Grillmarkt Deutschland: Umsatzrückgang und verhaltene Prognosen für 2026

Der Grillmarkt Deutschland sieht sich im Jahr 2026 mit einer anhaltenden Konsumzurückhaltung konfrontiert. Nach einem spürbaren Umsatzrückgang im Vorjahr bleiben die Erwartungen für die kommenden Monate gedämpft, da insbesondere die Marktsättigung und gestiegene Lebenshaltungskosten die Nachfrage nach langlebigen Grillgeräten bremsen. Während das Segment der Gasgrills eine tragende Rolle einnimmt, verliert das traditionelle Grillen mit Holzkohle weiter an Relevanz.

📌 Auf einen Blick

Im Jahr 2025 sank der Umsatz im Grillmarkt Deutschland um drei Prozent, wobei insbesondere Gasgrills als zentrale Markttreiber fungierten. Der stationäre Handel bleibt aufgrund des Brennstoffgeschäfts der wichtigste Absatzkanal für die Branche.

Grillmarkt Deutschland: Umsatzrückgang und verhaltene Prognosen für 2026
Grillmarkt Deutschland: Umsatzrückgang und verhaltene Prognosen für 2026

Ursachen für die aktuelle Marktentwicklung

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Grillmarkt Deutschland stellten sich im Jahr 2025 als schwierig dar. Laut aktuellen Daten des „Branchenbericht Grillen“, Jahrgang 2026, des IFH KÖLN in Zusammenarbeit mit dem Industrieverband Garten (IVG) e.V., verzeichneten die Segmente Grillgeräte, Brennstoffe und Zubehör in der Summe ein Umsatzminus von drei Prozent. Experten führen diese Entwicklung primär auf eine nachwirkende Marktsättigung zurück, die bereits das dritte Jahr in Folge zu einer schwächeren Performance im Vergleich zum gesamten Gartenmarkt führt. Viele Haushalte haben sich in den vergangenen Jahren mit moderner Hardware ausgestattet, was die Notwendigkeit von Neuanschaffungen reduziert.

Zusätzlich wirken sich das verhaltene Konsumklima und die allgemeine Teuerung auf das Kaufverhalten aus. Wenn die Lebenshaltungskosten steigen, sparen Endverbraucher vermehrt bei langlebigen Gütern, zu denen hochwertige Grillstationen zählen. Da für das Jahr 2026 keine signifikanten Impulse für eine rasche Belebung des Marktes für Grillgeräte identifiziert wurden, fallen die Prognosen der Marktforscher konservativ aus. Ein schnelles Erreichen früherer Wachstumsraten wird unter den gegebenen Bedingungen nicht erwartet.

Analyse der Grillgeräte und Brennstoffe

Innerhalb der Warengruppen im Grillmarkt Deutschland zeigt sich eine deutliche strukturelle Verschiebung. Ein Langzeitvergleich seit dem Jahr 2015 verdeutlicht, dass Gasgrills kontinuierlich an Bedeutung gewonnen haben. Mit einem Indexwert von 248 im Jahr 2025 liegt dieses Segment weit über dem ursprünglichen Basisniveau. Im Gegensatz dazu setzen Elektrogrills ihren Weg auf einem moderaten, aber stabilen Niveau fort. Sie bedienen vor allem Zielgruppen mit begrenztem Platzangebot, wie Nutzer von Balkonen in urbanen Räumen.

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Eine gegensätzliche Entwicklung ist bei den Holzkohlegrills zu beobachten. Der Absatz in diesem Teilmarkt ist seit Jahren rückläufig. Für das Jahr 2025 wurde hier lediglich ein Indexwert von 39 ermittelt. Dies signalisiert, dass der klassische Holzkohlegrill in der Gunst der Käufer stark gesunken ist, während komfortorientierte Lösungen bevorzugt werden. Bei den Grillbrennstoffen zeigt sich hingegen eine hohe Dynamik. Gas, Holzkohle und alternative Produkte wie Pellets oder Briketts entwickeln sich seit 2019 am stärksten, da sie als Verbrauchsgüter regelmäßig nachgekauft werden müssen, unabhängig von der Anschaffung neuer Geräte.

Die Bedeutung des stationären Vertriebs

Trotz der zunehmenden Digitalisierung bleibt der stationäre Handel die wichtigste Säule für den Grillmarkt Deutschland. Die Verteilung der Produkte ist aufgrund der breiten Preisspanne und der unterschiedlichen Gerätetypen fragmentiert, dennoch behaupten sich insbesondere Bau- und Heimwerkermärkte als führende Verkaufsstellen. Die physische Präsenz vor Ort ist für Kunden beim Kauf von Grillgeräten oft entscheidend, um die Verarbeitungsqualität und Funktionalität haptisch prüfen zu können.

Ein wesentlicher Stabilitätsfaktor für den stationären Betrieb ist das Geschäft mit Brennstoffen. Da Gasflaschen in der Regel als Pfand- oder Austauschprodukte gehandhabt werden, suchen Konsumenten hierfür bevorzugt den Handel vor Ort auf. Dieser Effekt verstärkt sich durch den anhaltenden Trend zu Gasgrillgeräten. Da der Transport von schweren Gasbehältern im Versandhandel logistisch aufwendig und kostenintensiv ist, bleibt die Bindung an den lokalen Fachhandel oder Baumarkt in diesem Segment sehr hoch. Auch Zubehörartikel wie Pizzasteine, Thermometer oder Grillbesteck profitieren von der Mitnahmebereitschaft während des Brennstoffkaufs.

Markterwartungen für die kommenden Jahre

Die Prognosen für den Grillmarkt Deutschland bis zum Jahr 2029 bleiben zurückhaltend. Da die Anschaffung eines neuen Grillgeräts oft eine langfristige Investition darstellt, hängen künftige Impulse stark von technologischen Innovationen und einer möglichen Erholung der privaten Kaufkraft ab. Das Zubehörsegment bietet hierbei noch das größte Potenzial für regelmäßige Umsätze, da Produkte wie Grillkörbe oder spezialisierte Roste die Nutzungsmöglichkeiten bestehender Geräte erweitern, ohne dass eine hohe Investitionssumme erforderlich ist.

Handel und Hersteller stellen sich auf eine Phase der Konsolidierung ein. Die Bedeutung von Fachberatung und Serviceleistungen im stationären Bereich dürfte weiter zunehmen, um sich gegenüber rein preisorientierten Online-Angeboten zu behaupten. Insgesamt zeigt der Markt eine Reifephase, in der das Ersatzgeschäft und der Verkauf von Verbrauchsmaterialien das Fundament bilden, während das Neugeschäft mit Grillgeräten vorerst auf einem stabilisierten, aber niedrigeren Niveau verharren dürfte.

Faktenbox

Marktdaten Grillmarkt Deutschland 2025/2026
Umsatzentwicklung 2025-3 Prozent (Gesamtmarkt)
Index Gasgrills (Basis 2015)248 Punkte
Index Holzkohlegrills (Basis 2015)39 Punkte
Wichtigster AbsatzkanalStationärer Handel (v. a. Baumärkte)
Dynamischste WarengruppeGrillbrennstoffe (Gas, Kohle, Pellets)
Prognose-Zeitraum2026 bis 2029 (konservativ)

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