export. Ein vergleichbarer Gesamtumsatz für 2024 fehlt; die separat angekündigten Investitionen von mehr als 16 Milliarden Euro für 2027 umfassen mehrere Konzernbereiche.

Amazon KMU-Report 2026 nennt weltweite Händlerumsätze
Inhaltsverzeichnis
Die Zahlen beziehen sich auf deutsche Unternehmen, die über Amazon an Kunden im In- und Ausland verkaufen. Sie beschreiben weder ausschließlich Verkäufe auf Amazon.de noch sämtliche Erlöse der Unternehmen aus anderen Vertriebskanälen. Laut dem Amazon KMU-Report 2026 verkauften die Betriebe mehr als 750 Millionen Produkte. Mehr als 80 Prozent waren international aktiv. Zu den wichtigsten Exportmärkten zählten Frankreich, Österreich, Italien, die USA und Spanien.
Vorjahreszahlen erlauben keinen belastbaren Wachstumsvergleich
Der Vorjahresreport zu deutschen Amazon-Händlern hatte für 2024 rund 47.000 KMU, ebenfalls mehr als 750 Millionen verkaufte Produkte und einen Exportumsatz von mehr als 5,7 Milliarden Euro ausgewiesen. Die gerundeten Angaben und Untergrenzen reichen nicht aus, um daraus eine exakte Wachstumsrate abzuleiten.
Auch die jetzt verwendete Angabe von mehr als 40.000 deutschen KMU belegt keinen Rückgang der Händlerzahl. Dafür wären eine präzise Zahl und eine vergleichbare Abgrenzung nötig. Der Amazon KMU-Report 2026 liefert somit eine zusätzliche Umsatzkennzahl, aber noch keine geschlossene Zeitreihe zur Entwicklung der Händlergruppe.
Umsatz sagt wenig über den wirtschaftlichen Ertrag
Die veröffentlichte Darstellung erläutert nicht, wie Umsatzsteuer, Retouren oder Stornierungen in die Umsatzberechnung eingehen. Ebenso fehlt eine Verteilung der Erlöse auf kleine und größere Anbieter. Ohne Median oder Umsatzklassen lässt sich aus der Gesamtsumme nicht erkennen, wie ein typischer Betrieb abschneidet.
Für die wirtschaftliche Bewertung wären außerdem Kosten und Erträge erforderlich. Ein hoher Verkaufsumsatz allein zeigt nicht, was nach Wareneinsatz, Werbung, Versand und weiteren Ausgaben verbleibt. Für die Einordnung sind diese Grenzen wesentlich: Der Amazon KMU-Report 2026 dokumentiert das von Amazon ausgewiesene Handelsvolumen, keine gesicherte Verbesserung der Rentabilität.
Investitionspaket betrifft mehr als Händlerlogistik
Bereits am 15. Oktober hatte Amazon die Umsatzsumme in einer Pressemitteilung genannt. Dort berichtete das Unternehmen außerdem von knapp zehn Prozent mehr über FBA abgewickelten Einheiten deutscher KMU gegenüber dem Vorjahr. Diese Absatzentwicklung betrifft den Logistikservice und lässt sich nicht mit dem gesamten Umsatzwachstum gleichsetzen.
Am 20. Oktober kündigte Amazon für 2027 Investitionen von mehr als 16 Milliarden Euro in Deutschland an. Davon sollen 4,8 Milliarden Euro in den Ausbau der AWS-Region Frankfurt fließen. Das Paket umfasst auch Logistik, Satelliteninternet, Forschung und Prime Video. Ein gesonderter Betrag für die von Verkaufspartnern genutzte FBA-Infrastruktur wird nicht ausgewiesen. Die Summe ist eine Investitionsplanung, keine bereits getätigte Ausgabe.
Neue Händlerwerkzeuge starten mit Einschränkungen
Parallel erweitert Amazon den Seller Assistant mit agentischer KI. Dauerhaft gespeicherter Geschäftskontext und automatisierte Workflows sollen wiederkehrende Aufgaben erleichtern. Das neue Plugin für Amazon Quick und Claude startet jedoch als Beta für Verkäufer in den US-Stores. Die internationale Ausweitung soll folgen.
Für den grenzüberschreitenden Verkauf entwickelt Amazon eine gemeinsame Verwaltung von Angeboten, Beständen und Bestellungen. Teile davon sind noch angekündigt. Global Warehousing and Distribution soll bis Ende 2026 unter anderem Deutschland anbinden. Beworbene Einsparungen bei Compliance beruhen auf frühen Pilotfällen und sind keine allgemeine Kostengarantie.
Für Händler bleiben Kosten und Verfügbarkeit entscheidend
Der Amazon KMU-Report 2026 zeigt die Größenordnung des von deutschen Betrieben über die Plattform abgewickelten Geschäfts. Für einzelne Händler entscheidet sich der Nutzen neuer Werkzeuge jedoch an konkreten Bedingungen: Zugang im jeweiligen Verkaufskonto, unterstützte Länder und Produkte sowie die Kosten der Abwicklung. Ob zusätzliche Auslandserlöse auch den Gewinn erhöhen, muss jeder Betrieb anhand seiner eigenen Kalkulation prüfen.
Faktenbox
| Deutsche KMU bei Amazon: Angaben für 2025 | |
|---|---|
| Umsatz über Amazon | Mehr als 20 Milliarden Euro laut Amazon, einschließlich Auslandsgeschäft |
| Exportumsatz | 5,9 Milliarden Euro laut Amazon |
| Verkaufte Produkte | Mehr als 750 Millionen laut Amazon |
| Internationale Tätigkeit | Mehr als 80 Prozent der deutschen KMU laut Amazon |
| Vergleichbarkeit | Kein vergleichbarer Gesamtumsatz für 2024 in den geprüften Veröffentlichungen |
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