Podcast: Vom Terminal in die App – girocard erweitert den digitalen Checkout

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Podcast: Vom Terminal in die App – girocard erweitert den digitalen Checkout
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Der girocard Podcast des EHI beleuchtet, wie die deutsche Debitkarte in Händler-Apps eingebunden werden soll. Christopher Kirsch von der EURO Kartensysteme GmbH erklärt Technik und Einsatzfelder. Für Händler zählt jedoch vor allem, was schon umsetzbar ist – und was bislang Ankündigung bleibt.

📌 Auf einen Blick

Die technischen Spezifikationen für girocard-Zahlungen in Händler-Apps liegen vor, die Umsetzung befindet sich aber noch auf dem Weg in den Pilotbetrieb. Geplant sind In-App-Checkouts, Zahlungen per QR- oder Barcode und später weitere Funktionen wie Vorautorisierungen.

girocard Podcast: Was Händler-Apps am Checkout verändern
girocard Podcast: Was Händler-Apps am Checkout verändern

girocard Podcast ordnet den Schritt in Händler-Apps ein

In der rund 23-minütigen Folge spricht EHI-Host Anja Borberg mit Christopher Kirsch, Director Product Management bei der EURO Kartensysteme GmbH. Das Unternehmen übernimmt als Scheme Manager Aufgaben für das girocard-System. Im Mittelpunkt steht der geplante Sprung von der Karte und mobilen Wallet in die App des Händlers. Die Episodenseite nennt girocard ausdrücklich als Supporter. Der girocard Podcast liefert damit Einblicke aus erster Hand, ist aber kein unabhängiges Interview mit einem unbeteiligten Marktbeobachter.

Der aktuelle Status ist weniger spektakulär als manche Zukunftsformulierung vermuten lässt: Nach Angaben der EURO Kartensysteme liegen die technischen Spezifikationen vor. Zugelassene Kartenausgeber und Online-Netzbetreiber müssen einer Pilotierungsvereinbarung beitreten und Funktionstests absolvieren. Einen flächendeckenden Marktstart, eine Liste teilnehmender Händler oder öffentlich belegte Nutzungszahlen für die neue Funktion gibt es noch nicht. Die technische Beschreibung der girocard In-App-Zahlung nennt deshalb vor allem Voraussetzungen und mögliche Abläufe.

So soll die In-App-Zahlung funktionieren

Die girocard wird in der Händler-App hinterlegt und über die Banking- oder Authentifizierungs-App des Kartenherausgebers freigegeben. Eine Zahlung kann anschließend direkt in der App stattfinden. An einer Ladenkasse kann die Händler-App alternativ einen QR- oder Barcode anzeigen, den der Kassenscanner erfasst.

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Vorgesehen sind zwei Wege: Entweder bestätigt der Kunde jeden Vorgang mit starker Kundenauthentifizierung, oder er setzt den Händler beim Hinterlegen der Karte auf eine Liste vertrauenswürdiger Zahlungsempfänger. Dieses Whitelisting kann spätere Zahlungen beschleunigen. Es schließt zusätzliche Prüfungen aber nicht aus; Bank oder Händler können je nach Risiko weiterhin eine Authentifizierung verlangen. Der bereits veröffentlichte Hintergrund zur girocard in Händler-Apps beschreibt diese Abläufe und den für Frühjahr 2027 erwarteten Start ausführlich.

Bezahlen und Kundenbindung rücken zusammen

Für Händler liegt der strategische Reiz weniger in einem weiteren Logo als in der Verbindung von Zahlung, Kundenkonto, Coupons und Bonusprogramm. Der Checkout bleibt in der eigenen App, statt vollständig zu einer externen Wallet zu wandern. Das kann die Kundenschnittstelle stärken, erhöht aber zugleich die Anforderungen an App-Sicherheit, Datenschutz, Reklamationsprozesse und technische Verfügbarkeit. Der girocard Podcast beschreibt hier das Zielbild; belastbare Werte zu Conversion oder zusätzlicher App-Nutzung nennt er nicht.

Die EURO Kartensysteme verweist auf eine EHI-Studie, nach der 36 Prozent der befragten Handelsunternehmen Payment-Funktionen in eigenen Apps einsetzen oder pilotieren; weitere 18 Prozent planen dies. Das gesamte Studienpanel umfasst 119 Handelsunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die öffentlich zugängliche Zusammenfassung weist allerdings nicht aus, wie viele Unternehmen genau diese Payment-Frage beantwortet haben. Die Prozentwerte zeigen daher Interesse im Panel, sind aber kein Marktanteil des gesamten Handels.

Vorautorisierung und Sound bleiben getrennte Baustellen

Der girocard Podcast spricht auch über Vorautorisierungen. Damit könnten Beträge künftig zunächst reserviert und später endgültig belastet werden, etwa bei Mietwagen, Hotels, Anzahlungen oder Teilzahlungen. Die EURO Kartensysteme beschreibt diese Funktion als künftige Erweiterung; eine allgemein verfügbare Lösung sollte daraus noch nicht abgeleitet werden.

Der eigene Bezahlsound ist ebenfalls kein Bestandteil der Autorisierung, sondern Markenkommunikation am Bezahlpunkt. Eine aufsteigende Tonfolge und eine kurze Animation sollen erfolgreiche girocard-Zahlungen erkennbar machen. Moderne Terminals benötigen nach Unternehmensangaben meist nur ein Software-Update und eine Konfiguration. Ob und wo der Klang tatsächlich ausgespielt wird, hängt damit von Netzbetreibern, Terminalherstellern und Händlern ab. Der girocard Podcast macht aus dem Ton eine eingängige Randnotiz; für Händler bleiben Kosten und technische Zuverlässigkeit wichtiger.

Entscheidend ist der reale Checkout

Die Ausgangsbasis ist groß: Die EURO Kartensysteme meldete für das erste Halbjahr 2026 rund 4,21 Milliarden Transaktionen und 151,9 Milliarden Euro Umsatz. Im Juni liefen demnach 92 Prozent der Zahlungen kontaktlos. Diese Reichweite am stationären Terminal garantiert jedoch keine Nutzung in Händler-Apps. Dort konkurriert die girocard mit Karten, PayPal, Apple Pay, Google Pay, Wero und gespeicherten Lastschriftverfahren. Wie dicht der Checkout bereits besetzt ist, zeigt der aktuelle Vergleich der Wallets im deutschen Onlinehandel.

Damit setzt der girocard Podcast einen sinnvollen Akzent: Die Karte wird zu einer digitalen Infrastruktur ausgebaut. Ob Händler davon wirtschaftlich profitieren, hängt aber an noch offenen Punkten – konkreten Entgelten, Integrationsaufwand, Bankabdeckung, Conversion und verlässlichen Abläufen bei Erstattungen oder bestrittenen Zahlungen. Ein technischer Rahmen ist vorhanden. Den Praxistest müssen reale Händler-Apps erst liefern.

Faktenbox

girocard in Händler-Apps
PodcastEHI Retail Insights mit Christopher Kirsch von der EURO Kartensysteme GmbH und Host Anja Borberg
StatusTechnische Spezifikationen liegen vor; Teilnehmer müssen Pilotierungsvereinbarung und Funktionstests durchlaufen
ZahlungswegeDirekt in der Händler-App oder per QR- beziehungsweise Barcode am stationären Checkout
AuthentifizierungStarke Kundenauthentifizierung oder Händler-Whitelisting mit risikobasierten Zusatzprüfungen
Offene PunkteBreiter Start, teilnehmende Händler, konkrete Entgelte und reale Nutzungswerte sind öffentlich noch nicht belegt