Antivirenprogramme im Test: Zusätzlicher Schutz gegen Phishing wird immer wichtiger
Die Sicherheit digitaler Endgeräte bleibt ein zentrales Thema für Computerbesitzer, wie eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt. Im Februar 2026 wurden insgesamt 24 Antivirenprogramme im Test unter die Lupe genommen, um deren Wirksamkeit gegen aktuelle Bedrohungen wie Viren, Trojaner und Phishing-Versuche zu bewerten. Die Auswahl umfasste 16 Lösungen für Windows-Systeme sowie acht Anwendungen für MacOS. Dabei zeigt sich, dass ein zuverlässiger Schutz nicht zwangsläufig mit hohen jährlichen Gebühren verbunden sein muss, auch wenn kostenlose Angebote oft andere Nachteile mit sich bringen.
📌 Auf einen Blick
Die Untersuchung von 24 Sicherheitslösungen belegt, dass fast alle Antivirenprogramme im Test einen guten Schutz bieten. Während sieben Gratis-Tools durch hohe Zuverlässigkeit überzeugen, weist der vorinstallierte Windows-Defender Defizite bei der Erkennung von Phishing-Seiten auf.
Ergebnisse der Sicherheitsprüfung für Windows und MacOS
Inhaltsverzeichnis
Die Schutzwirkung steht bei jeder Sicherheitssoftware an erster Stelle. Erfreulicherweise lieferten fast alle untersuchten Antivirenprogramme im Test eine gute bis sehr gute Leistung ab. Sowohl bekannte Marken wie Bitdefender, Norton und McAfee als auch spezialisierte Anbieter wie G Data zeigten eine hohe Erkennungsrate bei Schadsoftware. Für Nutzer von Apple-Geräten wurden acht Programme geprüft, wobei die Preise für den Schutz hier bereits bei etwa 20 Euro im ersten Jahr beginnen. Die Experten betonen, dass die technische Barriere gegen klassische Viren mittlerweile auf einem sehr hohen Niveau agiert, was die Auswahl für Endverbraucher erleichtert.
Kostenlose Software und die Problematik der Werbeeinblendungen
Ein wichtiger Aspekt der Analyse war die Frage, ob Gratis-Lösungen mit kostenpflichtigen Versionen mithalten können. Tatsächlich schnitten sieben kostenlose Antivirenprogramme im Test so gut ab, dass sie einen zuverlässigen Basisschutz für den Alltag bieten. Allerdings weisen die Experten der Stiftung Warentest darauf hin, dass diese Programme oft durch eine hohe Werbeintensität auffallen. Nutzer werden regelmäßig dazu gedrängt, auf die Bezahlversion umzusteigen oder zusätzliche Funktionen zu erwerben. Ein Anbieter wurde aufgrund seiner Aufdringlichkeit sogar mit der Note Mangelhaft bewertet, da die Werbung selbst in der kostenpflichtigen Version nicht nachließ. Wer sich für ein kostenfreies Modell entscheidet, sollte also eine gewisse Toleranz gegenüber Pop-up-Fenstern mitbringen.
Schwachstellen bei Standardlösungen und Phishing-Gefahren
Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Prüfer dem Windows-11-Defender, der werkseitig auf den meisten PCs installiert ist. Obwohl dieses Tool einen soliden Schutz gegen Viren bietet, zeigten sich Schwächen bei der Abwehr von Phishing-Angriffen. Da Kriminelle immer häufiger versuchen, Passwörter und Bankdaten über gefälschte Webseiten zu stehlen, reicht der Basisschutz von Microsoft hier oft nicht aus. Die Antivirenprogramme im Test schnitten in dieser Kategorie meist deutlich besser ab. Ein wichtiger Rat der Experten lautet daher, den Schutz des Browsers – etwa von Chrome, Firefox oder Edge – mit einem dedizierten Antivirenprogramm zu kombinieren. In der gemeinsamen Anwendung konnten im Prüfverfahren über 90 Prozent der gefährlichen Webseiten blockiert werden.
Preisstrukturen und langfristige Kostenfallen
Wer bereit ist, Geld für seine IT-Sicherheit auszugeben, sollte die Preismodelle der Hersteller genau prüfen. Viele Anbieter locken Neukunden mit attraktiven Rabatten für das erste Jahr. Ab dem zweiten Jahr steigen die Kosten jedoch oft drastisch an, in einigen Fällen auf das Vierfache des ursprünglichen Preises. Positiv hervorgehoben wurden im Bericht Unternehmen wie ESET, F-Secure und G Data, die auf stabile Preise setzen, die auch nach der ersten Vertragslaufzeit konstant bleiben. Neben dem reinen Virenschutz bieten kostenpflichtige Antivirenprogramme im Test oft Zusatzfunktionen wie VPN-Dienste für anonymes Surfen oder integrierte Passwortmanager an, was den höheren Preis für bestimmte Nutzergruppen rechtfertigen kann.
Neue Bedrohungen durch Smishing und SEO-Poisoning
Die Methoden der Internetkriminellen werden zunehmend raffinierter, weshalb moderne Antivirenprogramme im Test auch gegen neue Angriffsvektoren gewappnet sein müssen. Neben klassischem Mail-Phishing verbreitet sich das sogenannte Smishing immer weiter. Hierbei erhalten Opfer gefälschte SMS, die beispielsweise auf eine angebliche Paketlieferung hinweisen. Wer den enthaltenen Link anklickt, riskiert den Diebstahl seiner Daten. Eine weitere Gefahr stellt das SEO-Poisoning dar. Dabei werden manipulierte Webseiten so optimiert, dass sie in den Suchergebnissen bekannter Suchmaschinen ganz oben erscheinen und Nutzer auf täuschend echt nachgebaute Shopping-Plattformen locken. Ein wachsames Auge und eine aktuelle Sicherheitssoftware bleiben daher die wichtigsten Säulen der digitalen Vorsorge.
Faktenbox
| Wichtige Eckdaten: Antivirenprogramme im Test | |
|---|---|
| Anzahl der Prüfobjekte | 24 Programme (16 Windows / 8 MacOS) |
| Erfolgsquote Phishing | Über 90 % bei Kombination mit Browserschutz |
| Kostenlose Programme | 7 Anbieter mit guter Schutzwirkung |
| Preistendenz Windows | Ca. 40 Euro pro Jahr (Abweichungen möglich) |
| Größter Kritikpunkt | Aufdringliche Werbung in Gratis-Versionen |
| Getestete Maschen | Viren, Phishing, Smishing, SEO-Poisoning |
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