momox Impact Report: Re-Commerce mit messbarer Wirkung
Der momox Impact Report für 2025 zeigt, wie stark das Re-Commerce-Modell des Berliner Unternehmens inzwischen skaliert. momox meldet 393,5 Millionen Euro Umsatz, mehr als 40 Millionen verkaufte Second-Hand-Artikel und sinkende Emissionen. Gleichzeitig macht der Bericht deutlich: Nachhaltigkeit wird messbarer, aber auch erklärungsbedürftiger.
📌 Auf einen Blick
Der momox Impact Report weist für 2025 einen Umsatz von 393,5 Millionen Euro, mehr als 40 Millionen verkaufte Second-Hand-Artikel und 46.657 Tonnen vermiedene CO2-Emissionen aus. Die eigenen Gesamtemissionen sanken gegenüber 2021 von 28.538 auf 21.722 Tonnen CO2.
momox Impact Report zeigt Wachstum im Re-Commerce
Inhaltsverzeichnis
Der momox Impact Report ordnet die Entwicklung des Unternehmens in ein Geschäftsmodell ein, das auf Wiederverkauf statt Neukauf setzt. 2025 verkaufte momox mehr als 40 Millionen gebrauchte Artikel aus den Bereichen Bücher, Medien und Fashion. Der Umsatz lag bei 393,5 Millionen Euro. Damit bleibt Re-Commerce kein Randthema für preisbewusste Käufer, sondern ein relevanter Bestandteil des digitalen Handels.
Der Kern der Botschaft ist einfach: Jeder Artikel, der gebraucht gekauft wird und tatsächlich einen Neukauf ersetzt, kann Ressourcen und Emissionen sparen. Genau an dieser Stelle wird es jedoch komplex. Denn die Klimawirkung hängt nicht nur davon ab, dass ein Produkt gebraucht verkauft wird, sondern auch davon, ob der Käufer andernfalls wirklich Neuware gekauft hätte. momox arbeitet deshalb mit sogenannten Replacement Rates. Diese Ersatzquoten liegen laut Bericht bei 94 Prozent für Bücher und Fashion sowie bei 75 Prozent für Media-Artikel.
Das ist ein wichtiger Punkt, weil er die Debatte ehrlicher macht. Second Hand ist nicht automatisch klimaneutral. Lager, Logistik, IT, Verpackung und Retouren verursachen ebenfalls Emissionen. Der Vorteil entsteht vor allem dann, wenn gebrauchte Produkte tatsächlich neue Produkte verdrängen.
Emissionen sinken trotz Investitionen
Im momox Impact Report werden für 2025 vermiedene Emissionen von 46.657 Tonnen CO2 genannt. Laut Unternehmen entspricht dies dem jährlichen Stromverbrauch von rund 9.700 Haushalten. Bei einzelnen Produktgruppen werden die Unterschiede besonders sichtbar: Der Kauf eines gebrauchten Buches kann rund 0,42 Kilogramm CO2 vermeiden, bei einer Jacke können es bis zu 27 Kilogramm CO2 sein.
Auch die eigenen Emissionen gingen zurück. Die Gesamtemissionen aus Scope 1 bis 3 sanken gegenüber dem Basisjahr 2021 von 28.538 auf 21.722 Tonnen CO2. Für die Zielmessung rechnet momox Maschinen und Ausrüstung heraus, weil diese Posten je nach Investitionszyklus stark schwanken können. Das ist nachvollziehbar, sollte aber transparent bleiben, weil genau solche Bereinigungen die Vergleichbarkeit von Klimazielen beeinflussen.
Alle Standorte beziehen laut Bericht ausschließlich Grünstrom. Die Scope-2-Emissionen liegen dadurch weiter bei null. Das für 2025 gesetzte CO2-Reduktionsziel wurde nach Unternehmensangaben um 24 Prozent übertroffen. Bis 2030 strebt momox eine Reduktion der Emissionen um 80 Prozent pro Million Euro Umsatz an.
Weitere Informationen zur Berechnung der vermiedenen Emissionen stellt momox auf der Seite Unser Impact bereit.
Kreislaufwirtschaft braucht mehr als gebrauchte Ware
Der Bericht beschreibt mehrere operative Maßnahmen, mit denen momox die Umweltwirkung des eigenen Geschäftsmodells verbessern will. Dazu zählen eine höhere Recyclingquote bei Versandmaterialien aus Kunststoff, ein Kreislaufkonzept für IT-Equipment und papierlose Picking-Prozesse in den Logistikzentren.
Gerade diese Punkte sind für die Bewertung des Modells relevant. Re-Commerce lebt zwar vom längeren Lebenszyklus der Produkte, wird aber erst dann glaubwürdig, wenn auch die internen Prozesse in Richtung Ressourcenschonung entwickelt werden. Ein gebrauchtes Buch verliert einen Teil seiner ökologischen Wirkung, wenn Verpackung, Transport und Sortierung ineffizient organisiert sind. Der momox Impact Report liefert dafür Kennzahlen, ersetzt aber keine externe Prüfung der gesamten Wirkungskette.
Soziale Wirkung bleibt eine offene Baustelle
Neben Umweltkennzahlen behandelt der Bericht auch soziale Themen. momox beschäftigt rund 2.200 Mitarbeiter an den Standorten Berlin, Leipzig und Szczecin. Die Belegschaft kommt aus 81 Nationen. Für ein queer-inklusives Arbeitsumfeld erhielt das Unternehmen erneut das Pride Champion Gold Seal der UHLALA Group.
Gleichzeitig räumt momox ein, dass 2025 durch IT-Anpassungen und Automatisierung in der Logistik ein Jahr großer Veränderungen war. Der Fokus auf soziale Initiativen lag zeitweise unter den eigenen Ansprüchen. Positiv nennt das Unternehmen einen Anstieg des eNPS um drei Punkte. Für die kommenden Jahre will momox die Zufriedenheit und das Engagement der Mitarbeiter wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.
Das ist mehr als ein Nebensatz. Automatisierung kann Prozesse effizienter machen, verändert aber auch Arbeitsprofile, Belastungen und Anforderungen. Ein glaubwürdiger Impact Report muss deshalb nicht nur CO2-Kurven zeigen, sondern auch offenlegen, wie sich Wachstum und Effizienzsteigerung auf die Belegschaft auswirken.
Governance und Spendenprogramm ergänzen den Bericht
Im Bereich Governance verweist momox auf eine unternehmensweite Einkaufsrichtlinie mit ökologischen und sozialen Kriterien. Hinzu kommt ein Compliance-Programm mit den Themen Datenschutz, Korruptionsprävention, Risikomanagement und Monitoring. Solche Angaben sind wichtig, bleiben aber oft abstrakt, solange keine konkreten Prüfmechanismen, Zielwerte oder Verstöße genannt werden.
Über sein Spendenprogramm unterstützte momox 2025 die Organisationen WWF, Cradle to Cradle NGO und Drip by Drip mit insgesamt 286.117 Euro. Das stärkt die gesellschaftliche Komponente des Berichts, sollte aber nicht mit der eigentlichen Wirkung des Geschäftsmodells verwechselt werden. Entscheidend bleibt, ob Re-Commerce dauerhaft messbar dazu beiträgt, Neuware zu ersetzen und Ressourcenverbrauch zu reduzieren.
Re-Commerce wird an belastbaren Kennzahlen gemessen
Der momox Impact Report liefert für 2025 ein klares Signal: Re-Commerce kann wirtschaftlich wachsen und gleichzeitig Emissionen senken. Die zentralen Zahlen sprechen für ein Geschäftsmodell, das in einer ressourcenintensiven Konsumwirtschaft an Bedeutung gewinnt.
Der kritische Punkt bleibt die Messbarkeit. Vermiedene Emissionen, Ersatzquoten und bereinigte Klimaziele sind erklärungsbedürftig. Genau darin liegt aber auch der Mehrwert des Berichts. Er zeigt nicht nur Fortschritte, sondern macht sichtbar, an welchen Stellen Second Hand noch genauer geprüft werden muss. Für Kunden, Händler und die Branche insgesamt wird Re-Commerce damit weniger zur Imagefrage und stärker zu einer Frage belastbarer Daten.
Faktenbox
| momox Impact Report 2025 im Überblick | |
|---|---|
| Unternehmen | momox |
| Berichtsjahr | 2025 |
| Veröffentlichung | 22. April 2026 |
| Umsatz | 393,5 Millionen Euro |
| Verkaufte Artikel | Mehr als 40 Millionen Second-Hand-Artikel |
| Vermiedene Emissionen | 46.657 Tonnen CO2 durch Second-Hand-Käufe statt Neuware |
| Gesamtemissionen | Rückgang von 28.538 Tonnen CO2 im Basisjahr 2021 auf 21.722 Tonnen CO2 im Jahr 2025 |
| Scope 2 | Null Emissionen durch ausschließlichen Bezug von Grünstrom an allen Standorten |
| Replacement Rates | 94 Prozent bei Büchern und Fashion, 75 Prozent bei Media-Artikeln |
| Belegschaft | Rund 2.200 Mitarbeiter aus 81 Nationen an den Standorten Berlin, Leipzig und Szczecin |
| Spendenprogramm | 286.117 Euro für WWF, Cradle to Cradle NGO und Drip by Drip |
| Klimaziel bis 2030 | Reduktion der Emissionen um 80 Prozent pro Million Euro Umsatz |
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